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Bubendorf wechselt den Trainer - das überrascht die Meisten

Ergün Ercedogan (r.) und sein Bruder verlassen den FC Bubendorf.

Ergün Ercedogan (r.) und sein Bruder verlassen den FC Bubendorf.

Das Trainer-Duo Ercedogan hört beim Zweitligisten Bubendorf überraschenderweise auf. Nun übernimmt Marc Wahl, bisher Trainer der zweiten Mannschaft.

Die Spieler der ersten und zweiten Mannschaft des FC Bubendorf staunten nicht schlecht, als ihnen vor wenigen Tagen ihr Präsident Philippe Brügger den Abgang von Trainerduo Ercedogan im Sommer verkündete. Noch grösser wurden die Augen, als ihnen als Nachfolger, der im Verein als Reizfigur bekannte Marc Wahl, präsentiert wurde. Ein Mann, der polarisiert.

Wurde den Gebrüdern Ercedogan die zuletzt nicht mehr ganz so überzeugenden Auftritte zum Verhängnis? Gab es interne Querelen? Ergün Ercedogan wiegelt sofort ab: «Mit sportlichen oder zwischenmenschlichen Problemen hat das überhaupt nichts zu tun. Ich starte im Sommer eine zweijährige Ausbildung zum Industriemeister Pharmazie.» Er sei seit über 15 Jahren nicht mehr in der Schule gewesen und könne daher nicht abschätzen, wie gross der Aufwand fürs Lernen sein wird. Entsprechend möchte er sich komplett auf seine Ausbildung fokussieren.

Umstrittener Nachfolger

Präsident Brügger bedauert den Entscheid, hat mit Marc Wahl aber bereits einen Nachfolger gefunden. Pikant: Wahl aspirierte bereits vor zwei Jahren für der Trainerposten der ersten Mannschaft, wurde aber nicht berücksichtigt, was beinahe zum Zerwürfnis mit Präsident Brügger führte. «Ich bin ein sehr ehrgeiziger Mensch und setze alles daran, zu bekommen, was ich will, deshalb war ich im ersten Moment sehr enttäuscht», sagt Wahl. «Man sagte mir, ich sei noch zu jung und zu unerfahren.»

Wahls Chance kommt doch noch

Brügger konnte Wahls Enttäuschung gut nachvollziehen: «Jeder ist enttäuscht, wenn er für einen Posten nicht berücksichtig wird, aber wir hatten damals das Gefühl, dass ein externer Trainer dem Team gut tun würde.» Wahl zog sich sogar einen Moment lang vom Verein zurück, brachte sich in verschiedenen Funktionen beim SV Sissach ein und nutzte die Zeit, um weitere Trainerdiplome zu sammeln. Dann kehrte er als Trainer der zweiten Mannschaft zurück zum FC Bubendorf und brachte sich sukzessive in die Position fürs Fanionteam. Brügger blieb nun kaum eine andere Wahl, als den aufmüpfigen Nachwuchstrainer ins «Eins» zu berufen: «Das stimmt nicht. Wir hatten vier Kandidaten auf dem Zettel und uns nach dem Evaluationsverfahren einstimmig für Marc entschieden.»

Zusammenarbeit mit Explosionsgefahr

Wie auch immer: Man darf auf jeden Fall gespannt sein, wie sich die Zusammenarbeit der beiden charismatischen Protagonisten entwickeln wird. Dazu Brügger: «Erfolgreiche Trainer sind nicht immer die einfachsten. Ich bin es durchaus gewöhnt, mit solchen Persönlichkeiten umzugehen und freue mich auf zahlreiche Auseinandersetzungen.»

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