Einmal im Jahr gilt die Aufmerksamkeit der Fussballregion Basel nicht dem FCB und dessen starken Leistungen auf höchstem Niveau, sondern dem regionalen Fussballgeschehen, das nicht so sehr im Scheinwerferlicht steht. An der jährlich stattfindenden Delegiertenversammlung des Fussballverbands Nordwestschweiz (FVNWS) werden die Weichen für das nächste Jahr gestellt.

Und dass diese Entscheidungen wichtig sind für den Spitzensport, machte Gastredner Jürg Widmer, der Mitglied des Komitees der Amateur-Liga des Schweizerischen Fussballverbands ist, deutlich: «Wohl jeder unserer Nationalspieler hat in einem Verein wie eurem einst angefangen.»

Nicht ganz 100 Vereine in der Region

Damit richtete sich Widmer an der 76. Ordentlichen Delegiertenversammlung an die Vertreterinnen und Vertreter der insgesamt 98 Mitgliedervereine, die der FVNWS mittlerweile zählt. Dass die runde Zahl von 100 Mitgliedervereinen nicht erreicht wurde, liegt daran, dass sowohl der FC Galaxy als auch der Italia Club Oberwil per Juli aus dem Verband ausgetreten sind.

Von den verbleibenden Vereinen sind 91 Aktiv-Vereine (weitere fünf sind Passiv-Vereine, und die übrigen zwei stellen zurzeit keine Teams), zehn davon hatten den Weg an die obligatorische Veranstaltung jedoch nicht gefunden. So waren im Kongresszentrum Mittenza in Muttenz insgesamt 81 stimmberechtigte Vereinsvertreter anwesend.

Die anwesenden Vertreter konnten einen Abend miterleben, der vor allem von Wahlen geprägt war. Nachdem das letzte Jahr aufgrund des Zweijahres-rhythmus wahlfrei war, standen dieses Mal diverse Entscheidungen an.

Neben dem Wechsel bei der Stelle des technischen Leiters der technischen Abteilung, wo Alain Burger den zum SFV abgewanderten Reto Gertschen ersetzt, stand auch die Stelle des Präsidenten der Wettspielkommission zur Wahl. Der vom Verbandsvorstand vorgeschlagene Daniel Schaub wurde einstimmig angenommen. Schaub ist in der Szene kein Unbekannter: Er ist der Herausgeber des Fussballmagazins «Rotweiss» und veröffentlichte im letzten Jahr in Zusammenarbeit mit dem FVNWS ein Buch zum 75-jährigen Bestehen des Verbandes.

Damit ersetzt Schaub Kuno Cereda, der aus dem Verbandsvorstand ausscheidet und für seine Verdienste im Verband gleich noch zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Neben Ceredas Stelle als Präsident der Wettspielkommission musste auch jene des Präsidenten der technischen Abteilung neu besetzt werden, nachdem Bruno Rahmen genauso wie Cereda freiwillig ihren Rücktritt erklärt hatten. Weil für Rahmen jedoch kein Ersatz gefunden werden konnte, wird Alain Burger die Stelle interimistisch übernehmen.

Eine weitere Position, über die abgestimmt werden musste, war jene des Vize-Präsidenten des Verbands. Der bisherige Vize, Jürg Leuthardt, hat seinen Posten ebenfalls freiwillig geräumt. Für ihn übernimmt in Zukunft Werner Rufi, der bis anhin und auch weiterhin als Rechtsberater des FVNWS fungiert.

Ehrung eines Schiedsrichters

Neben den Genehmigungen aller Jahresberichte und der Jahresrechnung wurde auch der Präsident des FVNWS, Roland Paolucci, in seinem Amt bestätigt und für zwei weitere Jahre gewählt. Den grössten Applaus bekam nicht Paolucci, sondern ein spezieller Gast: Claudio Circhetta. Dem ehemaligen Schiedsrichterchef der Schweiz und zu seiner aktiven Zeit einer der besten Schiris, die die Schweiz je hatte, wurde die Ehrenmitgliedschaft des FVNWS verliehen.

Sichtlich gerührt nahm Circhetta die Auszeichnung entgegen und bezeichnete sie als «eine der Highlights meines Lebens.» Neben Circhetta wurden auch weniger namhafte Mitglieder für ihre langjährigen Tätigkeiten ausgezeichnet, so beispielsweise Eleftherios Hioras, der seit 45 Jahren als Schiedsrichter im Verband aktiv ist.

Jeder fängt mal klein an

Es war ein runder Abend, an dem der regionale Fussball zelebriert wurde. Doch auch wenn Anton Lauber, Spezialgast und neuer Regierungspräsident des Kantons Baselland, der an der Delegiertenversammlung seinen ersten offiziellen Auftritt in seiner neuen Funktion absolvierte, betonte, dass die Region auch abgesehen von den Erfolgen des FCB sehr gut unterwegs sei – ganz kam man auch an diesem Abend nicht um den FCB herum.

Denn wegen des FC Basel fehlte an der Delegiertenversammlung der bekannteste – wenn auch ehemalige – Mitarbeiter des FVNWS: Breel Embolo. Er weilte am Freitagabend schon mit der 1. Mannschaft des FCB in Genf, um sich dort auf die Cup-Partie gegen Meyrin vorzubereiten.