FC Basel
Das Bewerbungsschreiben eines Abwehr-Urgesteins

Walter Samuel half zünftig mit beim 4:2-Sieg des FC Basel gegen GC – nun warten höhere Aufgaben auf den Argentinier. Die Chancen stehen gut für den 36-jährigen Routinier, dass er im Champions-League-Spiel gegen Porto mitspielen darf.

Sebastian Wendel
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Walter Samuel überzeugt mit seinen präzisen Pässen.

Walter Samuel überzeugt mit seinen präzisen Pässen.

Keystone

Nein – Walter Samuel hüpfte nicht wie ein junges Reh über den Rasen im Stadion Letzigrund. Natürlich – Samuel hatte in dem einen Laufduell gegen GC-Sprinter Anatole klar das Nachsehen. Und doch war der 36-Jährige für den FC Basel beim Rückrundenauftakt Gold wert: Mit Samuel als Organisator fand die Abwehrreihe zu der lange vermissten Stabilität, die ihr der für den Argentinier ausgewechselte und kränkelnde Fabian Schär nicht geben konnte. Als hinten die Ordnung sicher gestellt war, schaltete sich Samuel auch ins Offensivspiel ein und leitete eben mal mit einem magistralen Pass über das halbe Spielfeld Marco Strellers Tor zum 3:1 ein.

Klar, dass auch die Kollegen Lob übrig hatten für den Auftritt des Teamseniors. «Er lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen, das ist schon beeindruckend», sagte Streller. Und der Captain konterte all diejenigen, die sich über Samuels saubere Spielauslösung verwundert die Augen rieben: «Ich wusste schon lange, dass er solche Pässe schlagen kann. Er zeigt es tagtäglich im Training.»

Der Mann mit der Erfahrung

Die Soforthilfe in der zuvor wackligen FCB-Abwehr war das eine. Die fast noch wichtigere Erkenntnis aus seinem gelungenem Teileinsatz gegen GC war die, dass Samuel bereit ist für den anstehenden Höhepunkt in der Champions League: Morgen in einer Woche nämlich, wenn der FCB im Hinspiel der Achtelfinals den FC Porto empfängt, wird er aller Voraussicht nach für den gesperrten Fabian Schär in der Startformation stehen. Und nicht der 15 Jahre jüngere Arlind Ajeti, für den es am Sonntag keinen Platz im 18-Mann-Kader hatte.

«Samuel kann uns helfen mit seiner Erfahrung», begründete FCB-Sportdirektor Georg Heitz im Sommer die Verpflichtung des von 68 Einsätzen in der Königsklasse gestählten Verteidigers. Der erste Versuch ging schief, als Rot-Blau mit Samuel als Abwehrchef 1:5 in Madrid unterging. Ein halbes Jahr später ist er sein Übergewicht und grösstenteils auch die Knieprobleme los – wetten, dass es gegen Porto besser läuft?