Basketball

Das Schlusslicht aus Winterthur schiesst die Starwings ab

Die Starwings kamen immer einen Schritt zu spät, auch wenn Octavius Brown (links) erneut gut traf.

Die Starwings kamen immer einen Schritt zu spät, auch wenn Octavius Brown (links) erneut gut traf.

Die Starwings gehen in Winterthur diskussionslos mit 69:88 (33:46) unter. Anstatt sich beim vermeintlichen Punktelieferanten die definitive Playoff-Qualifikation zu sichern, sah sich das Birstaler Basket-Kombinat einem Zürcher Wurffestival ausgesetzt, auf das die Unterbaselbieter keine Antwort hatten.

Die erste positive Meldung gab es vor der Partie. Die Daumen- und Handverletzung von Chris Jones, der Lebensversicherung der Gäste, war zwar nicht gänzlich verheilt, jedoch medizinisch so unter Kontrolle, dass der Amerikaner spielen konnte. Auch ohne Training und sichtlich - beim Werfen - handicapiert, war Jones ein sicherer Wert.

So wie Octavius Brown, der nach seinen sensationellen Wurfquoten gegen Boncourt auch gegen Winter­thur (fünf von zehn Dreiern) überzeugte und Topskorer war. Dritter Pluspunkt im Birsfelder Team war „Mister Double-Double“. Darell Vinson (r)ackerte und war mit 14 Re­bounds er­neut „König der Lüfte respektive Rebounds“ und steuerte wie Jones feine 17 Punkte bei.

Doch die restlichen Akteure waren, milde gesagt, gar indisponiert (mit Ausnah­me von Phil­ippe Sager), konnten im Angriff keine Akzente (und Punkte) setzen und ver­nachlässigten ihre Defensivarbeit in einem erschreckenden Ausmass. 

Dreier-Wurffestival der Extraklasse 

Winterthur ist weiterhin das abgeschlagene Schlusslicht der Nationalliga A. Sie gewannen vor einer Woche erstmals in dieser Saison (66:64 zuhause gegen Lausanne). In den letz­ten 18 Monaten haben sie von 50 Meisterschafts-Partien der Nationalliga A deren 48 verlo­ren… und „prügelten“ nun die Starwings vom Feld.

Der Grund hiefür? Eine sensationelle Wurfquote, die einen Namen trägt: Shane Southwell (USA). Anfangs Jahr lösten die Win­terthurer, welche heuer bereits sieben (!) Ausländer unter Vertrag haben/hatten, den Ver­trag des Senegalesen Badou Diagne auf – und wurden in Australien fündig. Der 24-jähri­ge, 201 Zentimeter grosse Southwell entpuppte sich als Trouvaille, zeigte in den bisheri­gen Matches ordentliche Leistungen – und explodierte gegen die Starwings förmlich. 

Sechs von neun Dreiern fanden den Weg in den Korb und auch als Team konnte „Winti“ mit einer sensationellen Quote von 52 Prozent brillieren. Denn Zürchern gelang in etwa das, was den Starwings eine Woche zuvor beim Heimsieg über Boncourt (88:76) geglückt war: Eine superbe Trefferquote. So meinte Sager nach Abpfiff: „Ich glaube nicht, dass Win­terthur nochmals eine derart hohe Dreierquote gelingen wird“.

Man könnte dem Aargauer entgegnen, dass man meist so gut trifft, wie man es auch als Gegner zulässt – die Defense und Intensität jedenfalls war seitens der Gäste völlig unge­nügend, was auch Cheftrainer Roland Pavloski zurecht monierte. Und dass die Starwings-Schweizer das Punkteduell gegen jene von Winterthur mit 8:29 verloren, ist mehr als „bloss“ eine Zahlenspielerei... 

Die zweite gute Nachricht, nach der „wundersamen Genesung von Jones, war die Nach­richt aus der Ajoie. Boncourt verlor, völlig entgegen den Prognosen, gegen den Tabellen­vorletzten Lausanne. Und können auch mathematisch die Starwings nicht mehr vom 6. Rang verdrängen.

Dies können nur noch Central Luzern (sehr theoretisch) und ein wenig praxisnaher SAM Massagno. Hiezu müssten die Tessiner aber in zwei Wochen in Birsfel­den gewinnen. Bis dann hat das Personal von Trainer Pavloski Zeit, sich zumindest be­züglich Abwehrverhalten neu zu finden und mit einer besseren Wurfquote die zwei fehlen­den Zähler ins Trockene zu finden.

Mit analogen Leistungen wie in Winterthur hingegen wird man bei 18 Punkten stehen bleiben und hoffen müssen, dass die Rivalen aus der In­nerschweiz und dem Tessin auch ein paar Spiele verlieren, um sich dennoch vorzeitig für die Playoffs zu qualifizieren.

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