Eishockey

Das Kanadier-Duo der Basel Sharks hat sich in der NLB festgebissen

Basels Dreifachtorschütze Brandon Buck (rechts) freut sich mit Kyle Greentree.

Basels Dreifachtorschütze Brandon Buck (rechts) freut sich mit Kyle Greentree.

Kyle Greentree und Brandon Buck sind in Basel angekommen. Dies zeigt auch die Statistik der Liga, in der die Kanadier ganz vorne auftauchen. Heute Sonntag (16 Uhr) gastiert der HC Ajoie in der St. Jakob-Arena.

Wenn es läuft, dann läuft es. Kyle Greentree muss angesprochen auf das dritte Tor im Match gegen Langenthal, das «finalement» ihm zugesprochen wurde, schmunzeln.

Als die Oberaargauer in der Schlussphase ohne Torhüter den Ausgleich suchen, ist es SCL-Stürmer Campbell, der einen Rückpass an die blaue Linie souverän zwischen seinen Verteidigern hindurch über das ganze Eisfeld ins eigene Tor zum 1:3 spediert. «So etwas hab ich noch nie gesehen. Wirklich ein Weihnachtspunkt für mich», lächelt Greentree.

Greentree führt die Wertung mit 1,48 Punkten pro Spiel an

Dabei hätte der 30-jährige Kanadier aus Victoria, am Südzipfel von Vancouver Island gelegen, solch landsmännischen Beistand gar nicht nötig. Mit 1,48 Punkten pro Match führt Greentree die entsprechende NLB-Wertung an.

Im Skorer-Ranking ist er hinter Campbell und Derek Damon (Thurgau) die Nummer drei. Sein Kumpel und Sturmpartner, Brandon Buck, ist der beste Passgeber der Liga und steht in der Skorerliste auf Platz sieben.

Damit ist funktional klar, dass die Sharks-Nordamerikaner einen sehr guten Job machen. «Sie haben die hohen Anforderungen, die an Ausländer in der NLB generell gestellt werden, bislang erfüllt», sagt Sharks-Coach Dino Stecher.

«Wohl einfacher vorgestellt»

Es habe seine Zeit gebraucht, bis Greentree und Buck in Basel angekommen seien. «Sie müssen Karren stossen und ziehen, laufen, laufen, laufen, Tore schiessen und Tore verhindern. Am Anfang haben sie sich das Ganze wohl etwas einfacher vorgestellt», so Stecher.

«Die Leaderrolle in der NLB zu übernehmen, ist viel schwieriger als in der NLA, der DEL oder NHL», hält der 49-Jährige fest. Ganz einfach, weil hinter den designierten «Stars» ein grösseres Leistungsgefälle klafft.

«Je grösser, desto mehr Verantwortung liegt bei den Ausländern», räumt Stecher ein. Der 30-jährige Kyle Greentree, der im Juni 2008 in der NHL für den Schweizer Tim Ramholt von Philadelphia nach Calgary getraded wurde, und der 25-jährige Buck, harmonieren in ihrer Rolle blendend.

Nicht nur, wenn sie zusammen Weihnachten feiern und Truthahn und Fondue chinoise essen, sondern auch wenn sie im Boxplay Pucks fressen. Greentree orchestriert das zweitbeste Powerplay der Liga und das Duo ist auch präsent, wenn es in der Kabine Mal eine Ansprache braucht.

Gegenseitiges Beflügeln

Zu Buck meint Greentree: «Wir können uns gegenseitig pushen. Er macht mich zu einem besseren Spieler.» Und umgekehrt.

Keine Frage – Greentree und Buck sind das A und O im Spiel der Sharks. Ein Spiel, das zuletzt zusehends hochtouriger drehte. Zehn der letzten 16 Partien haben die Rhein-Haie gewonnen.

Die Playoffs, die man letzte Saison mit Pauken und Trompeten verpasst hat, sind jetzt realistisch. Selbst wenn die Liga enorm ausgeglichen ist.

«Ich fühle mich sehr wohl in Basel – die Stadt und das Land sind super und ich habe sogar mein erstes Fussballspiel gesehen. Keines vom FC Basel zwar, aber immerhin das Länderspiel Schweiz gegen Brasilien», erzählt Greentree.

Auch mit der Sprache klappt es immer besser

Selbst mit dem ungewohnten Deutsch, in dem Dino Stecher seine Trainings zu leiten pflegt, komme er immer besser zurecht, sagt Greentree englisch. Wobei ihm der Schweiss förmlich von der Stirn tropft, wenn er das sagt. «Es war schon ziemlich hart zu Beginn, aber inzwischen verstehe ich recht viel – vor allem, wenn es um Eishockey geht.»

Das Üben mit seiner Frau trägt Früchte. Stecher sagt dazu: «Ich hatte schon während meiner Aktivzeit immer Freude, wenn die Ausländer auch etwas in unserer Sprache mitbekommen haben.»

«Hier, um zu helfen»

Was seine und Bucks statistischen Top-Werte anbelangt, sagt Greentree: «Wir sind da, um dem Team zu helfen. Wenn uns das gelingt, sind wir natürlich glücklich und zufrieden.» Die nächste Chance zum Glücklichsein bietet sich heute um 16.00 Uhr gegen den HC Ajoie.

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