Fussball
Darko Jevtic: «Will in naher Zukunft in die Nationalmannschaft»

Nachdem sich Darko Jevtic in der Schweiz nie richtig durchsetzen konnte, will er nun in Polen durchstarten. Bei Lech Posen unterschrieb der 22-Jährige einen Vertrag bis 2018.

Nicola Imfeld
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Führt bei Lech Regie: Darko Jevtic.

Führt bei Lech Regie: Darko Jevtic.

KEYSTONE

Es ist anders gekommen, als Darko Jevtic sich das zu Beginn seiner Karriere vorgestellt hat. Der Sohn serbischer Eltern hat sich im Alter von acht Jahren dem FC Basel angeschlossen. Von Beginn an war Fussball sein Leben, wie er betont. Der FCB nahm eine zentrale Rolle im Leben von Darko Jevtic ein. «Als Junior war ich an vielen Spielen im Joggeli. Der FCB ist mir ans Herz gewachsen», sagt er.

Der junge Schweizer durchläuft alle Nachwuchsstationen beim FC Basel. 2013 ist es dann soweit. Jevtic steht im letzten Heimspiel der Saison erstmals in der Startaufstellung «Ein Traum ging in Erfüllung, es war ein unglaubliches Gefühl, im Joggeli zu spielen», sagt Jevtic. Es sollte das vorläufig erste und letzte Heimspiel für ihn bleiben.

Der 22-Jährige konnte sich beim Schweizer Serienmeister nicht durchsetzen und wird erst nach Innsbruck und dann nach Polen ausgeliehen. «Lech Posen gab mir zu verstehen, dass man mich unbedingt haben will», begründete Jevtic im Herbst seinen Wechsel nach Polen. Bei Lech Posen spielte Jevtic eine gute Hinrunde, stand in 17 von 19 Ligaspielen in der Startaufstellung und erzielte dabei vier Tore.

Noch oft in Basel

Er fühlt sich wohl in Polen. «Die Fans sind sehr emotional und leiden mit dem Verein mit, dass gefällt mir.» Im Januar nun unterschrieb Jevtic einen Vertrag über dreieinhalb Jahre bei Lech Posen. Gleichzeitig verlässt er nach über 14 Jahren die Bebbis vertraglich. Enttäuscht darüber, dass er sich in Basel nicht durchsetzen konnte, ist er nicht. «Es gibt noch andere Vereine als den FC Basel, ich bin Profi genug und gebe nun hier Vollgas.»

Jevtic ist der erste Schweizer, der in der polnischen Ekstraklasa spielt. «Das ist für mich schon speziell, leider wird die polnische Liga in der Schweiz kaum beachtet, dabei ist das Niveau sehr hoch», sagt Jevtic. Sein Trainer Maciej Skorza setzt auf ihn und gibt ihm das Gefühl, «ein wichtiger Spieler zu sein».

Der junge Basler will in Polen durchstarten, auch einen längeren Verbleib beim polnischen Traditionsklub schliesst er nicht aus. «Wenn ich hier zu einer Legende werden kann, warum nicht», sagt er verschmitzt. Den nötigen Halt geben ihm seine Familie und Freunde, die ihn regelmässig in Posen besuchen. An fussballfreien Tagen ist Jevtic auch in seiner alten Heimat anzutreffen. «Ich verbringe meine Ferien fast ausschliesslich in Basel», sagt er.

Nationalmannschaft als Ziel

Viel Zeit für Besuche bleiben Jevtic aber nicht. Mit Lech Posen steht er momentan an dritter Stelle und befindet sich auf gutem Wege in die Playoffs. «Dann ist alles möglich.» Trotz aller Liebesbekundungen gegenüber seinem aktuellen Verein ist es schwer vorstellbar, dass der talentierte Basler seine Karriere in Posen beenden wird. Die meisten jungen Fussballer träumen von einem grossen Klub.

Für Jevtic ist die Bundesliga reizvoll. «Alle Teams verfügen über eine gute Qualität, allerdings würde ich schon lieber zum FC Bayern als zu Hannover 96 wechseln», sagt er lachend. Der ehemalige Schweizer U21-Internationale möchte in naher Zukunft ein Thema für die Nationalmannschaft werden. Jevtic besitzt neben dem Schweizer auch den serbischen Pass. «Bis jetzt ist noch niemand auf mich zugekommen, aber ich würde gerne für die Schweiz spielen, schliesslich bin ich hier aufgewachsen.»

Dem FC Basel wünscht Jevtic nur das Beste: «Ich hoffe, sie zeigen eine gute Leistung in den Champions-League-Achtelfinals und schreiben Geschichte.» Ganz scheint er mit dem Verein seines Herzens noch nicht abgeschlossen zu haben. Am Ende sagt er: «Im Fussball kann es schnell gehen, vielleicht kehre ich irgendwann zurück.»