Beide Finalspiele boten nochmals allerfeinste Kost. Und wurden erst in einem Zusatzend entschieden. Gold ging an den Turnierfavoriten Kanada, das gegen Schottland mit 8:7 siegte. Im Spiel um Platz 3 gewann Schweden das skandi-navische Duell gegen Norwegen mit 9:8.

Eine Woche lang verkam Basel zum Curling-Mekka. Sicher, Curling ist nicht Fussball und vermag nicht die Massen zu mobilisieren. Aber Insider und Kenner sind sich einig, dass die Titelkämpfe in der St. Jakobshalle zu den bestorganisiertesten und in Europa meist besuchtesten Wettkämpfen waren.

Und das Basler OK mit Präsident Bruno Schallberger ist auf den Geschmack gekommen. Kaum war die WM am Ostersonntag beendet, wurde unter der Ägide von OK-Mitglied Conrad Engler, den beiden Weltmeistern Markus Eggler und Andreas Ostreich sowie Gaby Casanova, der Weltmeisterin des Jahres 1979, wurde ein Komitée gebildet, das die WM 2022 wieder nach Basel holen will.

Vorgängig aber zog Bruno Schallberger Bilanz über die Weltmeisterschaft 2012.

bz: Welches Fazit ziehen Sie von der WM 2012?

Bruno Schallberger: Während einer Woche sah man hochstehenden Curling-Sport auf allerhöchstem Niveau. Fast alle Partien verliefen ausgeglichen und waren bis zum letzten End spannend. Dies beweist, wie klein die Unterschiede der Top-Teams sind. Ich habe die letzten 20 Weltmeisterschaften vor Ort erlebt - und darf zurecht behaupten, dass vom Niveau her Basel zu den besten Turnieren gehört hat.

Wie sind Sie mit dem Zuschaueraufmarsch zufrieden? Die erhoffte Marke von 50'000 Besuchern wurde nicht erreicht...

Wir konnten insgesamt knapp 48'000 Zuschauer in dieser Woche begrüssen. Damit sind wir zufrieden. Dass es nicht 50'000 wurden, hat einen bestimmten Grund. Man darf nicht vergessen, dass Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen oder Cortina D'Ampezzo vor einigen Hundert Zuschauern ausgetragen wurden. Wir hatten an jedem Tag einen vierstelligen Publikumszuspruch.

Das schwache Abschneiden der Schweiz hat aber schon Zuschauer gekostet?

Sicher! Für uns war immer klar, dass die Schweiz sozusagen die Butter auf dem Brot war. Hätte die Equipe um Skip Jan Hauser um den Halbfinal-Einzug gespielt oder gar die Finalspiele erreicht, hätte man dies an der Tageskasse gemerkt. Da sie aber von Anfang an nicht auf Touren kamen und nie Chancen auf eine vordere Klassierung hatten, kam beim Gelegenheitsinteressierten für Curling keine Euphorie auf.

Finanziell sind Sie aber über die Runden gekommen?

Ja, weil wir bereits im Vorfeld unsere „Packete" und Arrangements verkauft hatten, stand von Beginn an klar, dass wir eine schwarze Null schreiben würden. Dennoch, mit 2000 mehr verkauften Tageskarten hätten wir gegen einen sechsstelligen Betrag eingenommen.

Gab es denn überhaupt keine Beanstandungen oder Reklamationen bei dieser WM?

Organisatorisch lief alles perfekt ab. Den grossen Stress hatten wir ja in den Tagen vor Beginn gehabt. Auch die Eisqualität war hervorragend. Doch, eine kleine Rekla-mation fällt mir jetzt ein. Ein Gast der VIP-Tische monierte die Qualität eines Berliners. Das war der einzige Kritikpunkt...