Blauer Himmel, Sonnenschein und zu Beginn der Partie milde 17 Grad. Je länger der Vergleich zwischen Baslern und Innerschweizern aber dauerte, desto spürbarer wurde die Bise. Und mit der sich verabschiedenden Sonne fiel die Temperatur auch auf 11 Grad.

Auf dem Spielfeld erreichte der Gastgeber nie Betriebstemperatur. Zuletzt herrschte gar eine Art «frostige Atmosphäre», denn nur gerade nach dem obligaten Treffer von Mickäel Rodriguez zum 1:3 kam seitens des FC Black Stars Hoffnung auf, das Spiel noch kehren zu können.

Während gut einer Viertelstunde schnürrten die Platzherren die jungen Luzerner in ihrer Spielhälfte ein, erspielten sich auch einige gute Einschussmöglichkeiten, welche das Anschlusstor bedeutet hätten. Doch mit einem superben Konter gelang der U21-Elf des FC Luzern das 4:1. Und damit waren die «Schwarz-Sterne» von Cheftrainer Benjamin Huggel endgültig auf der Verliererstrasse. Die weiteren Treffer waren nur noch Resultat-Makulatur.

Dass die Gäste zur Pause führten, war verdient. Wiewohl die Zentralschweizer gleich 17 (!) Absenzen von ihrem 32-Mann-Kader aufführten, kamen sie namentlich in den ersten 20 Minuten sofort in die Gänge und bestimmten Kadenz und Spielrhyhtmus. Dennoch glaubte Black-Stars-Sportchef zur Pause, dass «wir diesen Match noch gewinnen, zumindest aber punkten, werden». Er sollte sich irren.

Viele Absenzen, aber …

Es mag für diese Vorrunde symptomatisch sein, dass stete Matchbesucher (wie alt Nationalrat Markus Lehmann, der frühere Handball-Internationale) der Meinung sind, «dass die Black Stars auf ihrer Überlegenheit nichts machen, zu viele Torchancen vergeben und zu leicht Gegentreffer kassieren». Das kann man gelten lassen… ist aber eine gefährliche Analyse, denn die Tabelle widerspiegelt ein anderes Bild.

Sicher, der Basler Quartierverein wurde von der Verletzungshexe nicht verschont. Man sah ein Quartett von erhofften Leistungsträgern, welche an Stöcken gehend den Match verfolgten. Aber auch beim Gast fehlten mit Captain Stefan Knezevic und Goalgetter Luka Sliskovic auch zwei zentrale Figuren. Im letzten Match, beim Derby gegen den SC Bouchs, hatten sich die Luzerner zwei Platzverweise und insgesamt acht Strafsonntage eingehandelt… Auf der «Black»-Matte blieben sie lammfromm und gefielen mit einem offensiv ausgerichteten Kollektivspiel.

Es «rumort»

Noch immer ist das Spitzentrio in Sichtweite. Und gegen Delémont, dem aktuellen Leader, bewiesen die Black Stars beim 3:1-Heimerfolg, dass die Schwarz-Weissen gegen jeden Rivalen auf Augenhöhe sind. Es sei aber auch in Erinnerung gerufen, dass «Blägg» gegen die beiden Tabellenletzten Bern (0:1) und Wangen bei Olten (0:2) verloren hat…

Die aktuelle Rangierung, die «mickrige» Punktzahl und die Spielweise entsprechen nicht den allgemeinen Vorstellungen auf dem Buschweilerhof. Das führt dazu, dass es auf dieser «Traditionsmatte», milde gesagt, unruhig geworden ist. Es rumort sogar dezent… wenn auch kritische Stimmen nur hinter vorgehaltener Hand ausgesprochen werden.

Es wäre absolut falsch, den engagierten, leidenschaftlichen Trainer in Frage stellen zu wollen. Vielmehr sollten sich einige Exponenten am Realitätssinn des Münchensteiners orientieren. Wer zu viele Konjunktive, ob Aktiver oder Zaungast, benötigt, verkennt die eigenen Fähigkeiten oder die Lage. Huggel, schon als Spieler, redete nie in der «würde-Form», sondern stets im Konditional, der alleine den Tatsachen entspricht.

Das Schlusswort soll Peter Faé, dem Sportchef und «Mister Black Stars», gehören. Fast schon trotzig meinte er: «Wir kämpfen weiter». Möge diese Botschaft bis zu allen Spielern vordringen…