Dass er im heutigen Test gegen Dynamo Kiew auf jenes zurückgreift, das er in seinem ersten Spiel mit dem FCB in Luzern wählte und damit danebengriff, ist unwahrscheinlich. Denn, so Yakin, die Zeit des Einstudierens und Pröbelns ist vorbei. Gegen die Ukrainer lässt er jene 14 bis 15 Spieler laufen, mit denen er – Stand jetzt – auch für den Rückrundenauftakt am 10. Februar gegen Sion plant. Gleichzeitig bietet sich die Partie an, die Europa-League-Spiele gegen Kiews Ligarivalen Dnjepr Dnipropetrowsk zu simulieren.

Lieber einen Linksfuss

Knapp die Hälfte der elf Plätze scheint vergeben. In der Viererkette vor Goalie Yann Sommer ist einzig die Besetzung der linken Verteidigerposition offen. «Steini (Markus Steinhöfer; d. Red.) hat es bisher gut gemacht, aber er ist Rechtsfüsser. Ich hätte dort lieber einen Linksfuss», so Yakin. In den Partien gegen Bukarest (1:1) und Budapest (2:2) absolvierte Joo-Ho Park 158 von möglichen 180 Minuten. Ein Hinweis darauf, dass der Südkoreaner nach seiner schwierigen Vorrunde eine neue Chance erhält. Steinhöfers Vertrag läuft am Ende der Saison aus, die Zukunft des Deutschen ist offen.

Bobadilla in Rückrunde wichtig

Die Härtefälle tauchen in den Reihen weiter vorne auf. Gesetzt sind einzig Neuzugang Serey Die (Yakin: «Er stabilisiert das Team. Die Mannschaft spürt, dass sich mit ihm etwas verändert hat») und Valentin Stocker sowie im Sturmzentrum Marco Streller. In der Zentrale kämpfen Cabral, Marcelo Diaz, Fabian Frei und Gilles Yapi um einen Platz in der ersten Elf. Auf rechts duellieren sich David Degen und Mohamed Salah, links Alex Frei und Raul Bobadilla, wobei der Argentinier wegen seiner Sperre erst ab dem sechsten Rückrundenspiel zur Verfügung stehen wird. «Wenn wir Raul dann sehnsüchtig erwarten würden, hätten wir bis dahin etwas falsch gemacht. Er wird in der Rückrunde wichtig sein, vor allem aber ist er eine Verpflichtung für die Zukunft», sagt Yakin.

Yapi vor Abschied?

Die Verträge von Cabral und Gilles Yapi laufen aus. Ersterer muss sich zu Beginn der Rückrunde angesichts Yakins Begeisterung für Serey Die mit einem Platz auf der Ersatzbank begnügen. Was den Dauerläufer aus der Vorrunde bei seiner Entscheidungsfindung über die Zukunft beeinflussen dürfte. Bei Yapi stehen die Zeichen für den Sommer auf Abschied, entschieden ist noch nichts. Über das fussballerische Potenzial des feingliedrigen Ivorers kann es keine zwei Meinungen geben – er bringt alles mit für die Rolle des Regisseurs. Doch Yapi wird am 30. Januar 31 Jahre alt – für viel Geld verkaufen wird man ihn nicht mehr. Zudem gehört er zu den Topverdienern des FCB-Kaders. In der Rückrunde ist Yapi noch einmal viel zuzutrauen, jetzt, wo er mit Landsmann Serey Die einen spielstarken Abräumer an seiner Seite hat.

Möglich, dass er im Sommer von Mohamed El Nenny beerbt wird. Nach dem Trainingslager wird der ägyptische Testspieler, an dem Yakin Gefallen gefunden hat, erst einmal zurück in sein Heimatland fliegen. Angesichts der Klasse des 20-Jährigen muss der FCB den Transfer El Nennys so schnell wie möglich eintüten – sofern der FCB ihn überhaupt will. Yakin vielsagend: «Ich bin gewohnt, dass in Basel die Entscheidungen schnell gefällt werden.»

Grauen vor den Trainingsplätzen

Die Zwischenbilanz des Trainers drei Tage vor der Heimreise ist positiv, «einzig mit dem starken Wind hatten wir Pech.» Schon heute graut dem 38-Jährigen vor den schlechten Trainingsplätzen in Basel, auf denen der FCB ab Montag wieder üben wird. «Hier in Spanien waren die Plätze wenigstens grün. Der FCB sollte diesbezüglich höhere Ansprüche haben, aber das Problem ist ja kein Neues.»