Volleyball
Das Jubiläumsturnier sucht seinen Sieger

Zum 25. Mal spielen sechs Teams um den Titel des Women’s Top Volley International. Obwohl OK-Präsident Socin mit seiner Crew aufhören wird, bleibt das beliebte Turnier dank dem Volero Präsident Stav Jacobi bestehen.

Paul Ulli
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Die Spielerinnen vom Racing Club de Cannes (rechts, im Final gegen São Paulo) gelten in Basel als Publikumslieblinge und treten in der St.Jakobshalle gleichzeitig als Titelverteidiger an. Kefalas/Keystone

Die Spielerinnen vom Racing Club de Cannes (rechts, im Final gegen São Paulo) gelten in Basel als Publikumslieblinge und treten in der St.Jakobshalle gleichzeitig als Titelverteidiger an. Kefalas/Keystone

KEYSTONE

Wenig Freude herrschte im vergangenen Dezember, als OK-Präsident Christoph Socin das Ende des beliebten Volleyball-Turnieres bekannt gab, da er und seine Crew nach einem Vierteljahrhundert aufhören würden. Doch seit zirka einem Monat steht definitiv fest, dass Volero-Präsident Stav Jacobi mit einem neuen Staff diesen traditionellen Anlass weiterführen wird. Doch zunächst wird der diesjährige Sieger gesucht. Die bz stellt die teilnehmenden Mannschaften etwas näher vor und wagt dabei jeweils einen Expertentipp.

Titelverteidiger

Aus dem Teilnehmerfeld kaum wegzudenken ist der Racing Club de Cannes. Der 17-fache französische Meister setzt auf Kontinuität. Yan Fang trainiert die beim Basler Publikum sehr beliebte Mannschaft seit sage und schreibe 21 Jahren. Mit ihm wird auch die 38-jährige «Grande dame» und Capitaine des Teams von der Côte d’Azur, Victoria Ravva, zum x-ten Mal in Basel ihr grosses Können zeigen. Mit der Ex-Volero-Angreiferin Ana Antonijevic verstärkt eine in der Schweiz nicht ganz unbekannte Spielerin den Klub, dessen Wahlspruch auch in Basel lauten wird: «Yes, we Cannes». bz-Tipp: Titelverteidigung

Der starke russische Bär

Erstmals im Turniertableau mit dabei sein wird in diesem Jahr das Team von Dinamo Krasnodar aus Russland. Die Industriestadt mit 750 000 Einwohnern liegt 1200 Kilometer südlich von Moskau und das Volleyballteam spielt seit dem Jahr 2009 wieder in der russischen Superliga. Mit Liubor Sokolova (36) und der 29-jährigen Kubanerin Rosir Calderon verfügt das Team nicht nur über Medaillengewinnerinnen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, sondern auch über jede Menge Routine. Nicht zu übersehen sein wird die 197 Zentimeter grosse Mittelblockerin Marina Maryukhnich, welche ihre Libera Svetlana Kryuchkova um 27 cm überragt. bz-Tipp: 3. Platz

Samba aus Uberlandia

Mit dem Banana Boat Praia Clube nimmt seit 1999 das dreizehnte brasilianische Team am Top Volley-Turnier teil. Wie bei den meisten südamerikanischen Vereinen ist der Klubname ein Markenname. Teamleaderin ist ganz klar Marianne Steinbrecher, Olympiasiegerin von Peking 2008, welche schon in einigen anderen Volleyballteams in Basel gastierte. Mit der Amerikanerin Kimberly Glass ist auch eine ehemalige Turniersiegerin in der Rheinstadt mit dabei (2011, Rabita Baku). Die Aussenangreiferin mit Schuhgrösse 43 ist zudem für ihr aussergewöhnliches Hobby bekannt. Die passionierte Käuferin und Sammlerin von Schuhen soll einige hundert Paar Schuhe ihr eigen nennen. Als Turniernovum zählt sicher auch die Teilnahme der Zwillingsschwestern Monique und Michelle Marinho Pavâo, welche beide im erfolgreichen brasilianischen Nationalteam spielten. bz-Tipp: 4. Rang

Die Rückkehrerinnen

Der aktuelle deutsche Meister, Schweriner SC, nimmt zum vierten Male beim hochkarätigen Turnier am Rheinknie teil. Nach elf Jahren ungewollter Abstinenz, in Deutschland machte die Meisterschaft zwischen Weihnachten und Neujahr keine Pause, wollen die Deutschen aus der Landeshauptstadt von Mecklenburg- Vorpommern ein Wörtchen um den Turniersieg mitreden. Topskorerin beim Vierten der Bundesliga ist die Brasilianerin Souza Ziegler. Neu beim 1957 in der damaligen DDR gegründeten Verein spielen auch die serbische Nationalspielerin Danica Radenkovic und die 24-jährige Aussenangreiferin Franziska Poll. bz-Tipp: 5. Rang

Die Schweizer Überflieger

Je acht Meister- und Cuptitel kann Volero Zürich seit dem Aufstieg in die Nationalliga A im Jahre 2004 vorweisen. Auch in der Champions League brilliert das mit Spielerinnen aus acht Nationen gespickte Team von Trainer Dragutin Baltic. Mit der Verpflichtung der starken amerikanischen Passeuse Lynn Thompson ist das Spiel der «Zürcherinnen» noch variantenreicher geworden. Das Basler Turnier soll zugleich auch eine Hauptprobe für die Champions-League-Achtelfinals vom Januar gegen Piacenza werden. Nach ihrer Blinddarm-Operation von Anfang Dezember kann Captain Nneka Onyejekwe (24) allerdings noch nicht aktiv ins Geschehen eingreifen. Verletzungshalber fehlen werden auch Mira Todorova und Karine Guerra de Souza. bz-Tipp: 2. Platz

Die jungen Wilden

Unter dem Namen Team Suisse wird sich die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft mit den Weltbesten messen. Für Interims-Coach Timo Lippuner und seine teilweise sehr jungen Spielerinnen werden die drei Turniertage in Basel sehr lehrreich sein. Gabi Schottroff (16), Madleina Matter (17) und Zuspielerin Zora Widmer (19) geben drei talentierte Volleyballerinnen ihr Nati-Debüt. Angeführt wird die ziemlich neu formierte Mannschaft von Routinier Mandy Wigger (26), Patricia Schauss (25) und Ex-Sm’Aesch Pfeffingen Diagonalangreiferin Laura Sirucek (23). bz-Tipp: 6. Rang

Eröffnet wird das Turnier am Freitag, 27. Dezember um 14.30 Uhr mit der Partie zwischen dem Schweriner SC und Dinamo Krasnodar. Das grosse Finale steigt dann am Sonntag, 29.12. um 20.00. Der Eintritt ist an allen drei Turniertagen wie immer gratis.