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Dank Sousa: Marco Streller könnte sein Karriereende hinauszögern

Die FCB-Spieler laufen locker der Saison 2014/2015 entgegen.

Die FCB-Spieler laufen locker der Saison 2014/2015 entgegen.

Zum Trainingsauftakt des FC Basel erschienen 16 Spieler. Dabei stand besonders der neue Trainer im Fokus – und wusste zu überzeugen.

Nein, den Trainer Paulo Sousa verstehen und wohin der Weg des FCB unter dem Portugiesen führt, das konnte man nach dem ersten Training beim besten Willen nicht – weder die rund 200 Zuschauer noch die Spieler. Mit Marco Strellers Worten ausgedrückt: «Es ist alles neu, die Anspannung im Kader ist spürbar. Es braucht Zeit, bis wir uns an ihn und er sich an uns gewöhnt hat.» Trotzdem gab es ein paar Szenen, die beim Beobachter über die 90-minütige Einheit hängen blieben.

Kommunikativer Typ

Ein Beispiel: Während sich der gesunde Teil des Kaders warm machte, joggte der Portugiese ein paar Runden mit Ivan Ivanov, der nach seinem Kreuzbandriss noch nicht am Mannschaftstraining teilnimmt. Pausenlos redete Sousa auf den Bulgaren ein, immer wieder huschte ein Lächeln über die Gesichter der beiden.

Das zog sich so durch das gesamte Training, in dem Sousa fast mit jedem der 16 anwesenden Spieler persönlich ins Gespräch kam. «Er kommuniziert sehr klar und ist ein sehr herzlicher Mensch. Ich habe das Gefühl, dass er eine sehr gute Wahl ist», schwärmte Streller, der gestern seinen 33. Geburtstag feierte.

Sollte sich das in den kommenden Wochen und dann auch im ersten Teil der neuen Saison bestätigen, kann sich der Captain sogar vorstellen, sein im nächsten Jahr geplantes Karriereende hinauszuzögern. «Ich bin ein Mensch, der kurzfristig entscheidet. Wenn die Verantwortlichen im Winter meinen, ich solle noch ein Jahr dranhängen, tue ich das vielleicht.»

Gesucht: der Stocker-Nachfolger

An eine beinahe revolutionäre Änderung hat sich das FCB-Urgestein schon gewöhnt. «Englisch verstehen eigentlich alle», sagt er und empfindet es nicht als Nachteil, dass Englisch ab sofort Amtssprache in der Kabine und auf dem Trainingsplatz ist. Sowieso sei es nur gut, dass Sousa mehrere Sprachen fliessend spreche. Gerade für die Südamerikaner, die zu Vorgänger Murat Yakin wegen der Sprachbarriere kaum einen Draht gefunden haben.

Auch Sousa gefiel, was er an seinem ersten Arbeitstag in Basel erlebt hat. «Die Spieler machen gut mit und sind lernwillig», sagte er und stellte im gleichen Zug klar, was er von der Mannschaft erwarte: «Sie sind es, die auf dem Platz stehen und gut spielen müssen. Ich bin hier, um ihnen zu helfen.» Das deckt sich mit den Eindrücken von Streller, der Sousa als einen Trainer beschrieb, der viel Wert auf Disziplin und Eigenverantwortung lege.

Kader soll so bald wie möglich stehen

Er wolle, so Sousa, so schnell wie möglich das endgültige Kader zusammenhaben. «Es wird Änderungen geben. Wir suchen Spieler mit Qualitäten, die dem Team noch fehlen.» Die Defensive dürfte stehen, erwarten darf man die Verpflichtung eines Nachfolgers von Valentin Stocker. Auch im Sturmzentrum dürfte sich noch etwas tun.

Klar scheint, dass es für Marco Walker zumindest in der ersten Mannschaft keine Zukunft geben wird. Der langjährige Assistenztrainer erschien nicht zum Training – es laufen Gespräche, ob Walker eine Aufgabe im Nachwuchsbereich übernimmt.

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