Fussball
Budget nicht genehmigt: Vorstand des FC Liestal muss über die Bücher

An der Generalversammlung des FC Liestal meldete sich kein Gegenkandidat für das Präsidium. Der Vorstand bleibt im Amt. Sein Antrag auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge und das Budget für die Saison 2014/15 fielen indes durch.

Andreas Fretz
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Acht Jahre lang war Patricia Schönenberger an der Spitze des FC Liestal. dfs/Archiv

Acht Jahre lang war Patricia Schönenberger an der Spitze des FC Liestal. dfs/Archiv

Dean Fuss

Die 118. Generalversammlung des neuntältesten Fussballclubs der Schweiz wird als eine der kontroversesten, längsten und bestbesuchten in Erinnerung bleiben. Knapp vier Stunden dauerte der Anlass im KV-Saal in Liestal. Alleine die Festlegung des absoluten Mehrs dauerte 40 Minuten, nachdem Tagespräsident Jürg Gerig den Verdacht äusserte, dass nicht alle, die im Besitz einer Stimmkarte sind, auch tatsächlich stimmberechtigt sind. So sank die Zahl der Stimmberechtigten zunächst von 96 auf 94, ehe sie nach einer Nachzählung zur allgemeinen Verwunderung auf 99 stieg. Zum Vergleich: An der GV vor einem Jahr waren 52 Simmberechtigte anwesend.

Vorstand nicht entlastet

Die Jahresrechnung der Saison 2013/14 wurde genehmigt, der Vorstand allerdings nicht entlastet, was einem ersten Misstrauensvotum gleichkam. Denn der Gewinn von 1493 Franken kam nur dank der Auflösung stiller Reserven zustande. Anders formuliert: Ohne Bilanzkosmetik hätte man Verlust geschrieben.

Für viel Zündstoff sorgte wie erwartet der Antrag auf Erhöhung der Mitgliederbeiträge. Dieser wurde denn auch mit 61 Gegenstimmen klar abgelehnt. Der Entscheid hatte unmittelbare Auswirkungen auf das Budget 2014/15. Denn darin waren 40 000 Franken – generiert durch die Erhöhung der Beiträge – miteingerechnet. Ohne Erhöhung schreibt der Verein ein Minus von 37 000 Franken. Damit droht Zahlungsunfähigkeit. «Bei einem Kapital von 27 539 Franken und einem Minus von 37 000 Franken kann man die Bilanz gleich deponieren», lautete ein Votum aus dem Saal. Das Budget 2014/15 wurde somit nicht genehmigt.

Der Vorstand muss noch einmal über die Bücher und an der ausserordentlichen GV im März 2015 ein neues Budget präsentieren. Der Vorstand um Präsidentin Patricia Schönenberger wurde bestätigt, neu sind Urs Hipp und Benjamin Brencklé im Gremium.