Briefe für Tokio

Christian Kirchmayr: «In Uganda gibt es keine Quarantäne»

Christian Kirchmayr.

Christian Kirchmayr.

Vier Basler Sportler, ein grosser Traum. Jason Joseph, Salome Lang, Laura Stähli und Christian Kirchmayr wollen an die Olympischen Spiele 2020 in Japan. In regelmässigen Abschnitten schreiben sie uns Briefe von ihren Erlebnissen.

10 Wochen, 8 Turniere. So sieht mein Endspurt für die Olympia-Qualifikation aus. Nach einer längeren Trainingsphase startete ich vergangene Woche in Uganda ins Rennen um die letzten noch zu vergebenden Ranglistenpunkte. Uganda ist sicherlich nicht gerade das Land, welches einem im Zusammenhang mit Badminton in den Sinn kommt. Doch um die bestmögliche Chance auf Ranglistenpunkte zu haben, verschlägt es uns Spieler nun mal auch in entlegene Destinationen. Dinge wie tägliche Stromausfälle, Löcher im Stadiondach und Malaria-Prophylaxe gehören dann einfach dazu. Jeder versucht, so gut wie möglich damit umzugehen, um trotzdem die bestmögliche sportliche Leistung abzurufen.

Eigentlich hätte ja das Turnier im Iran vor drei Wochen den Anfang dieser letzten Phase machen sollen. Doch aufgrund der politischen Lage hatte der Weltverband Mitte Januar entschieden, das Turnier nicht als Olympia-Qualifikationsturnier zu zählen. Und was die Iran-Krise vor einem Monat war, ist jetzt das Corona-Virus. Die Chinesen können zurzeit an keinem Turnier starten. Der Weltverband musste Turniere in China und Hongkong absagen. Für mich hat das im Moment noch keinen grossen Einfluss. Für das Turnier in Uganda hatte sich ohnehin kein Chinese gemeldet. Aber an den Swiss Open in Basel im März werden die Chinesen wieder dabei sein. Geplant ist vom chinesischen Verband nämlich ein zweiwöchiges Quarantäne-Trainingslager in England, um danach die grossen europäischen Turniere spielen zu können. Verrückt.

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