Wenn es am Dienstagabend wieder laut wird im Squash-Center der Carnivals in Liestal, dann sind die NLA- und NLB-Frauen am Werk und hämmern sich die Bälle um die Ohren. Trainiert wird oft gemeinsam, denn von den NLA-Frauen trainieren nicht immer alle in Liestal, weil der Anfahrtsweg zu weit wäre. So auch Sara Guebey, Nummer eins des NLA-Teams und schweizweit die Nummer zwei. Daher verteilt die Trainerin, Bea Walser, allen Spielerinnen Trainingspläne.

«Nicht ganz einfach die Übersicht zu behalten»

Stehen die NLA- und NLB-Frauen gemeinsam auf dem Trainings-Court, sieht man Erstaunliches. Da spielt die 13-jährige Céline Walser, Tochter von Bea Walser, gegen die Sport-Gymnasiastin Nadia Pfister, welche in der NLA und der NLB aktiv ist. Dem Laien fallen keine frappanten Unterschiede auf. Die 13-Jährige spielt denn auch bereits in der NLB. Das Squash-Gen scheint die Schülerin von ihrer Mutter Bea geerbt zu haben. Das Jungtalent will denn im Squash noch einiges erreichen.

Im Training mit den Carnivals Liestal (Squash: NLA und NLB)

Im Training mit den Carnivals Liestal (Squash: NLA und NLB)

Die Situation von Nadia Pfister gestaltet sich derweil insofern speziell, als dass sie in der NLA und der NLB eingesetzt wird. «Sie darf nicht in der gleichen Runde für beide Teams spielen, aber da einige Daten verschoben wurden, ist es zum Teil nicht ganz einfach, die Übersicht zu behalten», erklärt Trainerin Bea Walser die Situation.

10 bis 15 Stunden Training in der Woche

Nadia Pfister tanzt aber gerne auf zwei Hochzeiten. Die ehrgeizige Sportlerin will schliesslich immer besser werden, wie sie sagt. Darum trainiert sie 10 bis 15 Stunden in der Woche. «Ich bin froh, dass ich vergangenen Sommer in die Sportklasse des Gymnasiums Liestal eintreten konnte. Jetzt habe ich zehn Stunden weniger Schule und die nutze ich, um mich im Squash weiter zu verbessern», erzählt die zweifache Vize-Junioren-Schweizer-Meisterin nach dem intensiven Training.

«In der Sek war das leider nicht so und ich musste einen riesigen bürokratischen Aufwand auf mich nehmen, wenn ich an ein Turnier wollte oder sonst fehlen musste. Am Sport-Gymi ist das einfacher, da haben auch die Lehrer viel Verständnis», bemerkt die talentierte Squasherin, die seit zwei Jahren im Leistungssport aktiv ist.

Grüsse von der Tabellenspitze

In der aktuellen Meisterschaft schlagen sich die NLA-Squasherinnen aus Liestal hervorragend und grüssen momentan von der Tabellenspitze. Auch die NLB-Frauen belegen Rang ein der Meisterschaft. Kürzlich lag sogar ein Sieg gegen das junge Team von Uster drin, was für die NLA-Frauen aus Liestal eher überraschend kam. Zudem erhält das Team bald wieder Verstärkung von Trainerin Bea Walser. Sie will künftig wieder mehr ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Die fehlende Spielpraxis holt sie sich in einigen anstehenden Turnieren.

Doch wie siehts denn eigentlich beim Nachwuchs aus? «Es wäre schön, wenn wir mehr Junioren hätten. Da hinken wir in Liestal wirklich hintendrein. Momentan kommen die meisten jungen, guten Spielerinnen und Spieler aus den Regionen Zürich und Luzern», meint Bea Walser dazu. «Es ist eine abwechslungsreiche und schnelle Sportart. Man braucht Kondition, Kraft und muss auch mental stark sein», liefert Walser die Gründe, warum man Squash spielen sollte, gleich mit. «Squash isch guet zum Schwitze», meint eine NLB-Spielerin mit hochrotem Kopf nach dem Training, und lacht.