2. Liga regional
Bubendorf ringt den Favoriten nieder

Die überraschend schwache AS Timau verliert gegen Aufsteiger Bubendorf mit 2:3. Die Favoriten der AS Timau hatten den Neuling viel zu lange gewähren lassen. Bubendorf wusste seine Chancen zu nutzen.

Céline Feller
Merken
Drucken
Teilen
Bubendorfs Höhenflug hält weiter an: Timaus Mesut Sarikabayi (vorne) gegen Noah Ulrich.

Bubendorfs Höhenflug hält weiter an: Timaus Mesut Sarikabayi (vorne) gegen Noah Ulrich.

Giuse Esposito

«Für einmal sind wir mit einem Punkt zufrieden», liess Bubendorf-Trainer Hanspeter Stoll vor dem Spiel gegen die AS Timau wissen. Denn die Stadtbasler haben sich nach einer hervorragenden letzten Saison noch einmal verstärkt und gelten als Mitfavorit für den Aufstieg. Somit schien für viele vor dem Spiel schon klar, wie die Partie ausgehen würde. Hinzu kam, dass das Heimteam zurzeit von Verletzungssorgen geplagt ist. So kam es, wie es kommen musste. Bereits nach sieben Minuten konnte Marco Aluisi nach einem Fehler der zu Beginn äusserst unruhig wirkenden Bubendörfer Defensive den Führungstreffer erzielen.

Timaus Schwäche ausgenutzt

Die frühe Führung der Gäste war für die Baselbieter aber keineswegs
ein Grund, die Köpfe hängen zu lassen. Gerade mal sieben Minuten später glich der stark spielende Timo Haller mit einem unhaltbaren Distanzschuss aus. In der Folge war es das Heimteam, welches das Zepter in die Hand nahm.

Timau trat überraschend schwach auf und konnte nicht wie erwartet dominieren. «Viele unserer Spieler sind erst heute oder in den letzten Tagen aus den Ferien zurückgekehrt», erklärte Oscar Tato, Co-Trainer von Timau. Somit fehlten die Automatismen aufseiten der Gäste, und Bubendorf wusste dies gekonnt auszunützen. In der 34. Minute zahlte sich ihr Pressing aus: Pius Kaderli konnte nach einem Eckball und einer Unsicherheit vom ansonsten sicheren Torhüter Benjamin Manser zum 2:1 einköpfen.

In der 40. Minute kochten dann die Emotionen hoch. Bubendorf-Captain Tobias Wahl wurde im Strafraum elfmeterwürdig gehalten, doch der Unparteiische ahndete das Foulspiel nicht. Die Reaktion des eingespielten Aufsteigers liess dann aber nicht lange auf sich warten. Der gerade erst von einer Verletzung genesene Yannick Gruel nützte in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen kapitalen Rückpass-Fehler der Timau-Abwehr aus, umspielte Torhüter Manser und erhöhte zum 3:1-Pausenresultat.Trainer Raimondo reagierte auf den unerwarteten Halbzeitstand und brachte für den zweiten Durchgang den Top-Neuzugang Nicola Sibilia im Sturm. Doch erneut konnten vor allem die Blau-Gelben aus Bubendorf in den ersten Minuten die offensiven Akzente setzen.

Gäste zu spät erwacht

In der 50. Minute hätte Gruel gar das alles entscheidende 4:1 erzielen können, doch Manser konnte den unplatzierten Lob parieren und hielt somit sein Team im Spiel. Nun schienen die Gäste wachgeschüttelt. Trotz der Gluthitze rappelte sich Timau auf und erzielte in der 63. Minute – erneut durch Aluisi – den Anschlusstreffer. In der Folge setze der Favorit alles dar-
an, wenigstens noch einen Punkt mit nach Hause zu nehmen. Doch daraus wurde nichts. Die Abwehrkette der Bubendörfer liess sich nicht aus der Ruhe bringen, und somit blieb es auch nach einer hitzigen Schlussphase beim 3:2. Die Aufsteiger aus dem Baselbiet machen also weiter, wo sie letzte Saison aufgehört haben. Timau hingegen steht nach zwei Spieltagen nicht mit erwarteten sechs, sondern nur mit einem Punkt da und muss sich in den nächsten Spielen gehörig steigern, wollen sie ihrer Favoritenrolle gerecht werden.

Bubendorf-Trainer Stoll war überglücklich über den Ausgang des Spiels. «Das war wirklich nicht zu erwarten, ich bin einfach nur überglücklich. Nach dieser ersten Halbzeit geht das Resultat auch vollkommen in Ordnung», sagte Stoll. Auch Tato musste geknickt eingestehen, dass seine Mannschaft einfach nicht bereit war: «Wir haben die erste Hälfte verschlafen. Es ist wirklich enttäuschend.» Der Torschütze zum 3:1, Yannick Gruel, zeigte sich äusserst zufrieden: «Sie haben ein sehr gutes Team, aber am Ende siegte unsere Klasse. Zu Hause sind wir einfach eine Macht.» Die Partie hielt, was sie versprach. Es war ein Leckerbissen für die Zuschauer. Interessant wird daher sicher auch der 15. September, wenn die beiden Mannschaften im Basler-Cup erneut aufeinandertreffen. Dann werden die Blau-Gelben wohl auf ein eingespielteres und gefährlicheres Timau treffen.