FC Basel

Das 4:0 gegen den FC Zürich sorgt für Ruhe: zumindest auf dem Platz

Trotz des souveränen 4:0-Sieges des FC Basel gegen den FC Zürich werden die Nebengeräusche bei Rotblau nicht weniger.

Normalerweise wird bei einem Fussballspiel das betrachtet, was zwischen An- und Abpfiff auf dem Platz passiert. Es gibt aber diese ganz spezielle Eigenheit, dass bei Spielen von sich in Krisen befindenden Vereinen plötzlich auch das genau begutachtet wird, was rund um die Partie geschieht. So passiert beim FC Basel, der nach drei Niederlagen in Serie einmal mehr in einer Phase der Unruhe ist.

Beim Gastspiel beim FC Zürich ist daher auch von Interesse, was vor und nach der Partie passiert. Das also, was das Spiel einklammert. Da ist einerseits vor dem Anpfiff ein Interview. FCB-Sportchef Ruedi Zbinden äussert seinen Unmut darüber, dass Verwaltungsrat Karli Odermatt öffentlich Trainer und Team kritisiert hatte. Zbinden missfiel die Deutlichkeit Odermatts und dass unter vier Augen noch nicht darüber geredet wurde.

Dann ist da andererseits nach dem Spiel eine Pressekonferenz. Der von Odermatt angeschossene Trainer Marcel Koller sagt dort: «Es war jetzt eineinhalb Jahre lang keine Ruhe. Ich denke also nicht, dass nun wegen dieses einen Sieges plötzlich Ruhe einkehren wird.»

Frei und Stocker ziehen die Fäden

Dabei wäre das Gezeigte zwischen diesen zwei Klammern durchaus etwas, was beruhigend wirkend könnte. Der FCB zeigt im Klassiker eine Leistung, die überrascht und Freude macht. Alles, was ihm gegen St. Gallen und YB noch fehlte, legt er auf den Platz: Spielwitz, schön herausgespielte Angriffe, noch schönere Tore, Mentalität, Lust und defensive Stabilität.

Der Auftritt ist um 180 Grad anders als vor Wochenfrist. Die drei Tore von Fabian Frei und jenes von Valentin Stocker sind allesamt sehenswert, vor allem jenes Stockers. Und wie gut Arthur Cabral der Offensive der Basler tut, ist nicht zu übersehen. Er trifft zwar nicht, bereitet aber gleich zwei Tore vor. Es ist eine harmonische, starke Mannschaftsleistung und eine bemerkenswerte Reaktion gegen ein ungenügendes Zürich.

Eine komplette neue Elf als Fingerzeig

Der FCB ist auf fünf Positionen neu besetzt, es ist eine neu komponierte Elf inklusive dem Profi-Debütanten Orges Bunjaku. Spieler wie Zuffi oder Petretta schaffen es nur auf die Bank, andere wie Pululu oder Campo nicht mal dort hin. Die Aufstellung überrascht, ist aber ein deutlicher Fingerzeig an jene, die zuletzt eben nicht genügten. Im 4-1-4-1 und damit in jenem System agierend, welches in der Vorbereitung einstudiert wurde, überzeugt der FCB und könnte auch deutlich höher gewinnen. Der Umbau am Team bringt ihn eben so wenig durcheinander wie die taktische Umstellung des FCZ nach einer halben Stunde. Kurz gesagt: Die Mannschaft des FCB tritt mit einer Ruhe auf.

Es ist ein Spiel, welches die sportliche Krise beendet, nicht aber Misstöne verstummen lässt. Denn Ruhe gibt es nur auf dem Platz, nur zwischen den Klammern. Denn was vor und nach dem Spiel passierte, zeigt exemplarisch, wie unruhig es beim FCB ist. Bis die Situation um den Trainer nicht geklärt ist, wird sich dies auch nicht ändern. Dass Sportchef Zbinden und Verwaltungsrat Odermatt in dieser Frage uneins sind, ist der Ruhe nicht eben zuträglich.

Die Noten zum Spiel:

Meistgesehen

Artboard 1