Schwingen
Christian Stucki am Fraumatt-Schwinget mit dabei

Er ist fast zwei Meter gross und bringt 142 Kilo auf die Waage. Der 31-jährige Berner heisst Christian Stucki und wird am 8. Fraumatt-Schwinget in Oberwil BL am Samstag, 13. August, sein Comeback geben.

Merken
Drucken
Teilen
In Oberwil am Start: Schwing-Star Christian Stucki.

In Oberwil am Start: Schwing-Star Christian Stucki.

Zur Verfügung gestellt

Wenn rund 3'000 Aktivschwinger dieses Jahr an 151 Schwingfeste und rund 2'700 Nachwuchs- und Jungschwinger an 119 an sogenannten Nachwuchs- und Jungschwingertage mit grosser Zuversicht in den Sägemehlring treten, um ihre Gegner auf den Rücken zu legen, dann gehört das Fraumatt-Schwinget in Oberwil dazu. Speziell: Es gibt nur 40 Schwingfeste, wo Aktive, Nachwuchs- und Jungschwinger mitschwingen; beim Fraumatt-Schwinget trifft dies zu.

Am Samstag, 13. August, wird das Schwingfest auf der Fraumatt in Oberwil BL sicherlich national im Fokus stehen. Unlängst konnte nämlich OK-Präsident Ivano Brunoni die Neuigkeit verbreiten, dass kein Geringerer als Christian Stucki sich für den 8. Fraumatt-Schwinget angemeldet hat.

Der Berner hat dies in eigenen Kreisen mitgeteilt und es auch dem Veranstalter bestätigt, wie die «Nordwestschweiz» bereits vergangene Woche verkündete.

«Chrigu», seit Jahren imposanteste Figur im Sägemehl, verletzte sich vor vier Wochen und will vor dem Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer-le-Lac unbedingt noch Wettkampfpraxis. «Zwei Wochen vor dem Saison-Höhepunkt führen wir einen der wenigen Schwinget im Land durch, was einige Aktive vielleicht bewogen hat, nicht mehr ins Sägemehl zu steigen, im Falle von Stucki ist es hingegen zu einem Glücksfall geworden«, so OK-Präsident Brunoni.

Das Fraumatt Schwingfest ist von einem «Haus-Schwinget» zu einem ansehnlichen Fest herangewachsen, welches im letzten Jahr erstmals einen Eidgenossen am Start begrüssen konnte. Es war Bruno Gisler, der das Fest auch überlegen und souverän gewann.

Besondere Eigenheiten prägen das Fraumatt-Schwingfest

Der Fraumatt-Schwinget bietet einige ‚Spezialitäten’, die bei anderen Schwingfesten nicht zu haben sind.

Glocken-Einweihung

Kein Schwingfest kann ohne Sponsoren und Lebendpreisspender auskommen. Der Verein und das OK des Fraumatt-Schwinget hat sich deshalb etwas Besonderes einfallen lassen und veranstaltet wenige Tage vor dem grossen Fest eine Glocken-Einweihung. Die gespendeten Glocken, die am Fest als Preise dienen, werden im Restaurant Jägerstübli (im Volksmund liebevoll ‚Schickeria’ genannt) bei einem schwingvollen Apéro präsentiert.

Eingeladen zu diesem Apéro werden die Sponsoren, die Gönner und die ehemaligen Sieger. «Ziel ist es einerseits, den Sponsoren bei dieser Gelegenheit Dankeschön zu sagen und andererseits, die Sponsoren mit den Schwingern bekannt zu machen, sodass sich ein interessanter Dialog über die vielen Facetten des attraktiven Schwingsports zwischen den Gebern und den Nehmern entwickeln kann», so Vereinspräsident Ivano Brunoni.

Infrastruktur und Helferfamilie

Die Austragung findet – wie es der Name besagt – auf der Fraumatt statt, wo aber jegliche Infrastruktur fehlt. Es gibt weder Wasser- noch Abwasserleitungen oder Stromanschlüsse; alles, was zu einem einwandfreien Funktionieren gehört, muss beigebracht und fachgerecht installiert werden. Hierzu sind einige Helferinnen und Helfer bereit, eine ganze Woche lang Hand anzulegen, was dann jeweils mit einem kleinen Fest am Abend bei Speis und Trank verdankt und nebenbei die Freundschaft unter der Fraumatt-Schwinget-Familie vertieft wird.

Der Pool

Ausgesprochen beliebt ist der Pool, der am Austragungstag mit kühlendem Wasser angefüllt und sowohl beim Nachwuchs und bei den Jungschwingern sehr beliebt ist. Nach getaner ‚Arbeit’ dürfen sie sich abkühlen und entsprechend ausgelassen erfrischen.

Auch die Aktivschwinger schätzen das erquickende Bad, begleitet mit einem kühlen Schluck Bier.

Der Schönschwinger-Preis

Bereits zum vierten Mal wird dieses Jahr der Schönschwinger-Preis vergeben. Dieser erhält nicht etwa jener, welcher der schönste Schwinger ist, sondern wer fair, respektvoll und stilvoll seine Gegner auf den Rücken legt. Eine Fachjury, bestehend aus ehemaligen Kranzschwingern, urteilt über das stilistisch schöne und technisch anspruchsvolle Schwingen des möglichen Siegers. Eine Neuheit kommt hinzu: Zum ersten Mal erhält jener Schwinger einen Preis, der dreimal den Fraumatt-Schwinget als Festsieger beendet hat.

Der volkstümliche Abend am Tag davor

Der Fraumatt-Schwinget legt auch grossen Wert auf Geselligkeit. Am Freitagabend (12. August, ab 18 Uhr) findet, wie alle Jahre, der Risotto-Plausch-Abend, begleitet mit lüpfiger Volksmusik, statt. Für die kulinarische Qualität zeichnet die Fasnachtsclique «Oberwiler Räppli» unter der Leitung von Koni Reimann verantwortlich. Schliesslich aber und wichtig: Der Fraumatt-Schwinget findet am Samstag, 13. August, ab 9.30 Uhr statt.

Weitere Informationen auf www.fraumatt-schwinget.ch