Eishockey

Das Glück des Ex-Sharks-Captains liegt nicht mehr auf dem Eis

Marvin Frunz hat mit Glück gleich eine Anstellung im Büro gefunden.

Marvin Frunz hat mit Glück gleich eine Anstellung im Büro gefunden.

Marvin Frunz gehört zu den wenigen verbliebenen Spielern, die in der vergangenen Spielzeit im EHC Basel zumindest Teilweise angestellt waren, und nach dem Konkurs in der 1. Liga auf Torejagd gehen. In seinem Fall nur noch spasseshalber.

Es ist noch nicht lange her, da sah die Welt für Marvin Frunz die Welt noch ganz anders aus. Aufgrund der Bilanzdeponierung der EHC Basel AG und dem damit verbundenen Rückzug des NLB-Teams Basel Sharks hatte der Eishockeyprofi eine unsichere Zukunft vor sich. «Das Unwissen, wohin mein Weg jetzt führen soll war das Schlimmste», erinnert sich der 25-Jährige. 

Glücklicher Zufall

Dass Frunz nun entspannter vorwärts blicken kann, verdankt der frühere NLA-Stürmer des EV Zug einem glücklichem Zufall: «Als ich bei der Rhy Personal AG das Insolvenz Formular ausgefüllt habe, fragte mich eine Mitarbeiterin, ob ich mich nicht bei ihrer Firma bewerben will.»

Nach einigen Gesprächen bekam dann Frunz eine Festanstellung bei der Personalvermittlungs-Agentur in Basel. «Über diese Chance bin ich unglaublich froh - und den Leuten der Firma, die mir das ermöglicht haben, unendlich dankbar», sagt Frunz sichtlich erleichtert und ergänzt: «Die Unterstützung, welche ich in von meinen Arbeitskollegen erhalte, ist grossartig. Man kann sagen ich hatte grosses Glück im Unglück.»

Dass die Umstellung vom flexiblen Leben eines Berufs-Hockeyspielers in den Büroalltag gilt als nicht einfach. «Reine Gewöhnungssache», winkt Frunz ab. Nach sechs Jahren Profi-Eishockey freut sich der Neo-Personalberater auf seine berufliche Zukunft.

Obwohl es nicht für die ganz grosse Sportkarriere gereicht hat, bereut Frunz keinen seiner Wechsel: «Für die Zeit, die ich von meinem Lieblingssport leben konnte, bin ich dankbar. Ich hätte bei den Sharks noch drei Jahre Vertrag gehabt, danach wäre wohl sowieso Schluss gewesen - jetzt ist es halt etwas früher passiert.»

Grosse Vorfreude

Auch wenn die provinzielle 1. Liga keineswegs mehr mit dem Niveau der NLB vergleichbar ist, freut sich der neue Basel-Kleinhüningen-Assistenzcaptain auf die anstehende Saison. «Trotz allem was passiert ist spiele ich immer noch sehr gerne Eishockey - ansonsten hätte ich diesen Sommer aufgehört», sagt Frunz und schiebt nach: «Ich bin froh, dass es endlich wieder los geht.»

Seiner Mannschaft traut der zum Verteidiger umfunktionierte Spieler durchaus zu, vorne mitzuspielen - auch wenn Frunz die Gegner noch nicht kennt. Dafür ist jedoch ein «diszipliniertes Auftreten als in der Vorbereitung» nötig.

Die Stimmung im Team sei auf jeden Fall hervorragend, obwohl das Kader vergleichsweise eher gross ist. «Ein gesunder Konkurrenzkampf gehört aber zum Eishockey.»

Entgegen der kürzlich getätigten Aussage des Vorstandes, in zwei bis drei Jahren wieder in der Nationalliga B spielen zu wollen, sagt Frunz: «Ein Aufstieg ist für mich derzeit gar kein Thema. Nach den turbulenten Wochen, die wir alle erlebt haben, möchte ich einfach gut spielen und die Matches gewinnen.»

Ausserdem wolle Frunz sowieso nicht mehr im Profieishockey auflaufen. Dafür hat er zu viel Freude an seinem neuen Job.

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