Super League

Champagner im Gesicht und zwei Sterne auf der Brust

2:1-Sieg gegen Luzern: Der FCB setzt sich in Luzern die Krone auf.

2:1-Sieg gegen Luzern: Der FCB setzt sich in Luzern die Krone auf.

Nach 30 Runden, so frühzeitig wie erst einmal, steht der FC Basel als Schweizer Meister fest. Zum 20. Mal in der Klubgeschichte, zum achten Mal in Folge. Die Dominanz der Rotblauen im Schweizer Fussball ist erdrückend.

Sie liegen sich in den Armen. Im Kreis hüpfend. Es ist 21.36 Uhr, als die Meisterschaft 2016/17 entschieden ist. Der achte Meistertitel in Serie für den FCB, der 20. insgesamt. Während das Team freudetorkelnd zu den Fans im Gästesektor geht, werden die Meister-Shirts gebracht. Rot sind sie mit zwei gelb-orangen Sternen auf der Brust. Das Symbol für den 20. Titel.

Kaum jemand hat ernsthaft daran gezweifelt, dass  irgendein Team diesen Triumph strittig machen könnte, trotzdem sagt Präsident Bernhard Heusler später in den Katakomben der Swissporarena: «Für uns war das alles andere als eine leichte Sache, jeder Match war eine grosse Herausforderung. Wir wissen alle, dass es schwierig wird, wenn man einer Mannschaft Ausreden gibt. Und zuletzt, mit dem Führungswechsel und der Trainerdiskussion hätte es etliche gegeben.» Das Team aber habe Persönlichkeit, Zusammenhalt und sei hoch professionell.

Davide Callà trägt die Champagnerflaschen aufs Feld. Vor ihm schreien seine Kollegen mit den Fans die Freude aus dem Leib. Er verteilt die Flaschen, Manuel Akanji schnappt sich eine, Renato Steffen auch. Und dann beginnt der Champagnerreigen. Es knallen die Korken, es sprudelt die Erleichterung aus den Flaschen. Eine Umarmung hier, breites Grinsen dort. Als das Team nach dem 2:1-Triumph gegen Luzern in die Kabine stolziert, tropft Champagner und Schweiss von den Köpfen der Spieler. Doch Sportdirektor Georg Heitz besteht darauf, dass die Spritzer auf seiner Jacke blosses Wasser seien: «Ich bin genug lange im Geschäft, um zu wissen, wann ich mich in die Kabine zurückziehen muss», sagt er mit einem Lachen. «Wenn die Spieler dann dorthin kommen, haben sie ihr Pulver verschossen, das heisst den Champagner verspritzt.»

Es ist eine Derniere für ihn. Genauso wie für Präsident Bernhard Heusler. Im Sommer machen sie Platz für die Neuen, Präsident Bernhard Burgener und Sportdirektor Marco Streller. Heitz gibt zu, dass es irgendwie komisch sei, kaum mehr etwas zu tun zu haben, während zwei Büros nebenan Marco Streller die kommende Saison plant. Auf Hoch touren. Er spricht davon, wie uner wartet stark diese Saison sei. So früh schon Meister, praktisch keine Baisse, konstant gute Leistungen mit ein paar kleinen Ausnahmen. Er wirkt abgeklärt, gefasst.

Bernhard Heusler: "Nun dürfen wir nachhause gehen und mit den Fans feiern. Besser geht es nicht"

Bernhard Heusler: "Nun dürfen wir nachhause gehen und mit den Fans feiern. Besser geht es nicht"

Die Basler machen in Luzern den Sack zu. Der 20. Meistertitel und der zweite Stern sind Tatsache. Noch-Präsident Bernhard Heusler freut sich sichtlich, dass der FCB nun gemeinsam mit den Fans auf dem Barfi an der "spontanen" Meisterfeier feiern kann.

Ganz anders Bernhard Heusler. «Ich hätte es nicht erwartet, aber jetzt ist es doch sehr speziell», sagt er. Zwar versucht er, die Emotionen zu kontrollieren, doch man hört und spürt, dass ihn dieser Moment bewegt. Er sagt: «Es gibt viele Klubpräsidenten, die genauso hart arbeiteten wie ich und denen es nie vergönnt war, Meister zu werden. Daher bin ich in erster Linie dankbar.»

Champagner-Dusche für Renato Steffen

Champagner-Dusche für Renato Steffen

Nach dem 2:1-Sieg gegen Luzern ist der FC Basel frühzeitig Schweizer Meister. Es ist der achte Titel in Folge und der 20. insgesamt. Renato Steffen steht den Journalisten Red und Antwort - bis sein Teamkollege Taulant Xhaka mit dem Champagner kommt.

Während er sich in den Teambus zurückzieht, wird Renato Steffen von Kumpel Taulant Xhaka mit Champagner geduscht. Und die lauschenden Reporter gleich mit. Aus der Kabine sind die Jubelschreie der Spieler zu hören. Es ist geschafft. Im zweiten Anlauf machen die Basler den Sack zu. 2:1-Sieg in Luzern dank Toren von Doumbia und einem herrlichen Steffen-Schlenzer. Der Anschlusstreffer von Marco Schneuwly kommt zu spät. Die Meisterparty läuft.

Irgendwie lag es in der Luft. Wie der Raclette-Duft, der in Schwaden über den Köpfen der Fussball-Fans hing vor dem Spiel. Noch am Morgen hingen die  Wolken tief über der Innerschweiz. Matschiger Schnee lag auf den Strassen. Am Nachmittag riss der Himmel auf. Kurz vor dem Spiel schien die Sonne, Bier dosen säumten die Strassen auf dem Weg zum Messegelände in Luzern. Alles war bereit für die grosse Sause.

Und der FCB liefert, so wie er in den vergangenen Jahren immer geliefert hat. Gleich zu Beginn das erste Tor, die ersten Sprechchöre: «Wär nid gumpet, isch ke Basler, hei, hei, hei!» Unter dem Stadiondach quillt Rauch hervor. Rot flackernd von den Pyros der Fans. Der Rausch beginnt früh und er dauert lang. Kurz vor 23 Uhr fährt der Bus der Basler los. Richtung Heimat, ab zum Barfi, zur grossen Party. Für manch einen wie Torschütze Doumbia die erste Meisterfeier in der Schweiz. Für andere die letzte. Auf jeden Fall eine unvergessliche.  

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