Die Freude von Marcel Koller über das Los Linzer Athletik-Sport-Klub ist gross. Nicht etwa, weil mit den Österreichern im Vergleich zur letzten Runde gegen den PSV Eindhoven ein auf dem Papier einfacherer Gegner in den St. Jakob Park kommt. Marcel Koller freut sich viel mehr, wieder ein sportliches Wiedersehen mit einem Verein aus Österreich erleben zu dürfen.

Das Land, das er vor drei Jahren als Nationaltrainer überzeugend an die Europameisterschaft in Frankreich geführt hatte. Trotz der Entlassung ein Jahr danach blickt er immer noch mit schönen Erinnerungen an seine Zeit bei der österreichischen Nationalmannschaft zurück. Für mehr Sentimentalitäten hat Koller aber keine Zeit, zu wichtig ist das Spiel für die Basler gegen den Gegner aus Linz.

Ajeti fraglich - "aktuell aus Verletzungsgründen"

Für das dritte Spiel auf europäischer Bühne kann Koller dabei wieder auf Kemal Ademi setzen. Der Stürmer hat sich erstaunlich schnell erholt von seiner Schulterverletzung. Nicht mit dabei sind Tician Tushi und Zdravko Kuzmanovic - und möglicherweise auch Albian Ajeti. Der Stürmer wird offiziell als "fraglich" gemeldet, obwohl er am Morgen das Abschlusstraining auf dem Platz mit der Mannschaft bestritten hat. Grund sei "aktuell" eine kleine Verletzung, die ihn schon am Samstag das Spiel gegen Thun verpassen liess. Zu den Gerüchten eines möglichen Abgangs Ajetis "kann ich nichts sagen", so Koller wortkarg.

Gesprächiger war er dann wieder, als es um das morgige Spiel ging. Wie Koller den LASK erwartet und ob seine Spieler den Gegner unterschätzen könnten, erzählte er an der Pressekonferenz vom Dienstag.

Marcel Koller über....

... die Favoritenrolle: 

"Auf die Favoritenrolle gebe ich nicht viel. Der grössere Marktwert oder die höhere Einstufung einer Mannschaft sind nicht entscheidend, schlussendlich entscheidet es sich auf dem Platz. Dort müssen wir zeigen, dass wir die Taktik, die wir uns vorgenommen haben, umsetzen und die Qualität ausspielen können."

... die Spielweise des Gegners: 

"Sie spielen sehr kompakt, aggressiv und verfügen über ein sehr gutes Pressing. Sie stehen defensiv eng zusammen, weswegen wir viel Geduld brauchen werden."

... die Gefahr, den LASK zu unterschätzen:

"Ich habe gleich nach dem Spiel gegen Eindhoven gesagt, dass es der grösste Fehler wäre, den wir machen könnten, wenn wir den LASK unterschätzen. Ob es den Spielern, die auf dem Platz stehen werden, dann auch gelingt, das auf die Seite zu legen, wissen wir jetzt aber noch nicht. Wir haben aber in die Richtung gearbeitet, dass die Spieler den Gegner nicht unterschätzen werden." 

... die Gefahr, schon zu weit voraus zu blicken:

"Wenn wir bereits jetzt über die möglichen Gegner in Playoffs - also Brügge oder Kiew - sprechen und dabei den LASK vergessen, wird es nicht gut herauskommen. Wir wollen zwar weitere magische Nächte erleben, aber die Spieler müssen zuerst auf dem Platz die Leistung bringen. Es bringt nichts, jetzt Sprüche zu klopfen und dann die Leistung nicht abrufen zu können. Wir haben eine gute Mannschaft, was sie auch gegen Eindhoven bewiesen hat. Aber das Spiel gegen die Niederländer zählt, sobald der Schiedsrichter am Mittwochabend anpfeift, nicht mehr."

... den Nachteil, zuerst ein Heimspiel austragen zu müssen:

"Wenn man im Rückspiel zu Hause antreten darf, besitzt man den Vorteil, dass das Ergebnis bekannt ist. Man weiss somit, ob man voll angreifen oder sich hinten einigeln muss. Das ist ein kleiner Vorteil." 

... die europäische Erfahrung:

"Mit der Erfahrung aus vorherigen europäischen Spielen ist man auf dem Platz vielleicht ruhiger. Das kann, aber das muss nicht etwas bewirken. Auch wenn der LASK noch nicht über diese internationale Erfahrung verfügt, hat er eine gute Mannschaft, die ihre Meisterschaftsspiele in der diesjährigen Saison sehr konsequent bestritten hat." 

Kurz entschlossene Fans werden keine Mühe haben, an der Abendkasse Karten für das Spiel zu kriegen. Bis am Dienstagabend wurden 17'300 Tickets abgesetzt.