Spannender hätte die Handball-Finalissima in den Aufstiegsspielen der 1. Liga nicht werden können. Der TV Birsfelden war vor dem Spiel gegen Biel mit zwei Punkten Rückstand auf Steffisburg undankbarer Dritter. Ein hoher Sieg und eine Steffisburg-Niederlage hätten die Aufstiegsträume der Birsfelder am Leben lassen. Doch es bleibt beim Konjunktiv. Obwohl die Baselbieter mit einem fulminanten Schlussspurt gegen mit 27:21 gewannen, steigen sie nicht direkt auf.

Steffisburg besiegte Horgen, welches ohne einige wichtige Stammkräfte antrat. «Meine Frau verfolgte die Begegnung vor Ort. Sie hat das Resultat aber nicht mir, sondern meinem Assistenten geschrieben», sagt Trainer Reichmuth bereits wieder mit einem Schmunzeln auf den Lippen.

Am Mittwoch fällt Entscheid

Trotz der anfänglichen Enttäuschung besteht Grund zur Hoffnung: Aufsteiger Horgen unterschreibt morgen mit GC Amicitia einen Fusions-Vertrag. Da GC bereits mit einem Team in der NLB vertreten ist, wird ein Platz frei. Am Mittwoch wird entschieden, ob Birsfelden nachrückt oder die NLB in der nächsten Saison mit einer Mannschaft weniger gespielt wird. Keine einfache Situation, auch für Thomas Reichmuth: «Die Enttäuschung ist gross, dass wir es sportlich nicht geschafft haben. Der Verband wird entscheiden. Mit dem Spiel bin ich aber zufrieden.»

In der Tat konnte sich die Birsfelder Leistung sehen lassen. Insbesondere Torhüter Sebastian Tränkner glänzte mit zahlreichen Paraden, sodass sich die beiden Teams mit einem Spielstand von 11:10 in die Pause gingen. In den zweiten Hälfte drehten die Einheimischen auf. Angespornt durch die grossartige Zuschauerkulisse, spielten sie sich in einen Spielrausch. «Hätten wir so gegen Steffisburg gespielt, dann würden wir nun als Aufsteiger feststehen. In den vergangenen Spielen waren wir in den letzten fünf Minuten nicht gut, das hat den Unterschied ausgemacht», so Reichmuth. Hinzu kommt, dass mit Tobias Märki ein routinierter Spieler in dieser Finalrunde nicht auf Touren kam. «Normalerweise macht er pro Spiel sieben Tore. In der Finalrunde war es nur gerade eines», sagt der Coach.

Abschjed von Luca Engler wahrscheinlich

Noch sei es zu früh, neue Ziele festzulegen. Dies komme auf den allfälligen Aufstieg an. Sicher ist, dass zwei bis drei Routiniers aufhören werden. Auch um Topskorer Luca Engler (173 Tore) bangt Reichmuth: «Luca können wir wahrscheinlich nicht halten. Er hat nichts mehr in der 1. Liga zu suchen und gehört in die NLA.» Dann müssen eben andere in die Bresche springen. Mit der erfolgreichsten Nachwuchsarbeit in der Region Basel wird der TVB auch weiterhin gut aufgestellt sein.