Natürlich kann man nach einer Runde (Les Lions de Genève, einer der Titelkandidaten, spielen erst heute Abend ihre Auftaktpartie) noch nichts Definitives sagen. Tatsache ist aber, dass beide Teams in der 1. Runde positiv überrascht haben. Die Wings siegten beim Neuling Lausanne – und das ist bei weitem keine Selbstverständlichkeit, denn dem Traditionsklub wird zugetraut, dass er einen sicheren Mittelfeldplatz belegt. Das Birstaler Kombinat war der einzige Auswärtssieger der 1. Runde.

Veselin Veselinov ist aus der Distanz gefährlich.

Veselin Veselinov ist aus der Distanz gefährlich.

Dies hätte man Union Neuchâtel, ein Titel-Mitfavorit, zugetraut. Aber dass die Körbe in Lu­zern für die Rivalen heuer hoch hängen werden, konnte man in den Vorbereitungsphase spüren. Und mit dem 61:53-Heimerfolg sorgte die Mannschaft von Trainer Danijel Eric für einen erfreulichen Exploit und versetzte die 700 (!) Zuschauer in der schmucken Maihof­halle in Euphorie.

Starkes Kollektiv

Der sonntägliche Gast konnte vier Tage vor Meisterschaftsauftakt in Veselin Veselinov (33, 202 cm) einen Mann verpflichten, der gleich wie eine Bombe eingeschlagen hat. Der bul­garische Internationale war gegen Neuchâtel mit 14 Punkten Topskorer. Mit dem umsichti­gen Spielmacher Nemanja Kovacevic (Serbien) und dem defense- und reboundstarken US-Profi Rhamel Brown hat Central ein starkes Profi-Trio gefunden, das sich perfekt er­gänzt. Aber, wie bei den Starwings, gilt das Augenmerk nicht nur den ausländischen Be­rufsspielern, sondern Schweizer Akteure sollen immer mehr Verantwortung übernehmen. Sie sind nicht mehr das Beigemüse der Profis, sondern diese sind Ergänzungen und Stützen der nationalen Akteure.

Auf beiden Seiten werden je ein wichtiger Akteur fehlen. Bei den Starwings der Aargauer Philippe Sager und beim Gast Marco Lehmann (der U23-MvP der letzten Saison in der Nationalliga B hat auf Anhieb im Oberhaus reüssiert) sind seit Montag in China an der Un­iversiade, wo sie die ETH Zürich vertreten. Für beide Klubs war es eine Selbstverständ­lichkeit, Sager und Lehmann das Einverständnis für zehn Tage China zu geben. Meister­schaftsspiele im Klubdress wird es für beide noch viele geben; eine Universiade ist eine einmalige Sache.

Innerschweizer Invasion?

Luzern mobilisiert auf den Social Media seine Anhänger, am Sonntagnachmittag nach Ba­sel (korrekter: Birsfelden) zu fahren. Cheftrainer Danijel Eric, einst bei den Star­wings Spie­ler, dann Assistenztrainer (beim Cupsieg 2010) und danach zwei Jahre lang Cheftrainer, erklärt:  «Es wäre wichtig, wenn uns möglichst viele SCB-Fans vor Ort unter­stützen wür­den. Die Stimmung war am letzten Samstag in der Maihofhalle einfach genial und hat we­sentlich dazu beigetragen, dass unser Team den Sieg holen konnte.» Für Eric ist deshalb klar: «Je mehr laute SCB-Fans in Birsfelden, desto grösser unsere Siegeschan­cen!»

Dass dies jedoch alles andere als einfach wird, weiss SCB Erić. «Mit dem deutlichen Start­sieg in Lausanne haben die Starwings gezeigt, dass mit ihnen dieses Jahr zu rechnen ist.» Ausserdem gelten die Baselbeiter als überaus heimstark. «In der Sporthalle Birsfelden ist es für keinen Gegner einfach zu gewinnen», fährt Eric fort. Diese Erfahrungen haben die Luzerner erst vor drei Wochen gemacht, als sie sich am Novartis-Cup gegen die Starwings deutlich geschlagen geben mussten.