VBC LAufen
Das Kantonalderby als Familienduell

Die 1. Liga-Partie zwischen Laufen und Allschwil war ein Kräftemessen der Volleyball Geschwisterpaare Tamara und Eveline Borer sowie Lorena und Simona Margiotta.

alan heckel
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bz Basellandschaftliche Zeitung

Am Ende verlief das Spiel in der Breitenbacher Turnhalle Grien, wie man es erwartet hatte. Der VBC Laufen zeigte gegen einen nominell stärkeren Gegner einmal mehr, dass die Distanz zu den Spitzenteams nicht so gross ist, wie manche Resultate in der aktuellen 1.-Liga-Saison vermuten lassen. Auf der anderen Seite demonstrierten die Frauen des VBC Allschwil, wieso sie das bestklassierte Baselbieter Team in der Gruppe B sind, legten aber trotz des 3:1-Sieges jene Inkonstanz an den Tag, die sie in dieser Spielzeit schon um so manchen Punkt gebracht hat.

Wie erwartet waren auch in jedem Team zwei Spielerinnen mit dem gleichen Nachnamen auf dem Matchblatt. Während die Schwestern Lorena und Simona Margiotta seit rund einer Dekade für Allschwil spielen, stehen die Cousinen Tamara und Eveline Borer erst seit der vorletzten Saison gemeinsam im Kader der ersten Laufner Mannschaft. Lange genug, um die Bedeutung des Kantonalderbys entsprechend zu gewichten. «Matches gegen Allschwil sind immer etwas Besonderes, weil in jedem Team Spielerinnen stehen, die vorher beim Gegner gespielt haben», sagt Zuspielerin Eveline.

Schwester als engste Verbündete

«Umso ärgerlicher, dass wir nicht alles umsetzen konnten, was wir uns vorgenommen hatten», ergänzt Zuspielerin Tamara. Die Borers empfinden es nicht als speziell, an der Seite eines Familienmitglieds auf dem Spielfeld zu stehen. «Wir kennen nichts anderes, schliesslich haben wir 2004 gemeinsam beim VBC Laufen angefangen», erklärt die 20-jährige Eveline. Der einzige Unterschied sei der Umgang miteinander, findet ihre ein Jahr ältere Cousine: «Mit Eveline kann ich auf dem Platz offener reden als mit einer ‹normalen› Mitspielerin.» Ein Aspekt, den auch die Margiottas herausheben. «Wenn ich meine Schwester kritisiere, kann ich viel direkter sein», bestätigt Lorena, die in der Mitte spielt. Und Nebenangreiferin Simona liefert den Grund, wieso sie der Tatsache, mit ihrer Schwester im selben Team zu stehen, wenig Bedeutung beimisst: «Wir sehen uns oft und unternehmen in der Freizeit viel Miteinander. Speziell wäre das Ganze erst, wenn wir uns nur beim Volleyball sehen würden.»

Weil die Margiotta-Schwestern rund zehn Jahre mehr Lebenserfahrung haben, finden sie deutlichere Worte bei der Analyse der Leistung des eigenen Teams. Wo Tamara und Eveline Borer unisono von «zu wenig Konstanz» sprechen, ist der Tenor im Allschwiler Lager schärfer. «Das war schwach von uns, da war keinerlei Druck im Angriff», meint Captain Lorena Margiotta zum zweiten Teil des dritten Abschnitts, als man den Gegner aufkommen liess und den Satz mit 23:25 verlor.

Auch bei der Formulierung des Saisonziels gibt man sich bei den Unterbaselbieterinnen selbstbewusster. «Wir wollen in die Playoffs und werden es wie in den letzten Jahren schaffen», ist sich die jüngere Margiotta-Schwester Simona selbstsicher. Etwas bescheidener sieht es beim VBC Laufen aus. «Wir wollen im oberen Mittelfeld mithalten», sagt Tamara Borer, wohlwissend, dass sie mit dieser Umschreibung eine mögliche Playoff-Teilnahme nicht ausschliesst.