Für Friedrich Dähler machte die Tortour 2015 ihrem Namen alle Ehre. Sie endete für den 34-jährigen Ausdauerathleten des Baselbieter Teams Goldwurst-Power Vitaliscenter nach einem Crash mit einem Auto im Spital. Zwar habe er das Rennen unbedingt fortsetzen wollen, doch sei der Zusammenstoss zu heftig gewesen.

Weil zusätzlich auch noch der Verdacht auf Kopfverletzungen aufkam, musste er schliesslich aufgeben. Im Spital in Schaffhausen konnte Entwarnung gegeben werden, einzige Verletzungen waren angerissene Bänder in den Schultern. «Die Enttäuschung war im ersten Moment riesig, ich dachte einfach es darf doch nicht wahr sein, so kurz vor dem Ziel um all die Mühen und Strapazen gebracht zu werden. Doch hatte ich bei diesem Unfall viele Schutzengel, es hätte definitiv anders ausgehen können», sagt Dähler rückblickend.

Dählers Taktik geht vorerst auf

Nach seinem 24-Stunden-Höhenmeterweltrekord von Mitte Juni hatte sich der Ettinger gezielt auf das Ultrarennen Tortour vorbereitet. Diese machte ihrem Namen einmal mehr alle Ehre: Die Athleten hatten eine Strecke von 1026 Kilometern und 12'500 Höhenmeter zu bewältigen - ohne Pausen oder Schlaf.

Für Dähler sollte es aber anders kommen - und das neben dem Unfall gleich noch ein zweites Mal. Nach dem Prolog über 1 Kilometer hatte Dähler noch an 5. Stelle gelegen und durfte somit das Rennen kurz nach Mitternacht in Angriff nehmen. Auf den ersten 180 Kilometer bis Chur spulte er konsequent sein Tempo ab und fiel auf den 15. Platz zurück.

Magenprobleme stoppen Dähler vorerst

Über die Alpenpässe Oberalp, Furka und Grimsel machte er bei kalten Temperaturen und starkem Regen Rang um Rang gut und lag nach 350 Kilometern in Meiringen bereits auf dem 3. Platz. Die Taktik, sich aus Angriffen und Scharmützeln herauszuhalten, schien voll und ganz aufzugehen. Bis Dähler in Interlaken aufgrund von Magen-Darm-Problemen eine einstündige Zwangspause zur Erholung einlegen musste - und dadurch viele Ränge zurückfiel.

Eine Rennaufgabe sei für ihn zu diesem Zeitpunkt aber nicht in Frage gekommen. Er kämpfte sich ins Rennen zurück, machte erneut Rang um Rang gut und lag nach 700 Kilometern wieder auf dem dritten Rang und damit auf Podestkurs. Doch dann, das Unfassbare: Er wird von einem Autofahrer frontal erwischt und wird seines Zieles einer Medaille jäh beraubt.

Sieger der Tortour wurde der Luxemburgische Landesmeister Ralph Diseviscourt. Neuer Schweizermeister und Zweiter der Tortour wurde der Zürcher Markus Amstutz.