Eishockey
Das bange Hoffen geht weiter: Nur wenige Sharks haben einen neuen Verein

Das Schicksal vieler ehemaliger Basel-Sharks-Spieler ist nach wie vor hängig, nur wenige haben einen neuen Arbeitsvertrag, die meisten hoffen noch auf ein Wunder.

Daniel Monnin
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Treue Seele: Ex-Sharks-Captain Marvin Frunz (rechts) geht künftig für den 1.-Ligisten EHC Basel aufs Eis.

Treue Seele: Ex-Sharks-Captain Marvin Frunz (rechts) geht künftig für den 1.-Ligisten EHC Basel aufs Eis.

KEYSTONE

Acht der 20 ehemaligen Basel-Sharks-Profis haben seit dem Konkurs ihres Teams vor fünf Wochen einen neuen Arbeitgeber gefunden, bei den restlichen 12 liegt das Stimmungsbarometer teilweise arg im Keller. Es war zu erwarten, dass einige Spieler neue Verträge erhalten werden, allen voran die beiden Ausländer Kyle Greentree (Schwenningen) und Brandon Buck (Meister Ingolstadt), die sich nach der KHL (Zagreb) und der NLB nun in der DEL versuchen.

Zwei Spieler fix in der NLA

Neu in der NLA spielen wird der Aargauer Stürmer Mattias Rossi, er hat –- nach den positiven Playout-Eindrücken bei Rapperswil – in Biel einen Vertrag erhalten. Der zweite Basel-Spieler mit einem NLA-Vertrag könnte der 25-jährige Powerflügel Cyrille Scherwey werden. Der Freiburger befindet sich seit Montag in einem zweiwöchigen Tryout bei Ambri. Andrin Kunz, der bisherige Ersatztorhüter, wechselt mit einem Ausbildungsvertrag als Nummer 3 zum EV Zug und wird bei den Elite-Junioren spielen.

Heinis über die Grenze

Einen interessanten Schritt wagt der schweizerisch-deutsche Doppelbürger Louis Heinis. Der Ur-Basler mit Junioren-Vergangenheit in Bern versucht sein Glück bei den Heilbronn Falken in der DEL 2. Dort trifft er auf ein junges, hungriges Team und passt ins Konzept der Süddeutschen, die mit jungen und entwicklungsfähigen Spielern antreten wollen. Neue (alte) Arbeitgeber gefunden haben die drei neuverpflichteten Kevin Ryser (zu Ajoie), Marco Schüpbach (zu Langenthal) und Florian Dähler (zurück zu Martigny). Yannick Kaufmann befindet sich in einem Tryout in Langenthal.

Des einen Glück ist des anderen Leid

Für die einen kommt es hingegen knüppeldick: Nando Wüthrich, der 23-jährige Verteidiger aus dem Emmental hat seinen «Traum von der Profikarriere begraben müssen. Ich bin noch kein NLB-Top-Verteidiger, deshalb war ich um die Vertragsverlängerung in Basel froh, ich hatte keine Chance auf einen andern B-Vertrag.» Diese Woche soll eine Entscheidung zugunsten eines Amateurliga-Klubs fallen – entweder in Basel oder im Raum Bern.

Den Schritt in die 1. Liga will Sebastian Sutter nicht machen, für ihn steht ein Profivertrag im Vordergrund, «sonst werde ich mich halt anders orientieren müssen, leider.» Das hat – trotz «einigen guten Angeboten» – der pfeilschnelle Pascal Wittwer, seit Jahren einer der besten Skorer in Basler Diensten, bereits getan. Er wird sich dem 1.-Liga-Team des EHC Aarau anschliessen und sich beruflich weiterentwickeln. Damit ist die Profikarriere des 29-Jährigen beendet. Der 26-jährige Ex-Captain Marvin Frunz geht den gleichen Weg: «Ich werde ab 18. August zu 100 Prozent arbeiten und mich – sofern die Transfermodalitäten geklärt werden können – beim EHC Basel spielen.»

Warten auf den Türöffner

Rolf Portmann, der 30-jährige Stürmer, hingegen will «abwarten, ob sich im August bei einem B-Klub noch eine Türe öffnet», andernfalls dürfte auch er sich einem 1.-Liga-Team anschliessen, «das mir beim Wiedereinstieg ins Berufsleben behilflich ist.» Portmann hält sich beim EHC Burgdorf fit, zusammen mit seinem ehemaligen Martigny-Teamkollegen, dem 28-jährigen Verteidiger Stefan Flückiger, der «bis Ende Woche mit einer Tryout-Möglichkeit bei einem NLB-Klub» rechnet.

Auch Marco Vogt ist «in der Warteschlaufe. Es ist noch zu früh, um aufzugeben. Wenn ich allerdings kein gutes B-Angebot erhalte, werde ich vermehrt auf den Beruf setzen müssen und wahrscheinlich noch in der 1. Liga spielen.» Gleiches Bild bei Patrick Meyer, dem 22-jährigen Langenthaler. Die Rückkehr zu seinem Stammklub, den er im Frühling verlassen hat, ist ein Thema und «falls es nicht mit einem NLB-Vertrag klappt, werde ich halt notgedrungen auf Beruf und 1. Liga setzen.»

Leere Worte des Verwaltungsrates

Transfers im August oder noch später sind durchaus möglich, dabei wird neben dem Leistungsniveau aber auch das Glück mitspielen. Deshalb kann man davon ausgehen, dass rund die Hälfte der ehemaligen Sharks-Spieler ihre Profi-Karriere wird abbrechen müssen – entgegen den vollmundigen, aber wenig realitätsbezogenen Prognosen des ehemaligen Verwaltungsrates.