Aufstiegs-Endspiel

Black will trotz Hinspielniederlage in die Promotion League: Dieser «Virus» soll den FC Baden lahmlegen

Foto: Edgar Hänggi/eh-presse

Deny Gomes spitzelt den Ball geschickt am Torhüter vorbei. Der Stürmer spielt seit einer OP vor zwei Jahren immer mit einer Kniestütze.

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Im Playoff-Final-Rückspiel am Samstag in Baden brauchen die Black Stars mindestens zwei Tore – zum Beispiel von Stürmer Deny Gomes.

Ein lockerer Typ zu sein, ist in so mancher Lebenslagen ein Vorteil. In den höheren Regionen des Amateurfussballs ist es aber eher hinderlich. Deny Gomes, Stürmer beim FC Black Stars und laut eigener Aussage eben «ein lockerer Typ» hat deswegen von seinen Mitspielern den Spitznamen «Virus» erhalten. «Alles ganz harmlos. Es ist ja nicht so, dass ich die anderen runterziehen würde», beschwichtigt der Mann, der nicht gerade bei jeder Übung voll bei der Sache ist und auch mal die eine oder andere Einheit ausfallen lässt. «Mittlerweile bin ich ohnehin in einem Alter, in dem Fussball nicht mehr das Wichtigste für mich ist», erklärt der 24-Jährige, der Betriebsökonomie an der Fachhochschule studiert.

Zur schönsten Nebensache der Welt fand Deny Gomes Miranda, wie der Basler mit kapverdischen Wurzeln mit vollem Namen heisst, schon in seiner frühen Kindheit. «Ganz in der Nähe gab es einen kleinen Park, in dem andere Kids gekickt haben. Irgendwann machte ich auch mit», erinnert sich das Jüngste von drei Kindern. Kurz darauf trat er dem Nachwuchs des FC Basel bei, wo er bis zur U15 blieb. Danach folgten der FC Concordia, der BSC Old Boys und die AS Timau, ehe ihn seine «Tour de Bâle» im letzten Sommer auf den Buschweilerhof führte.

Der schnelle, technisch beschlagene und abschlussstarke Gomes absolvierte den Grossteil seiner Juniorenzeit als Linksverteidiger. Als Neymar auf der Bildfläche des Weltfussballs in Erscheinung trat, hatte der Basler ein neues Vorbild gefunden und fortan «keine Lust mehr» auf eine Position in der Defensive: «Ich wollte vorne Akzente setzen.» Zu seinem Glück erkannte man bei OB, dass der «Möchtegern-Stürmer» beachtliche Offensivqualitäten hatte, und beförderte ihn auf den linken Flügel. Nach dem Sprung in die erste Mannschaft kam der Linksfüsser auch vermehrt in der vordersten Reihe zum Zug, beispielsweise in der Saison 2014/15, als er zusammen mit dem heutigen Schaffhauser Karim Barry ein torgefährliches Promotion-League-Sturmduo bildete.

In die Promotion League könnten auch die Black Stars nach einer sehr starken Saison (nur drei Niederlagen) aufsteigen. Das sei zu Beginn zwar nicht das Ziel gewesen, «doch schon in den ersten Trainings hat man gemerkt, dass enorm viel Qualität in unserer Mannschaft steckt». Was das in Bezug auf die Offensive heisst, erklärt Deny Gomes folgendermassen: «Wenn ich nicht treffe, dann Artan (Shillova) oder Donat (Rrudhani) oder Mergim (Ahmeti). Irgendeiner trifft immer.»

Immer wieder Zwangspausen

Zwar ist Rrudhani in dieser Spielzeit mit 15 Toren der Treffsicherste bei den Schwarzsternen, doch «Virus» ist mit wettbewerbsübergreifend elf Treffern in 23 Partien der Effektivste. Dass der Mann, der alle 136 Minuten einnetzt, nicht öfter aufläuft, liegt an den Problemen, die ihn im rechten Knie plagen, seit er vor zwei Jahren an der Patellasehne operiert wurde. Wenn es die Schmerzen zulassen, spielt der Offensivallrounder, ansonsten setzt er aus. «Mein Arzt meint, dass die Beschwerden aufhören, wenn ich ein Jahr auf Fussball verzichten würde, doch das ist nicht wirklich eine Option für mich.»

Denn die Nummer 14 der Black Stars liebt es, mit «meinen Jungs» – so nennt er seine Teamkollegen – zu kicken. Die Chemie in der Mannschaft stimmt nicht nur auf dem Platz. «Wir unternehmen auch in unserer Freizeit immer wieder etwas», bestätigt Deny Gomes, der sich zwar nicht als ehrgeizig bezeichnet, mit seinen Jungs aber auch in der Promotion League spielen würde. Dafür müssen die Basler am Samstag in Baden (16 Uhr, Esp) im Playoff-Final-Rückspiel eine 1:2-Heimniederlage wettmachen.

«Die ersten 20 Minuten waren eine Katastrophe, doch danach hat man gesehen, dass wir spielerisch etwas besser als die Aargauer sind», blickt der Stürmer aufs Hinspiel zurück und trauert den vergebenen Chancen nach. «Ausgerechnet in diesem Match haben weder ich noch einer unserer anderen Offensivspieler getroffen.» Das soll im Rückspiel anders werden. «Wenn wir unser Topniveau erreichen, können wir in Baden zwei, drei Tore schiessen», sagt Gomes ganz entspannt. Das klingt beinahe wie eine Kampfansage aus dem Mund eines lockeren Typs.

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