Trampolin
Das Jungtalent hat auf dem Trampolin keine Zeit für Heimweh

Die 12-jährige Moira Ciliberto gehört dem Schweizer Junioren Kader an und geht Schritt für Schritt in Richtung Spitze. Die Sissacherin startet seit drei Jahren für das NKL.

Philippe Feller
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Moira Ciliberto will einst den Sprung in das A-Kader schaffen. PFE

Moira Ciliberto will einst den Sprung in das A-Kader schaffen. PFE

«Es war eine grosse Erleichterung für uns», erzählt Laura Ciliberto, die Mutter von Moira. Seit diesem Semester besucht die 12-jährige Moira die 6. Klasse an der Sportschule in Pratteln. Auch zuvor, als sie die Primarschule in ihrem Wohnort Sissach besuchte, wurde sie für ein paar Stunden freigestellt – jeweils vom Werk- oder Turnunterricht. «Das lässt sich nicht mit jetzt vergleichen. Ich geniesse viel mehr Freiheiten und habe vor allem beinahe keine Hausaufgaben mehr», erzählt Moira schmunzelnd.

Zum Trampolin kam Moira über Umwege. Angefangen hat sie mit Kunstturnen beim Nordwestschweizerischen Kunst- und Geräteturnzentrum Liestal (NKL). «Meine ältere Schwester Delia ging ins Kunstturnen und ich tat es ihr gleich.» Vor drei Jahren schaffte Moira den Cut für die Nachwuchs-Teams nicht und ihr damaliger Trainer legte ihr einen Wechsel zum Trampolin nahe. «Zuerst war ich mir nicht sicher, doch diese Änderung erwies sich als Glücksfall. Und ich fühle mich wohl.» Sicher ein Grund, warum es Moira in ihrem jetzigen Sport so gut gefällt, sind ihre konstant guten Resultate an den Wettkämpfen. An den letzten Schweizer Meisterschaften der Kategorien U12 und U14 erzielte sie zusammen mit ihrer Partnerin Janina Müller jeweils den zweiten Rang im Synchronspringen. Im Einzel-Wettkampf sprang sie auf den dritten Rang. Nicht nur gegen die heimische Konkurrenz weiss sich Moira zu behaupten. Regelmässig nimmt sie auch an internationalen Events teil. In dieser Saison startete sie zusammen mit dem NKL an einem Länderwettkampf in Salzburg und mit dem National-Kader an der Jugend-WM in Birmingham.

Da kann es vorkommen, dass Moira und ihr Team bis zu einer Woche im Ausland weilen, weit weg von zuhause. Heimweh? «Ich geniesse diese Reisen. Man kommt sich vor wie ein Profi, und zudem bin ich so auf den Wettkampf fokussiert, da habe ich keine Zeit für Heimweh.» Svetlana Ihnatovich, die Cheftrainerin des NKL, begleitet Moira und das Team stets an solche Wettkämpfe. «Svetlana ist während dieser Zeit so eine Art Ersatz-Mutter für uns», witzelt Moira.

Für Ihnatovich ist klar, dass Moira ihren Weg gehen wird: «Es gibt Athleten die sind mit mehr Talent gesegnet und andere müssen doppelt so viel schuften. Moira ist eine Kämpferin und hängt sich immer voll rein. Wenn sie weiterhin hart an sich arbeitet und sich physisch weiterentwickelt, kann sie viel erreichen. Unsere mittelfristigen Ziele sind die Junioren-EM 2014 und 2016.» Was ihr die Zukunft sonst bringen soll, weiss Moira noch nicht recht. Der Sprung in das A-Kader von Swiss Olympic soll geschafft werden und sie will an das Sport-Gymnasium. «Der Rest hat noch etwas Zeit», ergänzt die Mutter. Eine weitere Begabung hat Moira jedenfalls schon in die Wiege gelegt bekommen: Ihre Eltern sind ursprünglich aus Italien und daher hat Moira ein natürliches Faible für Sprachen. «Deutsch, Italienisch, etwas Englisch und Svetlana bringt uns einiges auf Russisch bei.»