Fussball
Das Gipfeltreffen vor dem Gipfel: FC Basel vor entscheidenden Spielen

Der FC Basel steht vor einem wegweisenden Endspurt mit den Spielen gegen GC, Schalke 04 und Luzern. Die traditionelle Rivalität zwischen dem FCB und GC hat in den letzten Jahren jedoch etwas an Brisanz eingebüsst.

Sebastian Wendel
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Michael Skibbe und Murat Yakin tauschen sich mit Nettigkeiten ein: Wer gratuliert heute wem? Keystone

Michael Skibbe und Murat Yakin tauschen sich mit Nettigkeiten ein: Wer gratuliert heute wem? Keystone

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Im Brimborium der WM-Auslosung, des Endspiels auf Schalke und den latenten Unruhen um Trainer Murat Yakin geht dieser Tage fast unter, dass sich am Samstag im St. Jakob-Park das Beste gegenübersteht, was der Schweizer Fussball derzeit zu bieten hat: Der FC Basel, Titelverteidiger und aktueller Leader der Super League, gegen die Grasshoppers, Vizemeister, amtierender Cupsieger und zurzeit erster Herausforderer von Rot-Blau in der Tabelle.

War das «Joggeli» in der Vergangenheit vor solchen Spielen regelmässig ausverkauft, gingen bis gestern erst 27 500 Tickets über den Tisch. Nicht nur wegen des ungünstigen Termins weckt das Derby zwischen den beiden Erzrivalen nicht die grossen Emotionen, wie das früher war.

Haben zu Beginn des letzten Jahrzehnts Spieler wie Ricardo Cabanas (GC) und Mario Cantaluppi (FCB) aus ihrer Abneigung kein Geheimnis gemacht, werden heutzutage im Vorfeld des Aufeinandertreffens keine Giftpfeile mehr von Zürich nach Basel oder umgekehrt geschossen. «Früher waren das schon sehr brisante Duelle zwischen Basel und den Zürcher Klubs», erinnert sich Murat Yakin, der als Spieler die Derbys auf beiden Seiten erleben durfte.

In diesen Tagen hingegen werden im Vorfeld nur Nettigkeiten ausgetauscht. «Basel ist stark favorisiert», sagt GC-Trainer Michael Skibbe. «Salatic schaue ich sehr gerne zu», sagt Yakin zur Rückkehr des zuletzt verletzten Captains der Hoppers.

Keine Anzeichen von Schonung

Dabei geht es am Samstag insbesondere für den FC Basel um sehr viel. Mit einem Sieg stünde er praktisch als Wintermeister in der Super League fest und könnte die Reise nach Gelsenkirchen mit viel Selbstvertrauen in Angriff nehmen. Entsprechend will Yakin gegen GC keinen Spieler schonen im Hinblick auf das Spiel des Jahres am kommenden Mittwoch. «Wir hatten dank des verschobenen Cupspiels eine Woche Pause und zudem sind es nur noch drei Spiele bis zur Winterpause», sagt er.

Offen liess der Trainer bis gestern, ob der von seiner Fussverletzung genesene Geoffroy Serey Die ins Kader zurückkehrt. Ansonsten steht ihm mit Ausnahme der Dauerverletzten Marcelo Diaz und Behrang Safari das gesamte Personal zur Verfügung. Auch Marco Streller, dessen Rekurs gegen die Sperre immer noch keinen Entscheid hervorgebracht hat.

Es kann sich noch einiges ändern

Der FCB steht vor den letzten drei Spielen des Jahres. Und auch wenn es nur drei von insgesamt 31 Partien in der Vorrunde sind, kann sich noch viel ändern am Gesamtbild. Im Optimalfall geht Rot-Blau nach dem Spiel gegen Luzern am 14. Dezember mit neun Punkten Vorsprung auf die Konkurrenz in die Winterpause. Und steht, wenn er gegen Schalke nicht verliert, in den Champions LeagueAchtelfinals.

Genauso gut möglich sind der Verlust der Tabellenführung und der bittere Gang in die Europa League. Was für viele Spieler in Anbetracht der Ausgangslage eine Enttäuschung wäre. Ganz so dramatisch will es Yakin nicht sehen: «Wir haben das Ziel, europäisch zu überwintern, erreicht. Und die entscheidende Phase in der Super League ist noch weit entfernt.»