Die Starwings haben das mit Abstand kleinste Budget aller acht NLA-Vereine. Die Birstaler Equipe verfügt als einziger A-Ligist über keinen Schweizer Nationalspieler in seinen Reihen. Die Unterbaselbieter zahlen den vier ausländischen Profispielern die kleinsten Gehälter. Und auch die Kaderbreite ist eines Spitzenklubs unwürdig.

All diese Tatsachen müssten, gerade in einer technischen Sportart wie Basketball, Garantie sein, dass dieser Klub in der höchsten Spielklasse gar nicht wettbewerbsfähig ist und zum Spielball der Konkurrenz degradiert wird. Doch es sind die Baselbieter, welche praktisch Runde für Runde (es sind in der Zwischenzeit 28 Meisterschaftspartien gespielt) die Rivalen ärgern und oftmals auch besiegen.

Die Starwings liegen auf Rang fünf, die Playoff-Halbfinals sind in Reichweite. Das löst bei den Landesgrössen aus Fribourg, Genf, Lugano und Monthey Katerstimmung aus und die Klubverantwortlichen fragen sich regelmässig, wie es möglich ist, dass der Allerkleinste die Riesen zu Fall bringt. Oder biblisch gesprochen: Im Schweizer Basketball wiederholt sich die Geschichte von David und Goliath fast Woche für Woche.

Ein Traum-Quartett

Ausländische Basketballer zu finden, ist kein Problem. Denn für jeden Posten hat es mindestens 50 bis 100 Kandidaten. Angebot und Nachfrage stehen in einem krassen Missverhältnis. «Die Schwierigkeit ist es, in unserer bescheidenen Gehaltsklasse jenen Spieler zu finden, der nicht nur substanziell der Nationalliga A gerecht wird, sondern auch über Sozialkompetenz verfügt und integer ist», sagt Starwings-Cheftrainer Roland Pavloski.

Und in dieser Hinsicht fand Pavloski nicht bloss eine Trouvaille, sondern er spürte gleich ein Quartett auf. Die vier Amerikaner Kaylon Williams, Riley Luettgerodt, Darell Vinson und A.J. Pacher ergänzen sich auf dem Spielfeld, als ob sie ein ganzes Leben lang zusammengespielt (und gewohnt) hätten. Dazu passt: Nur Topskorer Pacher lebt in einem eigenen Apartment. Das Trio Luettgerodt, Vinson und Williams teilt sich, auch aus Kostengründen, eine 4-Zimmer-Wohnung. Man stelle sich vor, die drei FCB-Ausländer Mohamed Elneny, Derlis Gonzalez und Yoichiro Kakitani müssten sich ein Zuhause teilen.

Mit Joël Fuchs ein Quintett

Das US-Quartett könnte aber nicht derart auftrumpfen, wenn es nicht durch den Schweizer Joël Fuchs (25) zu einem wunderbaren Quintett ergänzt würde. Der Zürcher spielt seit acht Jahren für die Starwings, studiert an der Universität Basel Jura und darf als Integrations- und Symbolfigur bezeichnet werden. Loyal dem Klub gegenüber und vom Scheitel bis zur Sohle ein Teamplayer, ist Fuchs der «Mohikaner» bei den Starwings. Denn andere Schweizer Spieler haben es nicht geschafft oder sind nicht willens gewesen, sich einzuordnen.

Beste Beispiele sind zwei Spieler. Der eine, Ardefrim Lushaj, kehrte bereits nach drei Monaten nach Luzern in die Nationalliga B zurück. Der andere, Stefan Petkovic, Ex-Nationalspieler und sogenanntes «Jahrhunderttalent», provozierte an Weihnachten einen «französischen Abgang». Obwohl Petkovic in der nun fehlenden Rotation eine wichtige Rolle gespielt hätte, waren sich die vier Amerikaner einig: «Es wird nur ein Körper im Training fehlen. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.»

Fribourg Olympic kommt

An diesem Samstag (17.30 Uhr, Sporthalle) gastiert Fribourg Olympic in Birsfelden. Nach der gestrigen Niederlage des Rekordmeisters gegen Union Neuchâtel könnte der einzige Deutschschweizer NLA-Klub mit einem Sieg im Direktduell die Saanestädter in der Rangliste überflügeln und auf Rang vier vorstossen. Der Einzug in die Playoff-Halbfinals wäre die Krönung einer Saison, welche den Starwings gemäss den Prognosen der Fachleute aus der Romandie, dem Tessin, aber auch aus der Deutschschweiz lauter Niederlagen hätte bringen sollen.

Vielmehr wurde der Gang in die Birsfelder Sporthalle für jene Klubs, die mit einem Millionenbudget jonglieren (die Starwings verfügen über bescheidene 350 000 Franken) zu einem «wahren Höllenritt», wie National- und Fribourg-Trainer Petar Aleksic bereits in der Qualifikationsrunde erklärte. Damals, am 2. November 2014, entzauberte das wunderbare Quintett den damaligen Co-Leader und siegte mit 91:81.