Die Vorfreude war riesig. In der
2. Cup-Runde angelte sich der SV Muttenz mit den Young Boys ein Traumlos. Für die Baselbieter so etwas wie das Spiel des Lebens. Dass die Berner mit 5:1 die Oberhand behielten, war den damals 2950 Zuschauern nur eine Randnotiz wert.

Feststimmung ist vorbei

Neun Monate später ist die Feststimmung längst verflogen. Mit dem Abstieg in die 2. Liga inter ist man wieder auf dem harten Boden der Realität gelandet. Denn geändert hat sich seither vieles – ja fast alles. Nur eine Handvoll Spieler haben dem Verein die Treue gehalten. Auch Trainer Attila Sahin und Sportchef Peter Schüpbach haben ihre Ämter niedergelegt. Nicht aus persönlichen, sondern geschäftlichen Gründen. Mit Björn Ulli und Andreas Häfliger haben die Muttenzer immerhin rechtzeitig auf die kommende Saison die Nachfolger gefunden.

«Zu fest auf das Spiel fokussiert»

Präsident Manfred Wieland rollt die vergangene und turbulente Saison nochmals auf, sucht nach Erklärungen für den Abstieg. Die Antworten stehen und fallen mit dem Cup-Hit gegen die Young Boys. «Wir haben uns wahrscheinlich zu fest auf dieses Spiel fokussiert.» Sprich: Kein Spieler wollte sich vor dem Highlight unnötig verletzen und drosselte den Einsatz in der Meisterschaft. «Wenn das über mehrere Partien geht, fehlen am Ende genau diese Punkte», sieht der Präsident einen Hauptgrund für die nur 23 gesammelten Zähler.

Ähnlich starke Mannschaft wie letzte Saison

Mittlerweile haben die Baselbieter den bitteren Abstieg verdaut und sind bereit für die neue Herausforderung in der 2. Liga inter. «Es wird keine einfache Saison», blickt Wieland voraus. Aber ein Neuanfang, ist gleichzeitig auch eine neue Chance. «Wir wollen die kommende Spielzeit gut überbrücken und uns in der Liga etablieren.» Ein direkter Wiederaufstieg steht aber nicht zur Diskussion. Über die Qualität kann und will Wieland nach den wenigen Vorbereitungswochen noch nicht viel sagen. «Vom Gefühl her erwarte ich eine ähnlich starke Mannschaft, vielleicht minim schlechter.» Die Wahrheit liegt auswärts gegen Dulliken, wie immer, auf dem Platz.