Eidgenössisches Turnfest
Breiten- und Leistungssport sind für Baselbieter gleichwertig

Am 75. Eidgenössischen Turnfest ist der Baselbieter Turnverband (BLTV) mit 4000 Turnern vertreten. Diese widmen sich in erster Linie dem Breitensport. «Aber einige unserer Starter haben Grosses vor», sagt Freddy Keller, Leiter Breitensport.

Willi Wenger
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Der Turnverein Ziefen mit seinem Spezialgerät «Schaukelringe».Junkov

Der Turnverein Ziefen mit seinem Spezialgerät «Schaukelringe».Junkov

Juri Junkov

Freddy Keller, Leiter Breitensport im BLTV, differenziert nicht zuletzt aufgrund dieser Tatsache die Ziele des Kantonalverbandes. «Ich bin mehr als zufrieden, wenn jeder Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten die definierten Ziele erreicht. Für viele Riegen ist allein nur schon das Mitmachen an einem Eidgenössischen eine Riesensache.» Keller sagt aber auch, dass es legitim, richtig und sogar notwendig sei, auch Leistung zu zeigen. «Einige unserer Starter haben Grosses vor», blickt der Gelterkinder auf die kommenden Tage.

In Festspiellaune sind mit Sicherheit die Männerturner aus Biel-Benken, haben diese doch den Titel zu verteidigen. Mit dabei bei den Leimentalern ist Verbandspräsident Gerhard Knecht, welcher in Biel sein zehntes Eidgenössisches bestreiten wird. «Ich freue mich mächtig auf dieses Glanzlicht. Wir werden alles geben, um zu reüssieren. Der Sieg ist letztlich unser Ziel», umschreibt der 69-Jährige die Ambitionen seiner Riege. Dennoch: Knecht gibt sich auch gelassen, indem er festhält, dass seine Mannschaft seit Frauenfeld vor sechs Jahren im Grossen und Ganzen zwar dieselbe sei, auf der anderen Seite alle aber sechs Jahre älter geworden seien.

Als Gegenpol zu den Senioren sind die Jugend im Allgemeinen sowie die jungen Erwachsenen zu nennen, bei welchen das Turnfestfieber zu «explodieren» droht. Geladen sind mit Sicherheit beispielsweise Jennifer Vögtlin und Angelika Schweizer vom Turnverein Liestal (TVL), die in der Sparte Gymnastik gemäss Prognose von Freddy Keller sehr zu beachten sein werden. Junge Frauen des TVL werden heute auch im Trampolinturnen mit Sicherheit das Mass aller Dinge sein. Schweizer Meisterin Simone Scherer, Sylvie Wirth und Viktoria Bosshard werden um den Sieg mitturnen.

Wer schliesslich punkten und erfolgreich sein wird, ist schwer zu sagen. Dennoch: Biel-Benken, Buus, Gelterkinden, Liestal, Thürnen, Tecknau, Wahlen, Bottmingen, Bennwil, Diegten sowie Wenslingen oder Ziefen, um nur einige zu nennen, sind Vereine, die nicht nur mitmachen wollen. Sie wollen punkten und sie steuern wenigstens Top-10-Platzierungen an. Alle sind sie zuversichtlich, auf der anderen Seite wird bei einem Misserfolg die Welt für die Baselbieter Turnerinnen und Turner nicht untergehen. Ihnen ist nämlich bewusst, dass sich 60 000 Teilnehmer eingeschrieben haben. Trotzdem: Auch STV-Zentralpräsident Hanspeter Tschopp ist voller Hoffnung. «Ich wünsche dem BLTV alles Gute, verbunden mit einem korrekten, unfallfreien Auftritt». Für Tschopp ist die Gesundheit vorrangig, viel wichtiger als jede Auszeichnung. «Denn», so der Baselbieter, «bei so vielen Teilnehmern kann jederzeit und immer etwas passieren.»

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