Eine direkte rote Karte für eine Schiedsrichterbeleidigung sieht man im Fussball nicht alle Tage. Beim 2. Liga Spiel auf der Frenkendorfer Sportanlage Kittler war es aber doch wieder einmal so weit: Bubendorfs Stürmer Pleurat Lepaja erzielte aus durchaus offsideverdächtiger Position das 2:0 für das Gästeteam. Frenkendorfs Alessandro D’Angelo machte diese Entscheidung so zu schaffen und er brachte anschliessend seine Enttäuschung wörtlich zum Ausdruck.

Es sei keine jedoch schlimme Beleidigung gewesen, beteuerte D’Angelo, doch anscheinend reichte es Schiedsrichter Brunner für einen Platzverweis. Diese Szenen ereigneten sich nach gut einer halben Stunde. Kurz zuvor erzielte Nicola Brügger mit einem Schuss von der Seite die Führung für die Bubendorfer. Beide Tore wurden von Diego Stoll vorbereitet. Der Ex-FCB-Junior kehrte nach halbjähriger Pause im Winter wieder zu den Bubendorfern zurück und leitet sogleich die Fäden im Mittelfeld seiner Mannschaft.

Frenkendorf reagierte in der Pause

Auf die zweite Hälfte reagierte das Frenkendorfer Trainerduo Cardoso/Goncalves und stellte auf eine Dreierkette um, was sich prompt auszahlte. Bereits 50 Sekunden nach der Pause erzielte Riccardo Costanzo mit einem sensationellen Weitschuss aus 30 Metern den Anschlusstreffer. Trotz Unterzahl bestimmte von nun an die Heimequipe das Spielgeschehen auf dem Platz. Wenige Minuten nach dem 1:2 hatte Vasilios Kentis den Ausgleich auf dem Fuss, doch er scheiterte an FC Bubendorf-Goalie Hanafi.

«Auftritte geben mir Hoffnung»

Schliesslich kam es, wie es kommen musste. Durch einen dummen Fehler in der Frenkendorfer Abwehr erzielte Lepaja mit seinem zweiten Treffer das 3:1 und sorgte für die Entscheidung. Osmanis Anschlusstreffer kam zu spät. Somit bleibt der FC Frenkendorf noch knapp über dem Strich. Über den Ligaverbleib werden jedoch die letzten vier Meisterschaftsspiele entscheiden. «Wenn ich sehe, wie wir gegen höher klassierte Mannschaften spielen, habe ich Hoffnung und denke wir werden es schaffen», stellte Marco Goncalves nach der Partie fest, «sogar in Unterzahl konnten wir unser Spiel durchziehen.» Ganz klar unbefriedigend sei jedoch die Chancenauswertung seiner Jungs gewesen.

«Ruhig geblieben»

Ergün Ercedogan verlangte von seinem Team es solle vor allem die Ruhe bewahren. «Ich wollte, dass wir sauber unser Spiel durchführen und uns nicht auf allfällige Provokationen einlassen», erklärte der FCB-Trainer, dessen Taktik am Ende gut aufging. Nach dem Halbfinal-Out im Basler Cup war die Luft etwas draussen bei den Bubendorfern, doch mit nun zwei Siegen hintereinander hat sich das Team etwas gefangen und sich damit den dritten Tabellenrang vorerst gefestigt.