Conference League
Tore, Sexorgien, Techtelmechtel: Vágner Love fordert den FC Basel heraus

Vágner Love ist der Superstar des heutigen FCB-Gegners Kairat Almaty. Für Schlagzeilen sorgte er in seiner Karriere auch mit seinem Liebesleben.

Simon Leser
Drucken
Teilen
Vágner Love in seiner Zeit bei ZSKA, wie man ihn kennt: mit bunten Zöpfen.

Vágner Love in seiner Zeit bei ZSKA, wie man ihn kennt: mit bunten Zöpfen.

Bild: Keystone

Es gibt so manch einen bekannten Fussballspieler, dessen bürgerlicher Name nur die allerwenigsten kennen, vor allem wenn er Brasilianer ist. Aus dem unbekannten Ricardo Izecson dos Santos wird Weltstar Kakà, aus Edson Arantes do Nascimento die Legende Pelé, aus Givanildo Vieira de Souza der monströse Hulk. Heute bekommt es auch der FC Basel im Spiel gegen Kairat Almaty mit einem solchen Spieler zu tun, von dem die allermeisten nur seine knackige Kurzform kennen: Vágner Love. Ein Name, der auf eine lebhafte Vergangenheit des heute 37-Jährigen verweist.

Vágner Love, der eigentlich Vágner Silva de Souza heisst, stammt aus Brasilien und spielt früh für Palmeiras in São Paulo. Ein Ort, der seine Identität prägen soll. Denn bei den Junioren wird er vor einem Spiel von seinem Trainer bei einem Techtelmechtel mit einem Mädchen erwischt, beinahe fliegt er aus dem Verein. «Ich habe mich entschuldigt und durfte dann doch weiterspielen. Der Name ‹Love› ist mir dann von den Mitspielern gegeben worden. Am Anfang war ich nicht begeistert, aber im Nachhinein hat er meiner Karriere durchaus gut getan», erzählte Vágner Love einst.

Die Karriere führt ihn, die schillernde Person mit den bunt geflochtenen Zöpfen, zunächst nach Russland, zu ZSKA Moskau. Beim russischen Armeeklub erlebt er zwischen 2004 und 2009 seine erfolgreichste Zeit, trifft in 259 Spielen 124 Mal, gewinnt den Uefa Cup, wird Torschützenkönig, schafft es ins brasilianische Nationalteam – an der Seite eines Kakàs. Er träumt von einem Grossklub, von einem WM-Titel mit Brasilien. Von zwei Erfolgen, die letztlich nicht eintreten sollen.

Ein freimütiges Interview mit dem «Playboy»

2013 beendet Vágner Love seine Zeit in Russland und startet seine Wanderjahre: China, Brasilien, Frankreich, Türkei, wieder Brasilien. Im Sommer 2020 wechselt er nach Kasachstan zu Kairat Almaty. Was der 37-Jährige dort zeigt, ist beeindruckend. In 48 Spielen erzielt er 22 Tore, wird im vergangenen Jahr kasachischer Meister. Zu Kairats erstmaliger Qualifikation für eine Gruppenphase eines europäischen Klubwettbewerbs steuert er in den Playoffs drei Tore bei. Seine Geschwindigkeit und seinen Torriecher stellt er auch nach fast 20 Jahren Karriere regelmässig unter Beweis.

Die Zöpfe sind einer Glatze gewichen: Hier jubelt Vágner Love für Besiktas Istanbul.

Die Zöpfe sind einer Glatze gewichen: Hier jubelt Vágner Love für Besiktas Istanbul.

Key (14.03.18)

Doch Vágner Love ist mehr als Fussball, er ist auch Unterhaltung, ein unverblümter Schillerfalter, der es vor allem zu Beginn seiner Karriere gern ausgiebig hatte. Er ist einer, der dem brasilianischen «Playboy» ein Interview gibt, in dem er freizügig mitteilt, dass er an Sexorgien mit 14 Personen teilnahm – acht Frauen für sechs Fussballer – und darüber sagt: «Die Groupies wollen einen Fussballer bekommen und dann zu ihren Freundinnen sagen: ‹Hey, ich war mit diesem Typen im Bett.› Da gibt es viel Wettbewerb zwischen ihnen. Sie alle wollen Status und ein bisschen Ruhm.» Er ist einer, der feuchtfröhlich zugibt, seine Jungfräulichkeit mit 14 Jahren an eine elf Jahre ältere Frau verloren zu haben, und der sagt, dass er in Russland bei minus 30 Grad keinen Sex auf der Strasse hat, weil er dazu nicht genug «tough» sei.

Mittlerweile ist der Schillerfalter zahmer geworden, ist Vater und Ehemann. Und auch seine Zöpfe sind einer Glatze gewichen. Auf dem Platz hingegen, da will er nicht zahm sein, auch nicht am Ende seiner Karriere. Als nächstes soll dies heute der FC Basel in der Conference League zu spüren bekommen.

Aktuelle Nachrichten