Michi Thoma ist gezeichnet. Nach dem Spiel seiner Basel MeanMachine gegen die Cineplexx Bluedevils verlaufen Schrammen quer über seinen Hals. «Halb so wild», sagt das 35-jährige American-Football-Urgestein aus Muttenz. Mehr hingegen schmerzt die 18:34-Niederlage seines Teams. «Wir wussten, wir würden kein Bein verlieren, wenn uns der Titelanwärter Bluedevils schlägt. Aber auf eine Überraschung haben wir dennoch gehofft.»

Fels in der Brandung

Die Bluedevils haben «etwa zehn Ausländer» in ihrem Kader, wie Thoma sagt, die «böse Maschine» MeanMachine spielt mit drei amerikanischen Collegespielern. Viele der Basler Footballer absolvieren erst ihre dritte Saison, davon die erste in der Nationalliga A. «Wir konnten in den Trainings nur aneinander üben. Heute haben wir gesehen, dass beim höheren Tempo in der NLA auch einfache Spielzüge noch nicht funktionieren.»

Michi Thoma hingegen hat schon ein paar Mal in der NLA gespielt. Als «Urgestein» betiteln ihn die zwei Jungs, welche die Eintrittsbillette verkaufen, «Fels in der Brandung» nennt ihn der Pommes-Frites-Verkäufer auf der Pruntrutermatte. 1992 startete Thoma seine American-Football-Karriere bei den Junioren der MeanMachine. Als es nur noch ein Basler Team gab, spielte Thoma für den Rivalen Gladiators, ehe er eine Pause einlegte. «Aber ich habe immer gesagt, wenn es wieder ein MeanMachine-Team gibt, werde ich erneut spielen.» Gesagt, getan. Der Linebacker amtet heute zudem als Defense Captain sowie als Teamverantwortlicher im Vorstand.

Fehlende Verstärkung

Auch wenn sich Thoma seit rund 15 Jahren den Gegnern in den Weg stellt, verpasste er noch nie verletzungshalber ein Spiel. «Ich habe höchstens mal nicht zu Ende gespielt wegen einer kleineren Sache», sagt Thoma. Im gestrigen Spiel erwischte es indes einen amerikanischen Teamkollegen: Mit bandagiertem Fussgelenk und Krücken stand dieser nach der Halbzeit am Spielfeldrand. «Das war aber mehr eine Vorsichtsmassnahme», sagt Thoma. Für das nächste Spiel sollte die Verstärkung wieder fit sein.

Mit seinem Team möchte Thoma die Playoffs erreichen. Dafür müsste sich die MeanMachine einen Platz unter den ersten Vier erkämpfen. Wobei: Die ersten zwei Plätze seien quasi an Ligakrösus Calanda Broncos und die Bluedevils vergeben. Aus der gestrigen Niederlage auf der Pruntrutermatte kann Basel MeanMachine «wichtige Schlüsse ziehen und individuelle Fehler noch ausmerzen». Denn am 17. April steht das Derby gegen den Vizemeister, die Gladiators beider Basel, auf dem Programm. Da würde eine MeanMachine-Niederlage mehr schmerzen als die gestrige 18:34-Schlappe. Und noch viel mehr als die Schrammen am Hals von Michi Thoma.