FC Basel
Blamagen des FC Basel im Schweizer Cup sind Mangelware

Am Mittwochabend trifft der FCB im Cup auf den FC Tuggen aus der 1. Liga Promotion. Bislang konnte nur der FC Biel das grosse Basel als unterklassiges Team im Cup in den letzten Jahren ärgern. Dafür so richtig. Ein Rückblick.

Sébastian Lavoyer
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Die Basler Streller und Frei während der Cup-Niederlage gegen Biel im Jahre 2011.

Die Basler Streller und Frei während der Cup-Niederlage gegen Biel im Jahre 2011.

Keystone

Wenn der FCB im Cup gegen Unterklassige antritt, beginnt in der Provinz das grosse Zittern. Und das, obschon dieser Wettbewerb bekanntlich seine eigenen Gesetze hat, Sensationen fast jedes Jahr Teil des Spektakels sind. Die YB-Fans können ein Lied davon singen. So schieden die Berner 2014 gegen Zweitligist Buochs mit 0:1 im Achtelfinal aus, im Jahr zuvor gingen sie gegen Erstligist Le Mont im Achtelfinal sang- und klanglos mit 1:4 unter.

Und Basel? Seit Christian Gross, Basel-Trainer von 1999 bis 2009, den Klub zu dem gemacht hat, was er heute ist: zum grossen Dominator der heimischen Liga, dem regelmässigen Champions-League-Teilnehmer, dem Favoriten auf sämtliche Titel – seither haben sich die Basler im Cup kaum je blamiert. Niederlagen gegen ein unterklassiges Team sucht man daher fast vergeblich.

Biel als Favoritenschreck

Sechsmal triumphierte Rot-Blau im Cup, seit Christian Gross den Riesen aus dem Schlaf erweckte, drei weitere Male (2013 bis 2015) stand der FCB zudem im Final. Seit 2006 ist er nur zweimal vor den Halbfinals gescheitert: letztes Jahr im Penaltyschiessen gegen Sion und 2010 unter Thorsten Fink gegen den FC Biel. Richtig, Biel spielte damals in der Challenge League – und die Pleite in der Gurzelen vor rund sechs Jahren ist tatsächlich die einzige Blamage, die sich der FCB seit Christian Gross geleistet hat.

Es war ein grosses Jahr für den kleinen FCB aus Biel: Im Achtelfinal schlugen die Seeländer Luzern, im Viertelfinal Titelverteidiger Basel. Erst im Halbfinal scheiterten die Bieler am späteren Sieger Sion. Das Spiel gegen Basel aber bezeichnete der Blick damals als «FCB-Schande». Wie kam das?

Trainer Thorsten Fink rotierte damals mit Ausnahme von Gilles Yapi eine komplett neue Mannschaft auf den Platz. Alles im Hinblick auf das darauf folgende Spitzen-Spiel gegen den FC Zürich. Das lief lange gut, selbst mit der B-Elf ging der FCB dank eines Eigentors von Biels Nicolas Kehrli mit 1:0 in Führung.

Doch nach der Pause glich Ramon Egli, der Sohn von Ex-Nati-Verteidiger Andy Egli, mit einem tollen Heber aus. Giuseppe Morello und Franck Etoundi gaben dem Meister kurz vor Schluss den Rest. Zu viel für die Anhänger des FCB: Provoziert von den Fans der Gastgeber stürmten sie das Feld, die Polizei schoss mit Gummischrot, es gab mehrere Verletzte. Ein unrühmliches Kapitel in der sonst so glorreichen jüngeren Geschichte der Basler.

Franck Etoundi erzielte damals das 3:1-Schlussresultat.

Franck Etoundi erzielte damals das 3:1-Schlussresultat.

Keystone

Kaum anzunehmen, dass Urs Fischer nach dem mühsam erarbeiteten 2:2 in Lugano und der Erfahrung im Cup gegen Erstligist Zug, wo er ebenfalls eine komplett neue Elf brachte, ähnlich stark rotieren wird. Zu wichtig ist ihm das Weiterkommen in diesem Wettbewerb, zu lange schon wartet der FCB auf den Cup-Pokal. Sicher ist: Das wird ein ganz harter Brocken für Tuggen. Denn das Wort «Blamage» existiert schon fast nicht mehr im Wortschatz des Serienmeisters aus Basel.