Morgen Samstag beginnt für die Rugby-Spieler des RFC Basel wieder die NLA-Meisterschaft. In der letzten Saison hat der RFC Basel als Aufsteiger den Verbleib in der NLA geschafft. Nun will das Team um Trainer Andy Kendall einen Schritt weiter. Man will sich in der höchsten Liga etablieren und sich so weit oben wie möglich platzieren. Gross verstärkt hat sich der Klub allerdings nicht. Das auffälligste neue Gesicht im Training der ersten Mannschaft ist der erst 17-jährige Thomas Angst.

Der Sport als Familiensache

Der junge Basler, der in dieser Saison zusätzlich für die Junioren auflaufen wird, ist der Jüngste im Kader des RFCB. Dafür ist er für diesen Sport prädestiniert. Dem jungen Basler liegt als halb Australier Rugby quasi im Blut. Der Wechsel ins Training der ersten Mannschaft – dort ist er der einzige Junior – ist ein wichtiger Schritt, um weitere Fortschritte in der noch jungen Karriere zu erzielen und um von der Erfahrung der etablierten Spieler zu profitieren. Der Gymnasiast ist eine gute Ergänzung für das Kader, da er auf diversen Positionen vielseitig einsetzbar ist. Was ihm an Grösse fehlt, macht er mit Schnelligkeit wett. Dieses Potenzial hat auch Trainer Kendall erkannt.

Ehemaliger Kunstturner

Auch wegen seiner Herkunft kam der 17-Jährige zum Rugby. «In Australien ist Rugby fast schon ein Teil der Kultur», weiss Angst. Der frühere Kunstturner beendete diese Karriere mit 13 Jahren. Da er dann aber offensichtlich zu viel Freizeit hatte, wechselte er zum körperbetonten Mannschaftssport. «Mein Cousin spielte in Australien auch. Rugby ist dort wie bei uns Fussball», erklärt er. Die sportliche Neuorientierung hat Angst nie bereut. «Es macht immer Freude, ein wenig härter reinzugehen», sagt er schmunzelnd. Zudem gibt es im Rugby für ziemlich jeden eine Position, ob gross oder klein, schnell oder kraftvoll.

Zum Saisonauftakt wird Kendall wohl noch nicht auf den Junior zurückgreifen. Er soll zuerst im Future Team in der NLC seine Rolle finden. Auch muss sich der 17-Jährige erst an die neuen Spielbedingungen gewöhnen, vor allem an die Grösse und die Fitness der Gegenspieler. Doch dann könnte er in Zukunft durchaus ein Thema für das NLA-Team werden.

Von Anfang an punkten

Die gleichen Anpassungen für die NLA musste in der letzten Saison das ganze Kader des RFC Basel durchmachen. Nach dem erreichten Ziel Ligaerhalt geht es nun in die zweite Saison in der höchsten Spielklasse für das Team von Kendall, der sich bereits zum Anfang der Spielzeit ein gewisses Punktepolster zulegen will. «Wir wollen unser Spiel aufziehen. Wir mögen das schnelle Spiel mit vielen Pässen und Ausnützen von Lücken. Das müssen wir auch gegen die grösseren und schwereren Gegner», sieht der Trainer voraus.

Zum Auftakt soll dies gleich gegen den RC Cern-Meyrin St-Genis auf der heimischen Pruntrutermatte gelingen. «Es wird schwierig gegen diesen starken Gegner. Doch glaube ich, dass wir den Heimvorteil ausnützen können. Ich denke, in dieser Saison können wir jedes Team schlagen», so Kendalls Einschätzung.