Basketball NLA

Das Saisonende naht: Die Starwings verlieren gegen Boncourt mit 62:74

Die Starwings verlieren gegen Boncourt.

Das Baselbieter Basket-Kombinat beendete die Qualifikationsphase mit einer Niederlage und nimmt die Zwischenrunde als Tabellenvorletzter in Angriff. Danach ist die „verkorkste“ Saison 2018/19 zu Ende.

Erst am 8. Dezember 2018, nach dem Trainerwechsel von Roland Pavloski zu Pascal Do­nati, hatten die Starwings (nach neun Niederlagen in Folge) erstmals gewonnen. Das dankbare „Opfer“ war der BC Boncourt (88:80). Danach folgte ein kleines Zwischenhoch, das in der Zwischenzeit jedoch wieder von einem Tief verdrängt wurde.

Jurassische Sonderheiten

In Boncourt zu spielen ist schwer. Die Halle, welche im Volksmund „Le Chaudron“ (Der Dampfkessel) genannt wird, dürfte eigentlich gar nicht für Nationalliga-A-Spiele homolo­giert sein. Und in der Ajoie zu gewinnen, war lange Zeit fast unmöglich.

Das ist es heute nicht mehr. Denn der frühere Meister und Cupsieger, der zu Beginn des 3. Jahrtausends die Schweiz basketballerisch international vetrat, hat viel, sehr viel Substanz verloren.

Aber noch im­mer ist das Publikum zahlreich, es ist laut (und manchmal unfair) und hat der Equipe, und sich selber, den Titel „Red Devils“ gegeben. Aber der auf Sparflamme lodern­de Heizkessel ist keine Hölle mehr.

In vielen Dingen ist Boncourt ein Anachronismus – auch bezüglich des Spielermaterials. Die Jurassier verfügen über ein Stammquintett, das praktisch durchspielen muss. Das Anfangsquintett spielte 181 von 200 Minuten.

Die drei – sehr starken – US-Profis wären auf die volle Spielzeit gekommen, wenn Center Brandon Garrett (29, 207cm) nicht in der 34. Minute mit dem 5. Foul ausgeschieden wäre. Der Antipode heisst Ryan Smith, ist sechs Zentimeter grösser… damit belassen wir es (zwei Punkte in 22 Minuten, aber im­merhin zehn Rebounds).

Serienweise Fehlwürfe

Die „Wings“ waren im ersten Viertel auf Augenhöhe. Dann folgte der totale Einbruch – bis zur 17. Minute glückten noch ganze vier Pünktlein und zur Pause war das Nordwest­schweizer Derby entschieden.

Die Birsfelder hatten von der Dreipunktelinie bis zur 20. Mi­nute einen Wert von… null Prozent (0 von 12 Versuchen). Kommentar überflüssig. Zu­letzt landeten vier von 23 Dreiern im Korb, der Gastgeber „zelebrierte“ ein drei von 17. Macht zusammen ein sieben von 40 Versuchen. Das sind 17 Prozent. Ein grässlicher Wert. Egal, das Duell hatte eh nur noch einen statistischen Wert.

Man könnte die Zahlenspielerei ausdehnen – das Profi-Trio des BCB erzielte 60 Punkte. Das Berufs-Quartett der Starwings kam auf 45 Punkte. Ein nicht kleiner, vor allem aber entscheidender Unterschied. Das Duo Branislav Kostic/Joël Fuchs spielte 54 Minuten und erzielte je drei Punkte.

Der smarte Robert Zinn, ein Deutscher mit Schweizer Staatsbür­gerschaft, welcher in der 1. Bundesliga beim Absteiger Tübingen Statist war, ist in der Ajoie ein Schlüsselspieler und kam auf elf Zähler. Noch Fragen?

Vier Matches stehen noch aus. Auswärts werden die Starwings zu Schlusslicht Lausanne Pully und nach Boncourt fahren, daheim warten Lugano und Luzern. Die Playoffs sind nicht mehr möglich – es sei denn, die Baselbieter gewinnen alle vier Matches und Lugano ver­liert die vier Partien. Und dazu müssten Boncourt, Lausanne und Luzern auch noch „rich­tig“ spie­len. Das sind zu viele Karambolagen. Es wäre auch eine Qual, diese Saison noch verlängern zu wollen. Für alle.

Meistgesehen

Artboard 1