Sabina Hafner wurde am Freitagabend, 7. Dezember mit dem Baselbieter Sportpreis 2018 ausgezeichnet. Die 34-Jährige erhielt den mit 15 000 Franken dotierten Preis für ihre Erfolge als Bobsportlerin. Nach ihrem neunten Rang im Zweierbob-Wettbewerb an den Olympischen Winterspielen in diesem Jahr ist Hafner vom Leistungssport zurückgetreten und wurde von der Baselbieter Regierungspräsidentin Monica Gschwind für ihre Leistungen geehrt.

Mit der Feier im Kultur- und Sportzentrum Pratteln, der über 200 Gäste beiwohnten, ging eine eindrückliche Sportkarriere definitiv zu Ende: Drei Olympiateilnahmen, drei Junioren-WM-Titel, zwei WM-Medaillen im Teamwettkampf, einmal EM-Silber und sieben Schweizermeistertitel zieren das Palmarès der gebürtigen Liestalerin.

«Kein Weg war ihr zu weit, kein Aufwand zu gross»

Rico Freiermuth, selbst Träger des Baselbieter Sportpreises, Bob-Olympiamedaillengewinner und ehemaliger Bob-Nationaltrainer, beschrieb Sabina Hafner in seiner Laudatio mit einem Wort: Sie sei ein „firecracker“, ein Feuerwerkskörper. «Sabina strotzt vor Energie und Selbstvertrauen, sie ist kommunikationsfreudig, lustig, kann laut und herzlich lachen und hat stets eine positive Ausstrahlung», sagte der Zunzger.

Dazu habe Hafner in all den Jahren stets an sich geglaubt und genau gewusst, was sie will: «Kein Weg war ihr zu weit, kein Aufwand zu gross», so Freiermuth weiter. Selbst Stürze im Eiskanal wertete der Redner nicht als negativ: «Nur wer am Limit fährt und so wenig wie möglich an den Lenkseilen des Bobs zieht, ist schnell unterwegs.»

Sabina Hafner, die vor 14 Jahren bereits einen Baselbieter Förderpreis erhielt, zeigte sich am Freitagabend erfreut über die Ernennung zur Baselbieter Sportpreisträgerin: «Die Auszeichnung ist der perfekte Schlusspunkt meiner Karriere», sagte Hafner. Sie spüre eine riesen Dankbarkeit. Das Gefühl sei wie damals nach ihrer letzten Fahrt als aktive Bobpilotin: «Ich wusste die Fahrt war nicht perfekt, aber ich habe alles gegeben und darf zufrieden sein.» Zufrieden mit sich selbst, zufrieden mit ihrer Karriere.

Förderpreise für zwei Einzel- und zwei Teamsportler

Vor Sabina Hafners Auszeichnung wurden an der stimmungsvollen Sportpreisverleihung des Sportamts Baselland in Pratteln vier Förderpreise vergeben. Damit werden junge, aufstrebende Sportlerinnen und Sportler geehrt, die möglicherweise erst am Beginn einer langen Karriere stehen, dennoch aber bereits mit ersten Erfolgen auf sich aufmerksam machen.

Balz Stückelberger, Präsident der kantonalen Leistungssport-Kommission und FDP-Landrat, durfte den mit je 5000 Franken dotierten Förderpreis an drei junge Frauen und einen Mann übergeben. Der 19-jährige Maispracher Finley Gaio, der die WMS-Sportklasse besucht, stellte in diesem Jahr einen Schweizer U20-Rekord auf und qualifizierte sich damit für die U20-Weltmeisterschaften im finnischen Tampere. Auch dort sorgte er für eine neue Schweizer Bestleistung: Der fünfte Platz war das beste Ergebnis, das je von einem Schweizer Leichtathleten an einer Junioren-WM erzielt wurde.

Ein junges Tennistalent

Ebenfalls aus dem Oberbaselbiet stammt die zweite Förderpreisträgerin: Joanne Züger aus Sissach. Die 18-Jährige gehört zu den 100 besten Nachwuchs-Tennisspielerinnen der Welt. Dies nicht zuletzt dank ihren Erfolgen in diesem Jahr. Sie nahm an den drei Junioren-Grand-Slam-Turnieren French Open, Wimbledon und US Open teil.

Zudem gewann die Schülerin der Matursportklasse an den U18-Europameisterschaften in Klosters die Bronzemedaille. In der internationalen WTA-Rangliste ist Züger auf dem besten Weg, in die Top 1000 vorzustossen.

Teamstützen der Elite-Nationalmannschaft

Mit Madlaina Matter und Maja Storck gewannen zwei Mannschaftssportlerinnen einen Förderpreis. Die 22-jährige Matter stammt aus Pfeffingen und ist Captain sowie dienstälteste Nationalliga-A-Spielerin beim Baselbieter Topclub Sm’Aesch-Pfeffingen. Jener Mannschaft gehörte auch Maja Storck aus Münchenstein an, bis sie im vergangenen Sommer in die deutsche Bundesliga wechselte und heute erfolgreich bei den Ladies in Black Aachen spielt.

Beide Volleyballspielerinnen gehören zu den Besten der Schweiz, wurden als „Youngster of the Year“ von Swiss Volley ausgezeichnet und sind unverzichtbare Teamstützen der Elite-Nationalmannschaft.

Anerkennungspreise für Rhönrad-Sportlerin und OL-Funktionär

Während die vier Nachwuchssportler erst am Anfang oder mitten in ihrer Laufbahn stecken, darf die Preisträgerin des Anerkennungspreises bereits auf ihre Aktivkarriere zurückblicken: Sabine Krumm aus Liestal. Die 33-Jährige turnt seit über 20 Jahren mit dem Rhönrad. Bereits als Elfjährige hatte sie ihre erste Medaille an Schweizer Meisterschaften gewonnen.

Im Laufe ihrer Karriere kam schliesslich achtmaliges Edelmetall an Weltmeisterschaften dazu, wovon sie sieben Medaillen im Team gewann. «Ihre Erfolge hat sie sich aber hart erkämpfen müssen», sagte Laudator Hannes Schweizer.

Der Landratspräsident sprach damit in seiner Rede die Schattenseiten von Krumms Karriere an, welche auch von Verletzungen geprägt wurde. Sogar an ihren letzten Weltmeisterschaften in Magglingen hat Krumm mit einem Teilriss der Oberschenkelsehne geturnt und gleichwohl zweimal Silber gewonnen: «Es ist ihr einmal mehr gelungen, im Wettkampf alles auszuschalten», sagte Schweizer weiter.

Sportfunktionär mit Leib und Seele

Neben ihrer Aktivkarriere setzte sich Krumm immer auch als Funktionärin für ihren Sport ein, genauso wie der zweite Anerkennungspreisträger: der Sissacher Urs Hofer, ein Sportfunktionär mit Leib und Seele.

In den vergangenen 35 Jahren hat sich Hofer in unterschiedlichen ehrenamtlichen Funktionen für den OL-Sport eingesetzt. Als Aktiver absolvierte er über 1000 Orientierungsläufe. Die Funktionärslaufbahn ist im Leben des 56-Jährigen ebenso hoch einzustufen. So wirkte er nicht nur bei zahlreichen nationalen Wettkämpfen im OK mit. «Je anspruchsvoller der Anlass, desto wichtiger die Funktion die Urs Hofer übernimmt», sagte Laudator Dieter Strub in seiner Rede.

Hofer war Trainer des Regionalkaders, gründete einen Verein für elektronische Zeitmessung und ist Technischer Delegierter des nationalen OL-Verbandes. Zudem unterstützte er als lizenzierter Event-Advisor des internationalen OL-Verbandes IOF seit 27 Jahren die Organisation von Weltmeisterschaften. «Urs Hofer ist der Schaffer im Hintergrund, der immer den Wettkampf in den Vordergrund stellt und nicht seine Person», würdigte Laudator Strub seinen Vereinskollegen der OL-Vereinigung Baselland.

Spezialpreis für Hertner

Diesem Verein gehört auch Fabian Hertner an. Der aus Pratteln stammende und heute in Winterthur wohnhafte Orientierungsläufer wurde bereits im Jahr 2010 mit dem Baselbieter Sportpreis ausgezeichnet.

Am Freitagabend wurde ihm zum Abschluss seiner erfolgreichen internationalen Laufbahn ein Spezialpreis verliehen: Dies nachdem Hertner an den OL-Weltmeisterschaften im Sommer 2018 zum Ende seiner Karriere nochmals zwei Medaillen feiern konnte. Er ist damit der weltweit erste und einzige Orientierungsläufer, der in allen fünf WM-Disziplinen eine Medaille gewonnen hat.

Akrobatik und A-Capella

Die öffentliche Verleihung des Baselbieter Sportpreises, organisiert vom Sportamt Baselland, stand nicht nur im Zeichen der acht geehrten Personen. Während rund zwei Stunden kamen die Gäste in den Genuss von vielseitiger Unterhaltung. So kam es in der Geschichte des kantonalen Sportpreises zu einer Premiere. Mit Sabine Krumm sorgte gleich eine Preisträgerin selbst für Spektakel auf der Bühne: Sie zeigte dem Publikum mit dem Rhönrad ihr Können.

Für Akrobatik sorgte auch Jason Brügger, Zirkus-Artist, Gewinner der Castingshow „Die grössten Schweizer Talente“ und ehemaliger Sportamt-Praktikant. Musikalisch wurde die Feier von den „Urstimmen“ umrahmt, eine Gruppe von vier Künstlerinnen und Künstlern, welche das Publikum mit vielseitigen und witzigen Kompositionen aus A-Capella und Schauspiel beeindruckte.