Basler Cupfinal
Das Duell um den letzten Titel: In Möhlin stehen sich der FC Aesch und Concordia im Basler Cupfinal gegenüber

Am Samstag (17 Uhr; Sportzentrum Steinli) wird das 77. Endspiel um den Basler Fussball-Cup ausgetragen. Mit Aesch und «Congeli» treffen zwei regionale Zweitligisten aufeinander.

Georges Küng
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Aesch-Trainer Sehid Sinani (links) und die «Congeli»-Trainer Anil Kumar und Rishi Suhanthan nach einem gemeinsamen Kaffee in Laufen. Am Samstag wird es weniger freundlich zu- und hergehen.

Aesch-Trainer Sehid Sinani (links) und die «Congeli»-Trainer Anil Kumar und Rishi Suhanthan nach einem gemeinsamen Kaffee in Laufen. Am Samstag wird es weniger freundlich zu- und hergehen.

EH-Presse

«Wir sind nicht Favorit»

Sehid Sinani ist 35 Jahre alt und seit Dezember 2016 Cheftrainer des FC Aesch. Der Laufner mit kosovarischen Wurzeln war einst ein hoffnungsvolles Talent des FC Basel, wechselte dann – um Spielpraxis zu sammeln – zum FC Thun, wo er in der legendären Saison 2005/06 der Berner Oberländer als Kaderspieler im Aufgebot zu den Gruppenspielen der Uefa Champions League gegen Ajax Amsterdam, FC Arsenal und AC Sparta Prag stand. Tempi passati.

Grosser Saisonhöhepunkt

Jetzt richtet sich sein Fokus aufs Endspiel um den Basler Cup. «Wir sind sicher nicht Favorit, aber in einem Finale ist alles möglich. Und wir rechnen uns gute Chancen aus, das Endspiel erfolgreich zu gestalten», so Sinani. Dass die Schlussplatzierung in der regionalen Meisterschaft mit dem Erreichen des achten Platzes nicht ganz den Erwartungen entsprochen hat, weiss der Trainer. «Wir verloren in der Winterpause vier gestandene Spieler und Leistungsträger, die wir nicht gleichwertig kompensieren konnten.

Für uns ist diese Partie der absolute Saisonhöhepunkt», fährt er fort. Mit dem 32-jährigen Nico Thüring verfügt der FC Aesch über einen Mann, der ebenfalls das Fussball-Abc beim FC Basel erlernt hat und lange Erfahrungen in der Challenge League beim FC Winterthur, SC Kriens und FC Concordia sammeln durfte. Aber auch mit Captain Alessandro De Colle und Sturmspitze Jeton Abazi verfügen die Baselbieter über Akteure, die eine Partie prägen, ja gar entscheiden können. «Wir sind eine Mannschaft, die gerne im Ballbesitz ist und kreativen Fussball spielen will. Da unterscheiden wir uns nicht gross vom Finalgegner. Unsere Routiniers werden gefordert sein, unsere jungen Akteure zu führen, damit der Pokal ins Birstal kommt», schmunzelt der Aescher Trainer Sinani.

Schwache Defensive

Das Torverhältnis von 73:74 (nach 26 gespielten Runden) zeigt, dass der FCA in der Tat eine starke Offensive besitzt; andererseits erhielten nur die drei Absteiger (FC Rheinfelden, FC Türkgücü Basel und FC Arlesheim) mehr Gegentore in der Meisterschaft der 2. Liga. Und dass nicht immer der Favorit den Cupfinal gewinnt, hat der nationale Wettbewerb und der DFB-Pokal gezeigt. YB und Bayern lassen grüssen.

«Der Stachel sitzt noch»

Wer in diesen Tagen mit Exponenten des FC Concordia redet, kommt automatisch auf den letzten Samstag zu sprechen, als «Congeli» gegen die zweite Mannschaft des BSC Old Boys zuletzt mit 1:4 unterging, sodass der SV Muttenz den (Wieder-)Aufstieg in die 2. Liga interregional geschafft hat.

«Natürlich sitzt der Stachel tief. Selbstverständlich schmerzt es sehr, wenn man eine Viertelstunde vor Saisonende den Aufstieg aus der Hand gibt. Aber wir haben die Partie zu Recht verloren und unsere Konzentration gilt dem Finale von diesem Wochenende», sagt Anil Kumar, 48-jähriger Cheftrainer des Basler Traditionsvereines. «Auch für uns ist dieses Endspiel gegen dem FC Aesch der Saisonhöhepunkt. Man vergesse nicht, dass der Gewinner des Basler Cups im Schweizer Cup teilnehmen darf. Und mit Losglück kann man dort auf einen Grossen des Landes treffen», ergänzt der gebürtige Inder.

Grössere Erfahrung

Wie sein Trainerkollege Sinani erklärt Kumar, dass «es in einem Cupfinal nie einen sicheren Sieger gibt; eine allfällige Favoritenrolle ist irrelevant. Vielleicht verfügen wir über mehr Finalerfahrungen als Aesch, denn wir konnten den Cup letztes Jahr gewinnen und wollen unseren Triumph vom Vorjahr unbedingt wiederholen. Und es wäre gelogen, wenn ich sagen würde, dass die Moral der Spieler euphorisch ist; das Scheitern auf dem Weg zurück in die 2. Liga inter hat Spuren hinterlassen», erzählt Kumar.

Erfolgreicher Chef

Congeli-Sportchef Willy Schmid darf man als einen der Doyens des regionalen Fussball bezeichnen. Der 70-jährige SFV-Instruktor meint kurz und bündig: «Wir sind der Titelverteidiger. Und wir wollen diesen Pokal wieder gewinnen. Concordia will im Schweizer Cup mitmachen; also muss man zuerst den Basler Cup für sich entscheiden». Er selber hat den Cup als Trainer bereits stolze viermal (mit Aesch, Concordia und Nordstern) gewinnen können. Und fügt abschliessend an: «Ein Cupfinal muss für jeden regionalen Spieler ein Saisonhöhepunkt sein. Und in unserem Falle würde es helfen, die bittere Niederlage vom letzten Samstag gegen OB ein wenig schneller vernarben zu lassen», so der Fussballlehrer.

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