Volleyball

Das Märchen geht weiter: So plant Traktor Basel den Aufstieg in die NLA

Jonathan Jordan (Nummer 8) und Traktor Basel wollen in die NLA.

Jonathan Jordan (Nummer 8) und Traktor Basel wollen in die NLA.

Die erste Mannschaft von Traktor Basel hat entschieden, den Schritt in die NLA zu machen. Ein kleineres und ein grösseres Hindernis müssen die Volleyballer aber noch überwinden.

«Glas Moscht», so lautet der Anfeuerungsspruch der Volleyballer von Traktor Basel. Es ist eine Anspielung an das russische Wort «Glasnost». Teamname und Slogan sind kurz nach der Auflösung der Sowjetunion entstanden. Die aktuellen Spieler der ersten Mannschaft dürften die Bedeutung höchstens aus dem Geschichtsunterricht kennen, doch sie haben die Begriffe gerne übernommen. Der Traktor und sein «Glas Moscht» sind mittlerweile Kult und haben ihre völlig eigene Geschichte geschrieben: Ein Märchen, das jetzt nur 24 Jahre nach der Gründung mit dem Aufstieg in die NLA gipfeln könnte.

Vergangene Woche hat die Mannschaft wenige Tage vor dem Beginn der Aufstiegsrunde entschieden, im Falle eines sportlichen Aufstiegs den Weg in die NLA geschlossen mitzugehen. Ein paar junge Spieler liebäugeln zwar auch mit einer Karriere im Beachvolleyball, stehen aber in der Hallensaison auch weiter für Traktor auf dem Feld. Der Vorstand um Präsident Roland John, Sportchef Heiko Breer und Gaudenz Henzi ist froh, dass sich das Team für die NLA ausgesprochen hat. «Jetzt können wir die Planungen intensivieren», sagt Henzi.

Bis Ende Februar muss Traktor bei Swiss Volley melden, in welcher Liga es weitergehen soll. Das Sportliche ist dabei das kleinere Hindernis. Mit nur einer Niederlage bretterte der Traktor durch die Vorrundengruppe West. In der nationalen Aufstiegsrunde der besten Acht wird jetzt noch zweimal gegen jeden gespielt. Das Ziel ist klar: NLB-Meister werden. Doch auch wenn das nicht klappen sollte, hat Traktor gute Aufstiegschancen. Momentan spielen nur acht statt zehn Teams in der NLA. Viele NLB-Spitzenteams nehmen die Herausforderung nicht an und verzichten auf den Ligawechsel.

Aufstieg am Grünen Tisch abgelehnt

Vor einem Jahr hätte Traktor als Vierter am Grünen Tisch aufsteigen können, doch damals entschied man sich noch dagegen. Heute ist das anders. Zum Aufstieg kommt es aller Voraussicht nach nur nicht, wenn Traktor das benötigte Budget für die NLA-Saison nicht zusammenbekommt. Es braucht rund 150 000 Franken, um sich in der höchsten Spielklasse zu behaupten, was in etwa einer Verdopplung des Budgets entspricht.

Noch verdienen die Volleyballer für ihr «Hobby» nichts. Doch in der NLA will Traktor auch ein zwei Spieler verpflichten, «die uns sportlich helfen und ins Team passen», wie Trainer Marc Fischer sagt. Auch er wird in der NLA mehr gefordert sein. Momentan trainieren die Basler Volleyballer dreimal, in der NLA sollen es vier bis fünf Trainings die Woche sein. Auch ein Assistenz- und ein Athletikcoach werden benötigt und müssen entlöhnt werden.

Abhängig von Swisslos

Auf der Suche nach Geld sind die Volleyballer kreativ geworden. Neben der Sponsorensuche wird auch der Gönnerverein «Traktor Angels» ins Leben gerufen und ein Crowdfunding initiiert. Besonders wichtig ist auch, dass Swisslos weiterhin Beiträge zahlt. Dann ertönt das «Glas Moscht» in der Rankhofhalle ab der kommenden Saison vor NLA-Spielen.

Mehr Infos gibt es auf der Website von Traktor Basel.

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