Basler Stadtlauf
Das Erlebnis des Clint Perret

Ein Australier aus Münchenstein sorgt für das regionale Topergebnis. Nun peilt er die Weltmeisterschaften im nächsten Sommer an.

Jörg Greb
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Zum 13. Mal in den letzten 15 Jahren setzte sich beim Männer-Elite-Rennen ein Afrikaner durch. Mit Frederick Ndunge wars ein neuer Name aus dem ostafrikanischen Läuferland Kenia, aber kein Unbekannter. Eine Woche zuvor hatte der 20-Jährige bereits in Bulle der Konkurrenz keine Chance gelassen. Und mit Jane Muia setzte sich bei den Frauen eine Landsfrau durch, sie, die Vorjahressiegerin. Trotzdem fehlte es bei der 28. Austragung nicht an Schweizer Glanzpunkten. Zum einen war da Sabine Fischer, die Stadtlauf-Siegerin von 2007 und 2008, welche Jane Muia beinahe an der Titelverteidigung hinderte. Mit einem Rückstand von lediglich einer Sekunde belegte die Glarnerin nach den 7,8 km Platz 2.

Und da war Clint Perret, ein 27-jähriger Mann im Dress des LC Basel. Clint Perret, der Name lässts vermuten, kommt von Australien. Seit gut einem halben Jahr aber hat er sich hier, in Münchenstein, niedergelassen. Der Grund dafür ist Renate Wyss, seine Partnerin, mit der er seit diesem Sommer verheiratet ist. Kennen und lieben gelernt haben sich die beiden vor fünf Jahren, als der junge Perret schon einmal Rennen in der Schweiz lief. Nun folgte ihm die begeisterte Langstrecklerin nach Downunder und studierte in
Melbourne.

Ein Lauf der Emotionen

Nun ist das Paar in Wyss’ Heimat zurückgekehrt. Seine Ambitionen im Sport verfolgt Clint Perret nun hier. Einen beachtlichen Level hat er bereits erreicht. Bereits zweimal lief er an der Halbmarathon-WM für Australien, in diesem Jahr debütierte er an der Cross-WM. «Ich habe hohe Ziele», sagt er. Der Marathon soll seine Distanz werden. Die Weltmeisterschaften im nächsten Sommer in Daegu (Kor) peilt er an sowie die nächsten Olympischen Spiele in London. Dazu motivieren ihn auch die gemeinsamen Trainings mit Renate Wyss, denn «den nächsten Marathon laufen wir beide im nächsten Frühling».

Der Stadtlauf hat bei Clint Perret Emotionen ausgelöst: «Durch meine Stadt laufen, durch jene Strassen, die ich vom Shoppen und Kaffeetrinken her kenne, war speziell.» Ihm hat das taktische Rennen, das sich aufgrund der anspruchsvollen Witterungsbedingungen her ergab, zugesagt. Mit einem Rückstand von 19,1 Sekunden auf Frederick Ndunge erreichte er das Ziel nach den 10 Kilometern an vierter Position. Seine optimale Leistung konnte er indes nicht abliefern: «Es war enorm kalt und einen Wettkampf bei solchen Bedingungen bestreiten war für mich Neuland.» Herausforderungen ist er sich mittlerweile aber gewohnt. An die Kultur, die Leute oder den Beruf als Kindergärtner an der Swiss International School denkt er. «Die Unterschiede zu Australien sind in vielem gewaltig», sagt er. Auch beim Lauf-Wetter.