FC Basel

Das grosse Talent, das sich nie ganz entfaltete – Dimitri Oberlin wechselt leihweise zum FC Empoli

Oberlins grösster Moment beim FC Basel. Nach einem Sprint über das ganze Feld trifft er gegen Benfica Lissabon in der Champions League zum 2:0.

Oberlins grösster Moment beim FC Basel. Nach einem Sprint über das ganze Feld trifft er gegen Benfica Lissabon in der Champions League zum 2:0.

Gestern Abend, kurz vor Schliessung des internationalen Transferfensters, bestätigte der FC Basel, was diverse italienische Medien bereits am Nachmittag verkündeten. Dimitri Oberlin wird bis Ende Saison 2019/2020 an den FC Empoli aus der Serie A ausgeliehen.

Allzu überraschend kommt diese Meldung nicht. Zuletzt spielte der Schweizer mit kamerunischen Wurzeln beim FCB keine grosse Rolle mehr. In der Hinrunde der Super League stand er nur einmal von Beginn weg auf dem Platz. Meistens kam er zu Kurzeinsätzen – oder spielte gar nicht und kam bei der U21 in der Promotion League zu Spielpraxis.

Dabei hatte alles so gut begonnen mit Oberlin und dem FC Basel. Sportchef Marco Streller sprach bei der Verpflichtung Oberlins im Sommer 2017 von «einem der grössten Talente Europas». Man war überzeugt davon, dass in Oberlin viel Potenzial steckt – und damit hatte man nicht unrecht. Insgesamt erzielte er für die Basler elf Tore, vier davon in der Champions League. Manch ein FCB-Fan mag sich noch an diese eine magische Nacht erinnern, als Oberlins Potenzial in all seiner Pracht aufblitzte. Basel spielte in der Gruppenphase der Champions League gegen Benfica Lissabon. Die Partie endete 5:0 aus Basler Sicht. Matchwinner war Dimitri Oberlin, der zwei Tore erzielte. Vor allem das erste der beiden hatte es in sich. Der Basler Stürmer sprintete aus dem eigenen Strafraum los bis vor das gegnerische Tor und verwandelte eiskalt zum 2:0-Zwischenresultat.

«Zu wirr» und «zu wild»

Rückblickend betrachtet war das einer der wenigen Höhepunkte in der bisherigen Karriere des 21-Jährigen. In der heimischen Liga konnte er nie an die Leistungen aus den europäischen Wettbewerben anknüpfen. In der Offensive verstolperte er oft Bälle, Tore wurden zur Seltenheit. In der aktuellen Saison gelang ihm nur eines, in der 2. Runde des Schweizer Cups gegen Echallens. Ex-Trainer Raphael Wicky bezeichnete seine Spielart als «zu wirr». Marcel Koller tut es ihm gleich und sagt, Oberlin spiele «zu wild». Nun spielt Oberlin für die kommenden anderthalb Jahre in der Serie A. Im Leihvertrag ist eine Kaufoption für die definitive Übernahme durch Empoli vorgesehen. Sportchef Streller sagt zum Transfer: «Ich bin nach wie vor überzeugt von Oberlins Qualitäten und denke, dass er von den Erfahrungen, welche er in der Serie A sammeln wird, sehr viel profitieren kann.»

Irgendwie passend, dass Raphael Wicky bei der Verpflichtung im Jahr 2017 sagte: «Wenn die Karriere in geordneten Bahnen läuft, wird Oberlin explodieren. Aber er kann auch durchfallen, wenn man ihn hängen lässt.» 

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