Leistungssportförderung
Das Baselbieter Olympia-Team wird vergrössert und unbefristet weitergeführt

Regierungsrat intensiviert die Spitzensportförderung: Das Baselbieter Olympia-Team, das zuvor noch Projektstatus hatte, wird weitergeführt und nimmt neue Mitglieder auf.

Tobias Gfeller
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Zwei Sportler, neu vereint im Baselbieter Olympia-Team: Maurice Rösch (Karate, links) und Sabina Hafner (Bob, rechts).

Zwei Sportler, neu vereint im Baselbieter Olympia-Team: Maurice Rösch (Karate, links) und Sabina Hafner (Bob, rechts).

KEN

Sabina Hafner erklärt gestenreich der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektorin Monica Gschwind (FDP) sowie dem Sportamtsleiter Thomas Beugger den Bobsport. Was es braucht, damit sie beim Start und in der Bobbahn schnell ist. Die 33-jährige Liestalerin Sabina Hafner wagte im vergangenen Jahr ihr Comeback, nachdem sie nach Teilnahmen an den Olympischen Spielen 2006 und 2010, drei WM- und EM-Medaillen und einem Abstecher in den Skeletonsport ihren Rücktritt erklärt hatte. Für ihren Olympiatraum im kommenden Februar in Südkorea erhält sie nun finanzielle und moralische Unterstützung vom Kanton Baselland.

Hafner ist eines der acht neuen Mitglieder im Baselbieter Olympia-Team, das gestern von Regierungsrätin Monica Gschwind und dem Sportamt Baselland in Liestal vorgestellt wurde. Dazu gab Sportamtsleiter Thomas Beugger erfreut bekannt, dass der Regierungsrat das 2012 als Projekt gegründete Olympia-Team definitiv und unbefristet weiterführen wird. Die Projektphase sei erfreulich und erfolgreich verlaufen, resümierte Gschwind. «Mit dem Baselbieter Olympia-Team will der Regierungsrat einerseits die sportlichen Aushängeschilder auf ihrem Weg an die Spitze unterstützen, andererseits soll sich unter den Sportlern ein Teamgeist entwickeln, der sie zu Höchstleistungen anstachelt.»

Geld für neue Kufen

Ausgewählt für das Team werden Sportler, die realistische Chancen auf eine Teilnahme an Olympischen Spielen haben. Das Team hat Platz für 15 Mitglieder. Einzelsportler erhalten jährlich 12 000 Franken, Mannschaftsportler 6000 aus dem Swisslos-Sportfonds des Kantons. Die finanzielle Unterstützung ist für die Sportler der wohl wichtigste Aspekt des Baselbieter Olympia-Teams. Gerade in den Randsportarten, in welchen die meisten Mitglieder des Olympia-Teams zu Hause sind, ist der finanzielle Beitrag an die hohen Ausgaben essenziell.
Dies bestätigt auch Sabina Hafner: «Die Aufnahme ins Olympia-Team ist eine riesige Erleichterung. Der Kanton ist so mein Hauptsponsor.» Mit dem zusätzlichen Geld bestellte sie sich gleich neue Kufen für ihren Schlitten, die sie sich ohne die Unterstützung des Kantons womöglich nicht hätte leisten können.

Mehrstufiges Förderkonzept

Neben Sabina Hafner war gestern auch der 20-jährige Sissacher Karateka Maurice Rösch bei der Präsentation dabei. Er unterstrich neben dem finanziellen Aspekt auch das Vertrauen, das er durch die Mitgliedschaft im Olympia-Team spüre. Sein Trainer Giuseppe Puglisi freut sich ausserdem über die öffentliche Anerkennung seiner Sportart, die 2020 in Tokio erstmals olympisch sein wird. «Wie viele andere Sportarten betreiben auch wir eine Randsportart, die nicht die gleiche Aufmerksamkeit wie Fussball, Eishockey oder Tennis bekommt. Aber auch wir trainieren hart und intensiv.» Bei Maurice Rösch sind es täglich mindestens vier Stunden.

Maurice Rösch ist neu im Olympia-Team dabei.

Maurice Rösch ist neu im Olympia-Team dabei.

Zur Verfügung gestellt

Das Olympia-Team ist das oberste Organ der Leistungssportförderung im Kanton Baselland. Das Konzept beginnt mit «Talent Eye» im Vereins- und Schulsport, geht über Individuallösungen zwischen Schule, Beruf und Sport und findet im neu gegründeten Baselbieter Olympic Potential Team eine Zwischenstufe zum eigentlichen Olympia-Team. Auf allen Stufen ist neben der finanziellen Unterstützung die Betreuung und Beratung durch das Sportamt zentral.