Wenn bei Désirée Germann der Wecker um 4.45 Uhr läutet, ist das nichts Aussergewöhnliches. Die 32-jährige Triathletin, die in Aesch aufgewachsen ist, verlässt meist dann ihr Bett in der Stadt Zürich und macht sich auf den Weg zum Schwimmtraining.

Ausschlafen kennt sie nicht: «Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zum letzten Mal richtig lange geschlafen habe», erzählt Germann und fügt lachend hinzu, «Ich bin ein Mensch, der viel Action braucht.»

Für Action war in diesem Jahr gesorgt: Im November gewann sie den Ironman in Florida in ihrer Alterskategorie (30–34 Jahre) und schaffte die Qualifikation für die Ironman World Championship auf Hawaii – erneut.

2011 war die Triathletin bereits einmal in Hawaii am Start. «Damals wollte ich einfach ins Ziel kommen. Zeit und Rang waren mir egal», blickt Crazy Dési, wie sie von ihren Freunden genannt wird, zurück.

Weltmeisterin will sie werden

Das Jahr 2014 soll nun Désirée Germanns Jahr werden. Sie formuliert ihr Ziel klar: «Beim Ironman auf Hawaii will ich Weltmeisterin werden und es danach ein Jahr als Profi-Triathletin versuchen.»

Sie will also den Sieg in ihrer Alterskategorie. «Ich habe mir schon immer gesagt, wenn ich nochmals nach Hawaii gehe, dann nur, um zu gewinnen», führt die ehrgeizige Athletin weiter aus. 

Interview mit Désirée Germann

Interview mit Désirée Germann

Während der letzten vier Wochen hatte die Stadtzürcherin eine Trainingspause. In dieser Zeit konnte sie sich anderen Dingen widmen, wie zum Beispiel der Liebe. «Ich habe nach längerer Zeit wieder jemanden gefunden und bin überglücklich», schwärmt die 32-Jährige.

Sie ist sicher, dass die Liebe ihren Zielen nicht im Weg stehen wird. «Natürlich braucht es eine gute Organisation, um Training und Liebe unter einen Hut zu bringen. Aber ich schaffe das», sagt Germann.

Schluss mit pausieren

Jetzt ist Schluss mit pausieren und die Trainingseinheiten werden wieder verschärft. Die Zeit bis zum besagten Ziel, dem Ironman auf Hawaii, ist lang. Bis dahin steht für Germann die Vorbereitung im Mittelpunkt.

Das Schwimmtraining ist im Sommer wie im Winter in etwa gleich. Das Lauf- und Velotraining variieren schon mehr. Germann, die am liebsten jede Minute in der Natur verbringen würde, muss auch mal ins Fitnesscenter.

«Velofahren kann ich in den Wintermonaten nirgends anders. Das Lauftraining absolviere ich aber so weit wie möglich draussen», erklärt sie. In den nächsten Wochen wird sie zum ersten Mal Wintersport betreiben. «Mit meinem Trainingsteam ‹My sport triteam› gehen wir Langlaufen. Das ist eine tolle Abwechslung», bestätigt die Frohnatur.

Um den Traum vom Ironman Hawaii besser finanzieren zu können, meldete sich Germann bei der Crowdfunding-Plattform ‹I believe in you› an. 7000 Franken konnte Crazy Dési dank dieser Plattform sammeln.

«Ich bin froh, dass so viel Geld zusammengekommen ist. Immerhin sind jetzt der Flug und das Hotel auf Hawaii bezahlt», lacht die 32-Jährige und nimmt einen Schluck von ihrem Latte macchiato.

Diesen geniesst sie noch bis einen Monat vor dem Wettkampf, danach ist Schluss. «Das ist für mich wie legales Doping. Ich verzichte vier Wochen auf Kaffee, damit ich den Effekt des Koffeins am Wettkampftag besser spüre», erklärt die Baselbieterin steigt auf ihr Velo und fährt den Zürichsee entlang nach Hause.