Schweizer Cup

Dank Erlösung in letzter Minute: Der FCB zieht in den Cup-Viertelfinal ein

Der Assistgeber zum Siegtor, der Siegtorschütze und der beste Basler des Abend von links nach rechts: Kemal Ademi, Noah Okafor und Edon Zhegrova.

Der Assistgeber zum Siegtor, der Siegtorschütze und der beste Basler des Abend von links nach rechts: Kemal Ademi, Noah Okafor und Edon Zhegrova.

Der FC Basel müht sich beim unterklassigen Stade Lausanne-Ouchy zu einem sehr späten 2:1-Sieg und zieht damit in den Cup-Viertelfinal ein. Diese Partie wird nächsten März stattfinden.

Wenn schon, denn schon. Wenn man schon im Cup spielt, dann soll es auch bis zum Ende richtig spannend sein. Und wenn schon, dann entscheidet man eine solche Partie mit einem Treffer der Marke Traumtor. Denn als solches darf man den Schuss bezeichnen, den Noah Okafor in der zweiten Minute der Nachspielzeit im Tor unterbringt.

Unhaltbar schlenzt der Youngster den Ball von der Strafraumgrenze und aus der Drehung ins linke obere Eck. Es ist das so späte wie erlösende 2:1 aus Sicht des FC Basel. Es ist das Tor, das den FCB eine Runde weiter und in den Cup-Viertelfinals bringt. Dass es so weit kommt, dafür hat Basel lange, sehr lange zittern müssen.

Lange passiert in diesem Spiel nichts. Keine sehenswerten Spielzüge, kein Auf und Ab, kein Offensiv­feuerwerk auf beiden Seiten. Es ist ­gelinde gesagt überschaubar, was ­Lausanne-Ouchy und Basel hier zeigen. Und der FCB, der beisst sich nach und nach die Zähne aus. Aber nicht nur das: Er lässt gar etwas gar viel zu gegen die Lausanner, die erst auf dieses Saison hin in die Challenge League aufgestiegen sind.

Nervenaufreibend bis zum Schluss

In der 62. Minute können die Basler zwar noch durchatmen. Die Gastgeber verschenken die beste Chance der zweiten Hälfte knapp. Doch so viel Glück der FCB in dieser Minute hat, so viel Pech hat er nur wenige Sekunden später. Omar Alderete rutscht im Abwehrzentrum an einer Hereingabe vorbei, der eingewechselte Allan Eleouet, der in seiner Karriere nie höher spielte als in der Challenge League, stielt sich davon und schiebt am nahen Pfosten ein. 1:0 für Stade Lausanne-Ouchy gegen den FC Basel. Die Sensation, sie liegt tatsächlich in der Luft.

Fabian Frei schafft es aber, in der 75. Minute eine einigermassen schnelle Antwort zu liefern. Den Pass vom nach seiner Einwechslung überragenden Edon Zhegrova in die Mitte vollendet Frei gekonnt und abgebrüht. So, wie man den FCB eigentlich über die ganze Partie erwartet hätte. Frei ist es auch, der diesen schönen Spielzug selber einleitet. Er schickt Zhegrova mit einem langen Pass in die Tiefe und schliesst dann selber ab. Die Nerven sind etwas beruhigt. Ganz lässt die Angst aber erst mit Okafors Traumtor nach. Denn Sekunden danach folgt der Schlusspfiff. Ein nervenaufreibender Abend für den FCB.

In Topbesetzung, aber nicht in Topform

Dass die Basler überhaupt so lange zittern müssen, liegt daran, dass sie es komplett verpassen, bereits in der ersten Halbzeit eine Reaktion auf die Klassiker-Niederlage vom Sonntag zu zeigen. Im Gegenteil. Die Basler wirken träge, oft ratlos. Die häufigste Angriffs-Variation ist der lange, hohe Ball auf die Spitzen, der aber nie zielführend ist. Es ist phasenweise gar erschreckend schwach, was der FCB gegen den unterklassigen Gegner zeigt.

Die Lausanner dagegen erwischen einen guten Start und können sich folgerichtig auch die erste Grosschance der Partie gutschreiben lassen. Djordje Nikolics Abschlag nach einem Rückpass von Silvan Widmer landet in des Gegners Füssen, Mohamed Amdouni verzieht nur knapp und der Ball rollt am Tor vorbei.

Das Spiel während der Fasnacht

Zwar lassen die Ouchy-Spieler nach rund 30 Minuten puncto Intensität nach und lassen Basel hoch stehen, der Titelverteidiger weiss aus dieser Feldüberlegenheit aber nichts zu machen. Überraschend, vor allem wenn man die Aufstellung des FCB anschaut. Mit Ausnahme von Blas Riveros nominiert Marcel Koller auf sämtlichen Positionen den stärkstmöglichen Akteur. In englischen Wochen, wie sie der FCB gerade durchlebt, war dies nicht zu erwarten. Und es ist ein Schachzug der lange braucht, um aufzugehen.

Am Ende aber ist das Weiterkommen des FCB Tatsache. Der amtierende Cupsieger entscheidet auch das dritte Pokalspiel dieser Saison für sich. Die Belohnung für den Krampf in der Kälte und auf dem schwer bespielbaren Terrain in Nyon ist der Einzug in den Viertelfinal. Ausgetragen werden diese Partien erst im nächsten März. Genau dann, wenn in Basel die Fasnacht stattfindet. Bis dann haben die Basler vielleicht auch die Müdigkeit abgeschüttelt, die sie gestern mit als Grund für dieses harzige Spiel nennen.

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