Klagen will Jens Stomps, der Nachwuchs-Chef des Basler HC, auf keinen Fall. «Es läuft gut, es sind zuletzt viele Junioren dazugekommen», sagt er stolz. Trotzdem bekommen der Wahl-Therwiler und sein Verein die Realität deutlich zu spüren. Während in Basel König Fussball regiert, fristet das Landhockey in der Stadt und der Umgebung ein Schattendasein – auch wenn der Klub sowohl eine Männer-, wie auch eine Frauenmannschaft in der höchsten Spielklasse stellt. «Eigentlich schade, denn bei 170 000 Einwohnern sollte sich doch der ein oder andere dafür begeistern können», nimmts Stomps mit Humor. Die Gründe für die überschaubare Resonanz sind jedenfalls nicht hausgemacht. Mit Besuchen bei Schulklassen, Probetrainings oder einem Tag der offenen Tür ist der Verein werbetechnisch auf diversen Ebenen aktiv.

Es fehlen nationale Vorbilder

Vielmehr muss das «Problem» auf nationaler Ebene geortet werden. Kurz: Es fehlen die Vorbilder. International spielen weder die Frauen noch die Männer eine tragende Rolle. Das färbt auf den Sport, die Liga und eben auch auf die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit ab. Deswegen ist die derzeitige Junioren-Arbeit am Rheinknie umso höher einzuschätzen. In den drei Kategorien U11, U14 und U17 stellt Basel gleich zwei Mannschaften. Gekrönt wurde der Effort der letzten Jahre mit dem U14-Doppel-Meistertitel (in Halle und Feld) im vergangenen Jahr. «Auch in diesem Jahr sind wir in allen Stufen gut unterwegs», freut sich Stomps. Dafür wird zweimal wöchentlich trainiert, Mädchen und Jungs spielen dabei im selben Team. «Die Dynamik des Spiels gefällt mir. Mein Ziel ist es, einmal in der 1. Mannschaft der Frauen zu spielen», sagt etwa Jens Stomps Tochter Sofie, die in der U14 wirbelt. Auch Michael aus Füllinsdorf nimmt die Anreise in die kleine St. Jakobshalle nur allzu gerne auf sich. «Ich habe früher Unihockey gespielt, aber an Landhockey führt kein Weg vorbei», sagt er lachend. Der 12-Jährige ist seit August dabei und laut Stomps «ein Paradebeispiel für einen perfekt integrierten Neuzugang».

Auf nationaler Ebene müssen sich die Basler mit ihrer Juniorenzahl also keinesfalls verstecken. Im Gegenteil. Mit 70 Mädchen und Knaben stellt man hinter Rotweiss Wettingen einen der Topwerte der Schweiz. Wieso sich die Anzahl Junioren seit Jahren auf diesem Niveau eingependelt hat, kann sich Stomps nicht erklären: «Vieles läuft über Mundpropaganda. Die meisten, die hier anfangen, schätzen vor allem die familiäre Atmosphäre und bleiben weiter beim Klub.» Auf den Lorbeeren wollen sich die Verantwortlichen aber nicht ausruhen. Schritt für Schritt soll die Nachwuchsarbeit intensiviert und ausgebaut werden. «Langfristig planen wir mit über 100 Junioren.» Auf wann dieses Ziel terminiert ist, hält Stomps offen. Auf gutem Weg ist man aber allemal.