FC Basel
Das 4:0 gegen den FC Zürich sorgt für Ruhe: zumindest auf dem Platz

Trotz des souveränen 4:0-Sieges des FC Basel gegen den FC Zürich werden die Nebengeräusche bei Rotblau nicht weniger.

Céline Feller
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Die Bilder zum Spiel: Ricky van Wolfswinkel ist wieder im Kader.
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Der griechische Austauschschiedsrichter Athanasios Tzilos leitet die Partie.
Nach elf Sekunden jubelt der FCB bereits.
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Die Bilder zum Spiel: Ricky van Wolfswinkel ist wieder im Kader.

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Normalerweise wird bei einem Fussballspiel das betrachtet, was zwischen An- und Abpfiff auf dem Platz passiert. Es gibt aber diese ganz spezielle Eigenheit, dass bei Spielen von sich in Krisen befindenden Vereinen plötzlich auch das genau begutachtet wird, was rund um die Partie geschieht. So passiert beim FC Basel, der nach drei Niederlagen in Serie einmal mehr in einer Phase der Unruhe ist.

Beim Gastspiel beim FC Zürich ist daher auch von Interesse, was vor und nach der Partie passiert. Das also, was das Spiel einklammert. Da ist einerseits vor dem Anpfiff ein Interview. FCB-Sportchef Ruedi Zbinden äussert seinen Unmut darüber, dass Verwaltungsrat Karli Odermatt öffentlich Trainer und Team kritisiert hatte. Zbinden missfiel die Deutlichkeit Odermatts und dass unter vier Augen noch nicht darüber geredet wurde.

Dann ist da andererseits nach dem Spiel eine Pressekonferenz. Der von Odermatt angeschossene Trainer Marcel Koller sagt dort: «Es war jetzt eineinhalb Jahre lang keine Ruhe. Ich denke also nicht, dass nun wegen dieses einen Sieges plötzlich Ruhe einkehren wird.»

Frei und Stocker ziehen die Fäden

Dabei wäre das Gezeigte zwischen diesen zwei Klammern durchaus etwas, was beruhigend wirkend könnte. Der FCB zeigt im Klassiker eine Leistung, die überrascht und Freude macht. Alles, was ihm gegen St. Gallen und YB noch fehlte, legt er auf den Platz: Spielwitz, schön herausgespielte Angriffe, noch schönere Tore, Mentalität, Lust und defensive Stabilität.

Der Auftritt ist um 180 Grad anders als vor Wochenfrist. Die drei Tore von Fabian Frei und jenes von Valentin Stocker sind allesamt sehenswert, vor allem jenes Stockers. Und wie gut Arthur Cabral der Offensive der Basler tut, ist nicht zu übersehen. Er trifft zwar nicht, bereitet aber gleich zwei Tore vor. Es ist eine harmonische, starke Mannschaftsleistung und eine bemerkenswerte Reaktion gegen ein ungenügendes Zürich.

Eine komplette neue Elf als Fingerzeig

Der FCB ist auf fünf Positionen neu besetzt, es ist eine neu komponierte Elf inklusive dem Profi-Debütanten Orges Bunjaku. Spieler wie Zuffi oder Petretta schaffen es nur auf die Bank, andere wie Pululu oder Campo nicht mal dort hin. Die Aufstellung überrascht, ist aber ein deutlicher Fingerzeig an jene, die zuletzt eben nicht genügten. Im 4-1-4-1 und damit in jenem System agierend, welches in der Vorbereitung einstudiert wurde, überzeugt der FCB und könnte auch deutlich höher gewinnen. Der Umbau am Team bringt ihn eben so wenig durcheinander wie die taktische Umstellung des FCZ nach einer halben Stunde. Kurz gesagt: Die Mannschaft des FCB tritt mit einer Ruhe auf.

Es ist ein Spiel, welches die sportliche Krise beendet, nicht aber Misstöne verstummen lässt. Denn Ruhe gibt es nur auf dem Platz, nur zwischen den Klammern. Denn was vor und nach dem Spiel passierte, zeigt exemplarisch, wie unruhig es beim FCB ist. Bis die Situation um den Trainer nicht geklärt ist, wird sich dies auch nicht ändern. Dass Sportchef Zbinden und Verwaltungsrat Odermatt in dieser Frage uneins sind, ist der Ruhe nicht eben zuträglich.

Die Noten zum Spiel:

Jonas Omlin: Note 4,5 Er musste durchaus schon mehr tun in einem Spiel, damit der FCB es ohne Gegentor beendet. Bei den wenigen Sittener Abschlüssen war er dennoch wach.
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Silvan Widmer: Note 4,5 Kommt erst nach einer Stunde richtig im Spiel an. Ab dann bemüht. Aber er war schon besser.
Eray Cömert: Note 5 Dass man ihn kaum sieht, spricht für ihn. Fehlerfrei, aber halt auch eher beschäftigungslos.
Jasper van der Werff: Note 4,5 Spielt das erste Mal überhaupt über die volle Distanz, seit er zum FCB gekommen ist. Anfänglich noch etwas unsicher, danach aber souverän.
Raoul Petretta: Note 5 Wahnsinnig präsent, vor allem in Durchgang 1. Nach der Pause baut er etwas ab, dennoch in der Summe ein tolle Partie.
Taulant Xhaka: Note 4,5 Da will einer offenbar unbedingt mal wieder ein Tor erzielen. Versucht es zwei Mal aus aussichtsreicher Position, verzieht aber auch zweimal knapp.
Fabian Frei: Note 4,5 War spielerisch schon dominanter. Dafür ist auffällig, wie stark und oft er die Mitspieler an die richtigen Orte dirigiert und anfeuert.
Afimico Pululu: 3,5 Wenn das Spiel besser wird, wenn einer den Platz verlässt, spricht es nun einmal nicht für ihn. Erneut nicht sein Tag.
Samuele Campo: Note 5,5 War er jemals zuvor so auffällig? Wohl kaum. Bemängeln kann man nur, dass er so lange braucht, bis er schliesslich sehenswert zum 2:0 trifft.
Valentin Stocker: Note 4,5 Es ist ähnlich wie bei Petretta: Zu Beginn enorm wirblig, aber auch er wird mit zunehmender Dauer der Partie unauffälliger.
Arthur Cabral: Note 4,5 War das sein letztes Spiel für den FCB? Sein Trainer geht nicht davon aus. Wäre ein herber Verlust. Nicht nur wegen seiner Joga-bonito-Fallrückzieher-Einlage.
Blas Riveros: Note 5 Ersetzt Pululu in der 61. Minute, flankt perfekt auf Ademi vor dem 1:0 und krönt eine gute Leistung.
Kemal Ademi: Note 5 Ersetzt Stocker in der 71. Minute, trifft erstmals seit dem 10. November wieder und lanciert so den hochverdienten Sieg.

Jonas Omlin: Note 4,5 Er musste durchaus schon mehr tun in einem Spiel, damit der FCB es ohne Gegentor beendet. Bei den wenigen Sittener Abschlüssen war er dennoch wach.

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