Tennis
Crossklinik Tennis Open: Die Rosine im Einheitsbrei

Die 10. Ausgabe des Crossklinik Tennis Open in Basel wartet mit einer Rekordbeteiligung auf. Was ist das Geheimnis hinter dem grossen Spieleraufmarsch, während viele andere Tennisturniere um jeden Teilnehmer kämpfen müssen?

Fabio Baranzini
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Vorjahresfinalist Raphael Lustenberger gehört auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten.

Vorjahresfinalist Raphael Lustenberger gehört auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten.

Juri Junkov

Organisatoren von Tennisturnieren haben immer häufiger mit rückläufigen Teilnehmerzahlen zu kämpfen. Gerade die Frauenkonkurrenzen müssen oft abgesagt oder können nur in Form von Gruppenspielen ausgetragen werden. Ganz anders sieht das bei der 10. Ausgabe des Crossklinik Tennis Open in Basel aus, das traditionsgemäss am Pfingstwochenende stattfindet. Sage und schreibe 325 Spielerinnen und Spieler haben sich in den vier Kategorien angemeldet – 120 Teilnehmer mehr als beim bisherigen Rekord. Was machen Organisator Kurt Schudel und sein Team besser als der Rest?

Ein Grund ist sicherlich das clever gewählte Austragungsdatum über das Pfingstwochenende. «Dann sind die Plätze auf den meisten Anlagen frei und wir haben eineinhalb Tage mehr Zeit als bei einem normalen Turnier, um alle Matches durchzuführen», so Schudel. Auch das Rekordpreisgeld von 30 000 Franken, das in diesem Jahr erstmals ausgeschüttet wird, dürfte gerade bei den nationalen und internationalen Spitzenspielern eine anziehende Wirkung haben. Turniere in dieser Preisgeldkategorie haben in der Schweiz Seltenheitswert.

Spieler stehen im Mittelpunkt

Doch nur wegen des Datums und des Preisgeldes kommen nicht 325 Tennisspieler nach Basel. Der Hauptgrund für den Erfolg ist ein anderer: die Betreuung der Athleten. «Bei uns stehen die Spieler im Mittelpunkt und nicht die Funktionäre», betont Kurt Schudel. Dass dies nicht einfach inhaltslose Phrasendrescherei ist, wird schnell klar: Die Topcracks – N1- und N2-Spieler – übernachten während des Turniers kostenlos in einem 4-Sterne-Hotel. Alle anderen Teilnehmer bezahlen lediglich 80 Franken für Zimmer und Frühstück. Die Verpflegung auf dem Platz ist für die Spieler gratis, dazu gehören Getränke und Bananen. Zudem versuchen die Organisatoren, alle Wünsche bezüglich der Spielzeiten zu erfüllen. Dies alles führt dazu, dass es das Crossklinik Tennis Open geschafft hat, vom Einheitsbrei der hiesigen Turnierszene abzuheben und zu einem fixen Termin im Kalender vieler Schweizer Tennisspieler avanciert ist.

Dass es in diesem Jahr einen neuen Teilnehmerrekord gab, hängt unter anderem damit zusammen, dass die Qualifikation für die Junioren-SM erstmals nicht mehr am Pfingstwochenende stattfindet. «Wir haben deshalb rund 120 Nachwuchsspieler mehr, die bei uns mitmachen», freut sich Schudel. Deswegen benötigt er neben den Plätzen auf den Anlagen des Basler LTC, des TC Old Boys und des TC Riehen erstmals auch die Plätze des TC Bächliacker, um alle Matches durchführen zu können.