Sich wenigstens einmal im Leben wie ein Profi fühlen – für die Hobbysportler der 3.-Liga-Mannschaft des Unihockeyklubs Sharks Münchenstein geht dieser Traum schon bald in Erfüllung. Am 9. Juli werden die Baselbieter ihr erstes von zwei Spielen gegen die Nationalmannschaft Singapurs bestreiten – in Singapur. Die meisten von ihnen bleiben danach eine Weile in Südostasien.

«Einige von uns gehen schon nach einer Woche wieder zurück in die Schweiz», sagt Adrian Vogel, einer dieser «Verrückten», «der Grossteil allerdings verbindet die Reise mit Ferien.» Bali, Vietnam oder Singapur selbst, das sind die Destinationen. Die Spieler bleiben unterschiedlich lange – zwischen einer Woche und zwei Monaten.

Vogel selbst geht als einer der Ersten wieder zurück, seine Frau ist schwanger. Er kennt Singapur bereits, war letzten Herbst dort. Genau dann nahm das Abenteuer seinen Lauf. Vogel ging in einen Unihockey-Laden und kam mit dem Besitzer ins Gespräch.

Als er jenem erzählte, dass er den Sport selbst betreibt, wurde der Verkäufer hellhörig. «Ich solle mich doch einmal beim Präsidenten des nationalen Unihockeyverbands melden und für ein Freundschaftsspiel gegen die Landesauswahl anfragen. Er wäre sicherlich dafür zu begeistern. Er gab mir E-Mail-Adresse und Telefonnummer.»

Die Ungewissheit

Mit diesen Kontaktdaten im Gepäck machte sich Vogel auf den Weg zurück in die Schweiz, wo er seinen Teamkollegen davon berichtete. Daraufhin wurde diskutiert, wer ein solches Duell wohl gewinnen würde und wann man die Reise eigentlich antreten sollte. Alles nur im Spass – vorerst. «Aus diesem Jux wurde plötzlich Ernst», so Vogel, «also versuchte ich, Kontakt mit dem Präsidenten aufzunehmen.»

Das gelang relativ schnell und der gute Mann sagte auch bald einmal zu. Doch was erwartet die Abenteuerlustigen nun eigentlich genau in Südostasien? «Das wissen wir selber nicht», gesteht Vogel und fährt fort, «ich musste auch beim Präsidenten immer nachhaken. Von alleine kam da nichts mehr, aber das ist wohl einfach die asiatische Mentalität.»

Abgemacht ist, dass die Sharks zwei Spiele gegen die Nationalmannschaft austragen. Dies in der WM-Halle von 2005. Ob sie wirklich dort spielen, werde man sehen, so Vogel. Genauso, ob überhaupt Zuschauer kommen. «In Singapur spielen etwa 1500 Menschen Unihockey, ich hoffe, dass einige davon dabei sein werden.»

Der Präsident habe ihm versprochen, Werbung zu machen. «Und wenn wir dort sind, werden wir selber auch noch Flyer verteilen und die Leute darauf aufmerksam machen.» Schliesslich ist das für die Schweizer ein einmaliges Erlebnis.

Neuer Drive in der Mannschaft

Allerdings auch ein Erlebnis, das nicht ganz billig ist. Der Flug kostet zwischen 700 und 900 Franken. Hinzu kommen Kosten für Hotel, Essen und was man in einer Woche in Singapur sonst noch so braucht. Des Weiteren liessen sich die Baselbieter extra für diese Spiele neue Tenues anfertigen.

Um zumindest einen Teil der Kosten decken zu können, starteten sie verschiedene kleinere Projekte. Beispielsweise liessen sie Bilder im Panini-Stil anfertigen, welche sie unter Freunden verteilen und verkaufen. Zudem starteten sie ein Tippspiel. «Für alle Kosten wird das sicher nicht reichen», hält Vogel fest.

Der offizielle Start in das Abenteuer erfolgte bereits letzten Freitag mit einem «Kick-off-Event» in Form einer grossen Party mit allen Freunden. «Bei diesem Event ging es jedoch nicht nur ums Geld», meint Vogel, «in erster Linie wollten wir die Vorfreude steigern und ein Fest mit Freunden geniessen.»

Ums Zusammensein geht es auch in Singapur in erster Linie. Man will wieder neuen Drive in die Mannschaft bringen. Zuletzt war die Trainingspräsenz eher dürftig. «Doch seit feststeht, dass wir die Reise durchziehen, hat dies sich markant verbessert.» Jeder ist wieder gewillt, Vollgas zu geben, um das Nationalteam Singapurs herausfordern zu können. «Ich hoffe, dass es enge Spiele gibt», wünscht sich Vogel, «am liebsten natürlich mit Siegen für uns.»