Fussball
Bubendorf gewinnt 2.-Liga-Derby gegen Oberdorf dank einem 15-Jährigen

Der B-Junior Silas Schneider schiesst die Bubendörfer in der 93. Minute zum 3:2-Derbysieg in der 2. Liga regional gegen Oberdorf. Zur Pause hatte der FCO mit einem 2:1-Vorsprung noch die Nase vorne.

Céline Feller
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Oberdorfs Emanuele Papale (re) gegen Bubendorfs Gregory Wyttenbach (l.)

Oberdorfs Emanuele Papale (re) gegen Bubendorfs Gregory Wyttenbach (l.)

Kenneth Nars

Das Phänomen des Derbys gehört mit zum Faszinierendsten, was der Fussball zu bieten hat. Der ehemalige schottische Nationalspieler John Collins sagte einst: «Ein Derby ist etwas Einzigartiges und in seinem Verlauf völlig unvorhersehbar.» Es gibt wohl keine Worte, die das Geschehen von diesem Oberbaselbieter-Derby besser beschreiben könnten. Schon im Hinspiel wusste die Affiche die Massen zu begeistern, als die Bubendörfer den Gast mit einer 7:2-Packung nach Hause schickten. Ein so deutliches Verdikt durfte dieses Mal nicht erwartet werden. Seit dem Cup-Out der Gelb-Blauen scheint bei der Ercedogan-Truppe etwas die Luft draussen zu sein.

Und nach den ersten 45 Minuten sah die Situation, gelinde gesagt, nicht besser aus. Oberdorf wollte mehr, kämpfte mehr, und führte zur Pause folgerichtig mit 2:1, nachdem der erneut starke Krattiger seine Farben bereits nach vier Minuten in Führung schoss. Und auch das zweite Tor verbuchte der Mittelfeld-Akteur nur wenige Minuten später. Das Geschehen der zweiten Hälfte ist eine Geschichte für sich. Man hatte das Gefühl, als wäre es eine neue Partie. Mit dem Anpfiff kroch die Sonne hinter den Wolken hervor, küsste die Akteure der Gäste mit ihren Strahlen wach und hauchte dem bislang zwar intensiven, aber nicht derbywürdigen Spiel endlich das gewisse Etwas ein. Jetzt war endlich Derby-Zeit im Oberbaselbiet.

Der Kampf, die Leidenschaft und die Emotionen gewannen die Überhand. Und Bubendorf zeigte, warum sie verdient auf dem 3. Tabellenrang dieser äusserst starken 2. Liga stehen. Mit dem 2:2-Ausgleichstreffer und seinem sechsten Saisontreffer in der 57. Minute lancierte Bubendorf-Captain Tobias Wahl das Spiel erst recht. Von nun an spielte nur noch Gelb-Blau. Unzählige Chancen wurden jedoch teils kläglich verhauen.

Doch ab der 66. Minute lag der Fokus nicht mehr auf diesem elektrisierenden Spiel. Es war die Personalie Silas Schneider, die fortan das Interesse der Anwesenden auf sich zog. Wer ist dieser Junge? Nur die wenigsten schienen ihn zu kennen. Silas Schneider, unglaubliche 15 Jahre jung, B-Junior. Innert weniger Tage genoss er bereits das zweite Mal das Vertrauen von Trainer Ercedogan. «Er ist ein riesen Talent. Heute hatte ich es im Gefühl, dass er es schaffen kann.» Und er sollte recht behalten.

Als die Meisten die Partie bereits als Spiel der vergebenen Chancen abstempelten, schrieb der Fussball wieder einmal eine seiner wunderschönen Geschichten. In der 93 Minute drosch Schneider, abgeklärt als würde er seit Jahren nichts anderes tun, den Ball in die Maschen. 3:2 für Bubendorf, das Spiel gedreht und den Gegner ins Jammertal und in den Kampf um den Ligaerhalt geschossen.